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Was bedeutet das sinkende Rentenniveau für Ihre Rente?

Rentenniveau einfach erklärt

  • Das Standardrentenniveau ist ein Prozentwert, der das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen widerspiegelt. Die Standardrente bezieht sich dabei auf die Rente, die ein Versicherter nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsentgelt erhält. Das Rentenniveau wird als Netto-Wert vor Besteuerung angegeben.
  • Das Rentenniveau anderer europäischer Länder kann man nicht einfach mit dem deutschen vergleichen. Eine Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von 2019 berechnet die sog. Netto-Rentenersatzquote für verschiedene Staaten. Im Schnitt liegt die Quote bei 58 %, in Deutschland bei 51,8 %.
  • Das Rentenniveau ist in den vergangenen Jahren gesunken. Seit 2014 hat es sich aber bei rund 48 % stabilisiert. Bis 2025 soll das Rentenniveau auch bei mindestens 48% gehalten werden. Vorschlägen der Rentenkommission zufolge soll es für die Jahre danach zwischen 44 % und 49 % liegen.
  • Im Jahr 2021 liegt das Rentenniveau bei 49,4 %.
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Definition
Wer sich in Deutschland über die Themen Rente und Altersvorsorge informiert, stößt immer wieder auf den Begriff des Rentenniveaus – und dass das Rentenniveau in Deutschland sinkt. Aber was ist damit genau gemeint?
Das Rentenniveau bildet die Relation zwischen einer durchschnittlichen Rente, der sogenannten Eckrente oder Standardrente, zum durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers ab. Es ist also eine Prozentangabe. Die Standardrente bezieht sich auf die Regelaltersgrenze und 45 Beitragsjahre. In diesen 45 Beitragsjahren muss der Rentner jedes Jahr das Durchschnittsentgelt verdient und dementsprechend genau einen Entgeltpunkt erhalten haben. Im Jahr 2021 liegt das Rentenniveau in Deutschland bei 49,4 %. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie in jedem Fall nur 49,4% Ihres letzten Einkommens als Rente erhalten. Diese Prozentzahl bezieht sich nur auf den Durchschnittsverdiener mit 45 Versicherungsjahren. Das Rentenniveau ist damit der Indikator, wie sich die Rente eines Durchschnittsrentners im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt verhält.
Das Rentenniveau wird als Netto-Wert, allerdings vor der Besteuerung, angegeben. Das bedeutet, von der Rente werden die durchschnittlichen Sozialangaben, sprich Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Auch vom durchschnittlichen Bruttoeinkommen werden durchschnittlichen Sozialangaben, in diesem Fall, Kranken,- Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Zusätzlich wird auch der durchschnittliche Aufwand zur privaten Altersvorsorge subtrahiert. Steuern werden hierbei nicht abgezogen. Das hat den Grund, dass durch die 2005 eingeführte nachgelagerte Besteuerung Renten nicht mehr einheitlich besteuert werden. Deshalb wäre es nicht möglich, einen allgemeingültigen Wert festzulegen.
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OECD-Bericht
Wie hoch ist das Rentenniveau in anderen europäischen Ländern? Ein Blick über die Bundesgrenze hinaus auf unsere europäischen Nachbarn ist zwar interessant, aber das deutsche Rentenniveau lässt sich in der Praxis nicht ohne Weiteres mit dem in anderen Ländern vergleichen. Das liegt daran, dass die Länder ihre Rente auf unterschiedliche Art und Weise berechnen. Auch sind die Beiträge und die Besteuerung der Rente verschieden.
Die Industriestaaten-Organisation OECD hat 2019 jedoch die Studie Pensions at a Glance veröffentlicht, bei der die sogenannte Netto-Rentenersatzquoten für verschieden Staaten errechnet wurden. Diese Quote gibt die Rentenhöhe eines Arbeitnehmers an, der im Jahr 2018 mit 20 Jahren in den Arbeitsmarkt eintritt, während seines kompletten Erwerbslebens einen durchschnittlichen Lohn erhält und schließlich im Jahr 2063 mit einem Alter von 65 Jahren in Rente geht. Vorsicht: Die Netto-Rentenersatzquote kann man nicht direkt mit dem Rentenniveau vergleichen. Sie eignet sich jedoch für einen groben Überblick, wie hoch die Renten in anderen europäischen Renten ausfallen. Im OECD-Schnitt liegt die Quote bei 58%. In Deutschland liegt der Wert bei einer Höhe von 51,9% also leicht unterhalb des OECD-Durchschnitts. Die Höhe der Netto-Rentenersatzquoten in anderen europäischen Ländern unterscheidet sich stark von Land zu Land. Beispielsweise lag sie in der Schweiz bei 44,3 %, in Griechenland bei 51,1%, in Tschechien bei 60.1% und in den Niederlanden bei 80,3%. Am vergleichsweise höchsten lag das die Quote in Österreich mit 89,9% und Italien mit 91,8%.
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Das Rentenniveau seit 1990
Wie hat sich das Rentenniveau in Deutschland in den vergangenen Jahren entwickelt? Das Niveau ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Während es im Jahr 2000 noch bei 52,9% lag, betrug es 2010 nur noch 51,6%. Seit 2014 hat es sich jedoch bei etwa 48% stabilisiert.

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Jahr Rentenniveau in % (netto vor Steuern)  
1990 55,0  
1992 53,1  
1994 54,8  
1996 53,4  
1998 53,6  
2000 52,9  
2002 52,9  
2004 53,0  
2006 52,2  
2008 50,5  
2010 51,6  
2012 49,4  
2014 48,1  
2016 48,1  
2018 47,6  
2020 47,6  
Seit 1990 unterlag das Rentenniveau also ständigen Veränderungen. Das Netto-Rentenniveau vor Steuern beträgt im Jahr 2021 49,4%. Die Entwicklung zeigt auch, dass die gesetzliche Rente alleine für die wenigsten in der Deutschen Rentenversicherung Versicherten zur Lebensstandardsicherung im Ruhestand reichen wird.
Möchten Sie Ihre spätere Rentenhöhe ermitteln, dürfen Sie nicht dem Irrtum verfallen, dass ein Rentenniveau von beispielsweise 48% bedeutet, dass Sie später in jedem Fall 48% von Ihrem letzten Brutto- oder Nettogehalt als Rente erhalten. Ein Rentenniveau von 48% gilt für diejenigen Versicherten, die bei der Regelaltersgrenze 45 Beitragsjahre geleistet und genau das Durchschnittsgehalt verdient haben. Ihre voraussichtliche Regelaltersrente in Euro können Sie allerdings selbst mithilfe der Rentenformel annähernd berechnen. Davon abgesehen finden Sie in der Renteninformation, die Ihnen jährlich zugeschickt wird, Angaben zu Ihrer voraussichtlichen Rentenhöhe.
Klarheit von Anfang bis Rente
Rentenkompass
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Erklärung
Wer hört, dass das Rentenniveau sinken wird, zieht schnell die Schlussfolgerung, dass dann auch die gezahlten Renten geringer ausfallen müssen. Das ist aber nicht der Fall. Ein Absinken des Niveaus heißt nicht, dass die Brutto-Renten sinken. Die Renten werden durch Rentenerhöhungen auch in Zukunft steigen, jedoch nicht so stark wie die Einkommen.

Ein Beispiel:

Vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2017 hat sich der Durchschnittseinkommen von 27.249 Euro im Jahr (2.270 Euro im Monat) auf 29.880 Euro im Jahr (2.490 Euro im Monat) erhöht. Das entspricht einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Standardrente von 13.465 Euro im Jahr (1.122 Euro im Monat) auf 14.367 Euro im Jahr (1.197 Euro im Monat) gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von etwa sieben Prozent. Die Standardrente ist also prozentual langsamer gestiegen als der Durchschnittsverdienst. Deshalb ist das Rentenniveau von 49,4 Prozent auf 48,1 Prozent gesunken.

Die gesetzliche Altersrente wird durch das sogenannte Umlageverfahren finanziert. Damit ist gemeint, dass die Rentenzahlungen (zum allergrößten Teil) aus den laufenden Beitragseinnahmen finanziert werden. Dazu kommt ein Bundeszuschuss. Durch den demographischen Wandel wird sich in den nächsten Jahren die Anzahl der Rentner im Verhältnis zur Anzahl der Beitragszahler noch weiter erhöhen.

Um die Finanzierung der gesetzlichen Renten auch in Zukunft zu sichern, wurden in letzten Jahren mehrere Reformen in der Rentenpolitik vorgenommen. Zum Beispiel hat man die Formel für die jährliche Rentenanpassung um einen Beitragssatzfaktor und einen Nachhaltigkeitsfaktor ergänzt. Wenn die Anzahl der Rentner nun schneller ansteigt als die Zahl der Versicherten, die Beiträge zahlen, bremst der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg der Renten. Darüber hinaus wird die Anpassung der Renten über den Beitragssatzfaktor gedämpft, wenn die Beiträge zur Rentenversicherung ansteigen.

Die gute Nachricht ist aber: Bis 2025 soll das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent gehalten werden. Für die Jahre danach gibt es einige Vorschläge, die die Rentenkommission erarbeitet hat. Demnach soll das Rentenniveau ab 2026 zwischen 44 % und 49 % liegen. Ein Versicherter soll also bei Renteneintritt, nachdem er 45 Jahre lang das Durchschnittsgehalt verdient hat, als Rente mindestens 44% des Gehalts bekommen, das die Versicherten zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich verdienen.
Wie sich das Rentenniveau in Zukunft entwickeln wird, kann heute nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie weit das Bruttorentenniveau in Zukunft wirklich sinken wird, zum Beispiel die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Entwicklung im Altersaufbau der Bevölkerung. Vorschriften im SGB VI besagen jedoch, dass dem Gesetzgeber geeignete Maßnahmen zum Gegensteuern vorgeschlagen werden müssen, falls die Vorausberechnungen der Regierung im jährlichen Rentenversicherungsbericht ein Absinken des Niveaus auf unter 43% bis zum Jahr 2030 ergeben.
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