Rentenniveau einfach erklärt
Was bedeutet das sinkende Rentenniveau für Ihre Rente?
Das Standardrentenniveau ist ein Prozentwert, der das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen widerspiegelt. Die Standardrente bezieht sich dabei auf die Rente, die eine versicherte Person nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsentgelt erhält. Das Rentenniveau wird als Netto-Wert vor Besteuerung angegeben und liegt aktuell bei 48% (2025). Das Rentenniveau anderer europäischer Länder lässt sich nicht so einfach mit direkt dem deutschen vergleichen. Zu groß sind teils die Unterschiede in puncto Rentensystem, Renteneintrittsalter und Anzahl der Beitragsjahre.
Definition: Was ist das Rentenniveau?
Das Rentenniveau bildet die Relation zwischen einer durchschnittlichen Rente, der sogenannten Eckrente oder Standardrente, zum durchschnittlichen Einkommen von Arbeitnehmer:innen ab. Es ist also eine Prozentangabe. Die Standardrente bezieht sich auf die Regelaltersgrenze und 45 Beitragsjahre. In diesen 45 Beitragsjahren muss der Rentner oder die Rentnerin jedes Jahr das Durchschnittsentgelt verdient und dementsprechend genau einen Entgeltpunkt erhalten haben. Im Jahr 2025 liegt das Rentenniveau in Deutschland bei 48 %. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie in jedem Fall nur 48% Ihres letzten Einkommens als Rente erhalten. Diese Prozentzahl bezieht sich nur auf Durchschnittsverdiener:innen mit 45 Versicherungsjahren. Das Rentenniveau ist damit der Indikator, wie sich die Rente eines Durchschnittsrentners oder einer Durchschnittsrentnerin im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt verhält.
Wird das Rentenniveau als Brutto- oder Nettowert angegeben?
Das Rentenniveau wird als Netto-Wert, allerdings vor der Besteuerung, angegeben. Das bedeutet, von der Rente werden die durchschnittlichen Sozialangaben, sprich Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Auch vom durchschnittlichen Bruttoeinkommen werden durchschnittlichen Sozialangaben, in diesem Fall, Kranken,- Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Zusätzlich wird auch der durchschnittliche Aufwand zur privaten Altersvorsorge subtrahiert. Steuern werden hierbei nicht abgezogen. Das hat den Grund, dass durch die 2005 eingeführte nachgelagerte Besteuerung Renten nicht mehr einheitlich besteuert werden. Deshalb wäre es nicht möglich, einen allgemeingültigen Wert festzulegen.
Das Rentenniveau seit 1990: Wie hat sich die Rente in Deutschland entwickelt?
Wie hat sich das Rentenniveau in Deutschland in den vergangenen Jahren entwickelt? Das Niveau ist in den vergangenen Jahren gesunken. Während es im Jahr 2000 noch bei 52,9% lag, betrug es 2010 nur noch 51,6%. Seit 2014 hat es sich jedoch bei etwa 48% stabilisiert.
Rentenniveau Tabelle
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|
Jahr
|
Rentenniveau in % (netto vor Steuern)
|
|---|---|
| 1990 | 55,0 |
| 1992 | 53,1 |
| 1994 | 54,8 |
| 1996 | 53,4 |
| 1998 | 53,6 |
| 2000 | 52,9 |
| 2002 | 52,9 |
| 2004 | 53,0 |
| 2006 | 52,2 |
| 2008 | 50,5 |
| 2010 | 51,6 |
| 2012 | 49,4 |
| 2014 | 48,1 |
| 2016 | 48,1 |
| 2018 | 47,6 |
| 2020 | 47,6 |
| 2021 | 48,2 |
| 2022 | 48,1 |
| 2023 | 48,15 |
| 2024 | 48 |
| 2025 | 48 |
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zeitreihen, Berlin, Oktober 2017 sowie Bundesvertreterversammlung (28.06.2018)
Wie hoch ist die Rente in Prozent?
Möchten Sie Ihre spätere Rentenhöhe ermitteln, dürfen Sie nicht dem Irrtum verfallen, dass ein Rentenniveau von beispielsweise 48% bedeutet, dass Sie später in jedem Fall 48% von Ihrem letzten Brutto- oder Nettogehalt als Rente erhalten. Ein Rentenniveau von 48% gilt für diejenigen Versicherten, die bei der Regelaltersgrenze 45 Beitragsjahre geleistet und genau das Durchschnittsgehalt verdient haben. Ihre voraussichtliche Regelaltersrente in Euro können Sie allerdings selbst mithilfe der Rentenformel annähernd berechnen. Davon abgesehen finden Sie in der Renteninformation, die Ihnen jährlich zugeschickt wird, Angaben zu Ihrer voraussichtlichen Rentenhöhe.
Erklärung: Das Rentenniveau sinkt - was bedeutet die Abesenkung?
Wer hört, dass das Rentenniveau sinken wird, zieht schnell die Schlussfolgerung, dass dann auch die gezahlten Renten geringer ausfallen müssen. Das ist aber nicht der Fall. Ein Absinken des Niveaus heißt nicht, dass die Brutto-Renten sinken. Die Renten werden durch Rentenerhöhungen auch in Zukunft steigen, jedoch nicht so stark wie die Einkommen.
Beispiel: Vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2017 hat sich der Durchschnittseinkommen von 27.249 Euro im Jahr (2.270 Euro im Monat) auf 29.880 Euro im Jahr (2.490 Euro im Monat) erhöht. Das entspricht einem Anstieg von etwa zehn Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Standardrente von 13.465 Euro im Jahr (1.122 Euro im Monat) auf 14.367 Euro im Jahr (1.197 Euro im Monat) gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von etwa sieben Prozent. Die Standardrente ist also prozentual langsamer gestiegen als der Durchschnittsverdienst. Deshalb ist das Rentenniveau von 49,4 Prozent auf 48,1 Prozent gesunken.
Warum sinkt das Rentenniveau?
Die gesetzliche Altersrente wird durch das sogenannte Umlageverfahren finanziert. Damit ist gemeint, dass die Rentenzahlungen (zum allergrößten Teil) aus den laufenden Beitragseinnahmen finanziert werden. Dazu kommt ein Bundeszuschuss. Durch den demografischen Wandel wird sich in den nächsten Jahren die Anzahl der Rentner:innen im Verhältnis zur Anzahl der Beitragszahler:innen noch weiter erhöhen. Um die Finanzierung der gesetzlichen Renten auch in Zukunft zu sichern, wurden in letzten Jahren mehrere Reformen in der Rentenpolitik vorgenommen. Zum Beispiel hat man die Formel für die jährliche Rentenanpassung um einen Beitragssatzfaktor und einen Nachhaltigkeitsfaktor ergänzt. Wenn die Anzahl der Rentner:innen nun schneller ansteigt als die Zahl der Versicherten, die Beiträge zahlen, bremst der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg der Renten. Darüber hinaus wird die Anpassung der Renten über den Beitragssatzfaktor gedämpft, wenn die Beiträge zur Rentenversicherung ansteigen.
Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2031
Mit dem "Rentenversicherung-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz" wurde 2018 eine Haltelinie für das Rentenniveau (Niveauschutzklausel) bei 48 Prozent bis zum Jahr 2025 beschlossen. Die Einhaltung der Sicherungsniveaugrenze wird durch Bundesmittel (Sonderzahlungen) sichergestellt. Die Bundesregierung will diese Stabilisierung des Rentenniveau bei 48 Prozent bis zum Jahr 2031 verlängern. Das Bundeskabinett hat einem entsprechenden Gesetzentwurf mit dem Namen "Gesetz zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten" oder kurz "Rentenpaket 2025" am 06. August 2025 zugestimmt. Eine Abstimmung im Bundestag und Bundesrat soll noch dieses Jahr erfolgen.
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