- Die medizinische Versorgung nach einem Unfall zahlt in der Regel die Krankenkasse. Die private Unfallversicherung zahlt bei allen Unfällen, bei denen Sie eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung erleiden.
- Auch wenn Sie medizinisch gut absichert sind: Ihre laufenden Kosten wie Miete, Kredite oder weitere finanzielle Verpflichtungen fallen trotzdem an. Damit keine finanziellen Engpässe entstehen, ist eine Arbeitskraftsicherung häufig sinnvoll.
- Bestenfalls kombinieren Sie Ihre Unfallversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) oder Unfallversicherung?
BU oder Unfallversicherung kurz erkärt
Inhalt
- Leistungen: Für was kommt die private Unfallversicherung nach einem Unfall auf?
- Vergleich: Welche Versicherung zahlt bei einem Unfall was?
- Berufsunfähigkeit: Warum Berufsunfähigkeit versichern?
- Invalidität: Was ist der Unterschied im Sinner der Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit?
- Beispiel: Berufsunfähig durch einen Unfall
- Absicherung: Warum Unfall und BU kombinieren?
Nach einem Unfall kommt doch die private Unfallversicherung für alles Nötige auf, oder?
Klingt eigentlich nur logisch – ist aber nicht ganz richtig. Wenn Sie wegen eines Unfalls zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen oder sogar ins Krankenhaus müssen, übernimmt meist die Krankenversicherung die Kosten.
Die private Unfallversicherung hat einen anderen Zweck. Die Kernleistung besteht darin, im Falle einer dauernden Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (“Invalidität“) Kapital zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich ist eine Rentenzahlung möglich. Über dieses Geld können Sie frei verfügen, z.B. für einen behindertengerechten Auto- und Hausumbau oder für einen Umzug in eine Wohnung im Erdgeschoss.
Weitere Leistungen einer privaten Unfallversicherung können z.B. ein Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen sein.
Brechen Sie sich also z.B. beim Joggen das Fußgelenk und müssen deshalb für zwei Tage ins Krankenhaus, übernimmt Ihre Krankenversicherung die Kosten für das Krankenhaus, einen eventuellen Reha-Aufenthalt sowie für die anschließende ambulante ärztliche Behandlung.
Funktioniert der Fuß nach dem Unfall nicht mehr wie früher; verbleibt also eine dauernde Beeinträchtigung („Invalidität“)? Für diese Invalidität erhalten Sie von Ihrer privaten Unfallversicherung – je nach vereinbarter Versicherungssumme – z.B. 14.000 Euro. Dieses Geld können Sie beispielsweise verwenden, um Ihr drei Jahre altes Auto gegen ein neues mit Automatikgetriebe einzutauschen.
Krankenversicherung, gesetzliche und private Unfallversicherung: Welche Versicherung zahlt bei einem Unfall was?
Das zahlen die gesetzlichen Versicherungen (Sozialversicherungen)
- Krankenversicherung
Sie übernimmt im Wesentlichen die Kosten der Heilbehandlung bei der Ärztin bzw. beim Arzt oder im Krankenhaus. - Unfallversicherung
Alle Arbeitnehmer:innen sind dort automatisch versichert, die Beiträge übernimmt der Arbeitgeber. Versicherungsschutz besteht allerdings nur bei Berufs- und Wegeunfällen, also nicht in der Freizeit. Bei einem versicherten Unfall übernimmt sie statt der Krankenversicherung die Kosten der Heilbehandlung. Außerdem sieht sie ab einer dauerhaften Beeinträchtigung von mindestens 20 % eine Rente vor, deren Höhe abhängig vom Einkommen ist. - Rentenversicherung
Wenn bestimmte sozialversicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sind, wird bei einer wesentlichen Minderung der Erwerbsfähigkeit – auch nach einem Unfall – eine Rente bezahlt: die Erwerbsminderungsrente.
Das zahlen die privaten Versicherungen
- Unfallversicherung
Sie bietet 24 Stunden, sieben Tage und weltweit Schutz. Den Umfang des Versicherungsschutzes können Sie wählen. Sie erhalten im Fall von Invalidität eine einmalige Kapitalzahlung und ggf. eine Rentenzahlung. Auch Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen können vereinbart werden. Die Leistung ist dabei unabhängig davon, ob Sie Ihren Beruf weiterhin ausüben können. Im Vergleich zur gesetzlichen Unfallversicherung ist es dabei egal, wo sich der Unfall ereignet. - Berufsunfähigkeitsversicherung
Kann z.B. durch eine Krankheit der Beruf für in der Regel voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 % nicht mehr ausgeübt werden, springt die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer laufenden Rente ein. Die Höhe der versicherten Berufsunfähigkeitsrente können Sie wählen.
Und das Besondere: Leistungen aus der privaten Unfallversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie auch dann ungekürzt, wenn Sie wegen des Unfalls aus anderer Quelle eine Leistung erhalten (z.B. von der Haftpflichtversicherung Ihres Unfallgegners).
Wozu brauche ich noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ich eine gesetzliche und private Unfallversicherung habe?
Die private Unfallversicherung sieht immer dann eine Leistung vor, wenn eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit („Invalidität“) vorliegt. Je nach vertraglicher Vereinbarung wird schon ab Invalidität von einem Prozent geleistet. Weitere Leistungen der privaten Unfallversicherung sind z.B. ein Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn Sie berufsunfähig werden und deshalb nicht mehr arbeiten können. Die Ursache für die Berufsunfähigkeit kann z.B. ein Unfall oder eine Krankheit sein. Zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit zählen psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.
Eine Berufsunfähigkeitsrente erhalten Sie in der Regel, wenn Sie voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen berufsunfähig sind und auch keine andere Tätigkeit ausüben, die Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Dabei ist es egal, ob die Ursache für die Berufsunfähigkeit ein Unfall oder eine Krankheit ist. Deshalb ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und diese zählt zu den wichtigsten Versicherungen.
Was genau ist der Unterschied zwischen Invalidität im Sinne der Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit?
Invalidität
Berufsunfähigkeit
Fallbeispiel junger Bergsportler: Berufsunfähig durch einen Unfall
Deshalb lohnt sich die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und privater Unfallversicherung
Wissenswertes zum Versicherungsschutz