Allianz - Physiotherapie Pferd: Mann dehnt Pferdehals
Rückenprobleme und Co. natürlich lindern

Physiotherapie beim Pferd

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Beschwerden mit gezielten Bewegungen lindern
  • Das Ziel einer physiotherapeutischen Behandlung bei Pferden ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers, um zum Beispiel Verspannungen, Rücken- oder Gelenkbeschwerden zu lindern.
  • Physiotherapie ist für alle Pferde geeignet: Als präventive Maßnahme sichert sie die Leistungsfähigkeit des gesunden Tieres, bei akuten Beschwerden kann sie die tierärztliche Behandlung sinnvoll ergänzen.
  • Bei der Basisuntersuchung wird das Pferd nach der Bestandsaufnahme, der sogenannten Anamnese, im Stand und im Gang untersucht, um Fehlstellungen und Blockaden zu erkennen.
  • Lassen sich die Beschwerden des Tieres mit einer einmaligen Behandlung nicht beheben, sind weitere Physiotherapie-Sitzungen empfehlenswert.
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Gut zu wissen
Illustration: Gut zu wissen

Grundsätzlich ist Physiotherapie für jedes Pferd geeignet und sinnvoll, sofern die Behandlung auf die Bedürfnisse beziehungsweise Beschwerden des Tieres abgestimmt ist:

  • Vor dem Einreiten lassen sich Schwachstellen an Gelenken und Muskeln mit physiotherapeutischen Methoden gezielt und schonend trainieren.
  • Als präventive Maßnahme trägt Physiotherapie dazu bei, den Bewegungsapparat insbesondere von Sportpferden gesund zu halten.
  • Äußern sich bei einem Tier bereits Dysfunktionen (Funktionsstörungen) oder Läsionen (Verletzungen einer anatomischen Struktur), zum Beispiel durch Lahmheit, Schmerzen, Ungehorsam, Leistungsdefizite oder Fehler beim Springen, Laufen und Angaloppieren, kann Physiotherapie die Genesung beschleunigen. 
  • Auf Anraten des Tierarztes kann Physiotherapie ergänzend zur klassischen Schulmedizin sinnvoll sein, um unter anderem Verletzungen und Blockaden zu behandeln.
  • Falls die schulmedizinische Behandlung nicht anschlägt und das Pferd weiterhin Schmerzen hat, lahmt oder sich infolge der Bewegungseinschränkung nicht mehr reiten lässt, kann Physiotherapie eine sinnvolle Behandlungsalternative sein.
Illustration: Gut zu wissen
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Behandlung im Detail
Pferdephysio orientiert sich an den physiotherapeutischen Behandlungsprinzipien der Humanmedizin. Dabei kommen gezieltes Bewegungstraining, Massagetechniken sowie Therapiemaßnahmen mit Druckreizen, Wärme, Kälte und Ultraschall zum Einsatz. Gezielte Physiotherapie fürs Pferd kann Schmerzen lindern, Blockaden und Verspannungen lösen sowie Fehlstellungen des Bewegungsapparats beheben. Die Behandlung ist allerdings nur dann wirksam und beschwerdelindernd, wenn ein auf Pferde spezialisierter Physiotherapeut sie professionell durchführt.
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1. Vorbereitung
Vor der Erstuntersuchung und -behandlung sollte sich das Tier nicht übermäßig anstrengen und sauber sowie trocken stehen. Die medikamentöse Schmerzbehandlung sollte abgeschlossen sein, damit der Physiotherapeut das natürliche Bewegungsverhalten des Pferdes beobachten kann.
Illustration: Frau hält Kalender in der Hand
Illustration: Frau hält Kalender in der Hand
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Illustration: Zwei Frauen sehen ein Formular an
2. Ausführliche Anamnese
Um einen Eindruck von der Vorgeschichte, den akut zu behandelnden Beschwerden und möglichen Erkrankungen des Tieres zu erhalten, führt der Physiotherapeut ein ausführliches Gespräch mit dem Besitzer. Die Krankenakte oder ein Übergabedokument des behandelnden Veterinärs hilft dem Therapeuten dabei, das Tier besser kennenzulernen.
Illustration: Zwei Frauen sehen ein Formular an
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3. Beschauung und manueller Tastbefund
Der Physiotherapeut mustert das Tier im Stand sowie in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp. Anschließend tastet er die Gelenke und Muskeln nach Verhärtungen ab, um Fehlstellungen, Blockaden und Dysfunktionen des Bewegungsapparates zu erkennen. Für das Gespräch und die ausführliche Untersuchung des Pferdes sollte der Therapeut sich eineinhalb bis zwei Stunden Zeit nehmen.
Illustration: Frau hebt rechtes Vorderbein eines Pferdes leicht an
Illustration: Frau hebt rechtes Vorderbein eines Pferdes leicht an
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Illustration: Frau erstellt Therapieplan für ein Pferd
4. Erstellung des Therapieplans
Je nachdem, welche Dysfunktionen oder Läsionen (Verletzungen) vorliegen, erarbeitet der Physiotherapeut einen individuellen Behandlungsplan für das Pferd. Sind nur leichte Blockaden oder Verspannungen feststellbar, ist eine einmalige Behandlung häufig ausreichend. Bei schweren Läsionen oder wenn das Tier Schmerzen hat, sind regelmäßige Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen empfehlenswert.
Illustration: Frau erstellt Therapieplan für ein Pferd
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5. Physiotherapeutische Behandlung
Wie in der Physiotherapie bei Menschen arbeitet der Therapeut auch bei Pferden mit Massagen, Einrenken, Mobilisierung und Manipulation (kurze und schnelle Bewegungsimpulse, um Blockaden zu lösen). Abhängig von den vorliegenden Beschwerden und dem Behandlungsumfang dauert eine Sitzung rund eine Stunde.
Illustration: Frau zieht linkes Vorderbein eines Pferdes nach vorne
Illustration: Frau zieht linkes Vorderbein eines Pferdes nach vorne
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Illustration: Frau führt ein Pferd mit übergelegter Decke
6. Ruhe für das Pferd
Durch die intensive Bearbeitung der Muskeln und Gelenke kann das Pferd einen Muskelkater bekommen. Um das Tier nicht zu überlasten und die Therapie nachwirken zu lassen, sollten Sie es nach jeder physiotherapeutischen Behandlung etwa drei Tage lang nicht reiten.
Illustration: Frau führt ein Pferd mit übergelegter Decke
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Gut zu wissen
Illustration: Gut zu wissen
Was Sie für die physiotherapeutische Behandlung Ihres Pferdes zahlen, hängt vom individuellen Gesundheitszustand des Tieres und dem Stundensatz des Therapeuten ab. Für die Erstbehandlung mit Anamnese sollten Sie etwa 150 Euro einplanen. Die Kosten für die Folgebehandlung liegen meist bei unter 100 Euro pro Sitzung. Teilweise stellt der Physiotherapeut die Anfahrtskosten zusätzlich in Rechnung.
Illustration: Gut zu wissen
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Tipps
Allianz - Physiotherapie Pferd: Eine Therapeutin streckt ein Gelenk von einem Pferd

Wie finde ich den passenden Physiotherapeuten für mein Pferd?

Oft kann Ihnen der Veterinär, der Ihr Pferd behandelt, einen passenden Physiotherapeuten empfehlen. Darüber hinaus sollten Sie als Pferdehalter bei der Wahl des Therapeuten folgende Punkte beachten:

  • Der Therapeut sollte sich ausreichend Zeit, also rund eineinhalb Stunden, für die Erstanamnese, Beschauung und Untersuchung des Tieres nehmen.
  • Während der Behandlung sollte das Pferd locker und entspannt sein und weder festgebunden noch sediert werden.
  • Der Physiotherapeut sollte Fragen rund um die Behandlung Ihres Tieres kompetent beantworten können und das Therapiekonzept gezielt auf das Pferd abstimmen.

Welches Behandlungskonzept ist das Richtige für mein Pferd?

Genauso individuell wie der Körper des Pferdes und seine Beschwerden sollte auch die physiotherapeutische Behandlung sein. Welche Maßnahmen zu Ihrem Tier passen, sprechen Sie am besten mit dem behandelnden Physiotherapeuten oder Tierarzt ab.

Wie oft muss mein Pferd behandelt werden?

Pauschal lässt diese Frage sich nicht beantworten, schließlich fallen Therapiekonzept und Behandlung je nach Pferd und Gesundheitsproblemen anders aus. Oft zeigen sich bereits nach der ersten Physio deutliche Verbesserungen, sodass nur noch ein Folgetermin erforderlich ist. Bei starken oder bereits längerfristig bestehenden Beschwerden können mehrere Nachbehandlungen nötig sein.

Wird das Pferd bei der Behandlung sediert?

Nein, denn für den Pferdephysiotherapeuten ist es wichtig, zu sehen, wie das Pferd auf die Behandlung reagiert. Deshalb sollte das Tier währenddessen keinesfalls mit Medikamenten ruhig gestellt sein. Nur so kann der Therapeut schmerzende Körperbereiche identifizieren und gezielt bearbeiten.

Warum sieht der Physiotherapeut die Zähne meines Pferdes an?

Genauso wie bei Menschen hat die Gesundheit des Mundraums auch bei Pferden Auswirkungen auf den körperlichen Gesamtzustand. Ein Pferd mit Zahnproblemen kann keine entspannte Muskelarbeit leisten. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Folgeproblematik, also beispielsweise  eine Störung am Bewegungsapparat, zu beheben, sondern den Auslöser dafür, also die Zahnprobleme, zu beseitigen.

Wie äußern sich Rückenprobleme bei Pferden?

Die Indikatoren für Rückenbeschwerden können bei Pferden sehr unterschiedlich ausfallen: Typische Symptome sind unter anderem Fehlstellungen, Schiefhaltung, verändertes Reitverhalten, Taktfehler oder Stolpern. Eine fachgerecht durchgeführte Bewegungstherapie ist bei Rückenproblemen sinnvoll, um die Beschwerden des Vierbeiners zu lindern.

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Beschwerden vorbeugen

Als Pferdehalter sollten Sie die physiotherapeutische Behandlung Ihres Tieres prinzipiell immer einem Profi überlassen. Einige sanfte Physiotherapietechniken können Sie allerdings selbst durchführen:

  • Mit gezielten Massagen beim Putzen und Striegeln können Sie beginnende Verspannungen lockern.
  • Eine Übung, um die Rückengesundheit des Pferdes zu testen: Den Rücken des Tieres mit einem Gummistriegel von vorne nach hinten in kreisenden Bewegungen bearbeiten. Das Tier sollte dabei ruhig stehen bleiben. Drückt es zum Beispiel den Rücken nach unten weg, wenn Sie ihn mit stärkerem Druck bürsten, ist das ein Anzeichen für Schmerzen.
  • Eine Übung zur Entspannung der kurzen Nackenmuskeln: Den Bereich hinter den Ohren des Tieres mit kreisenden Bewegungen bearbeiten, um die Nackenmuskulatur zu lockern.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Pferd regelmäßig freie Bewegung ohne Sattel und Halfter, um Blockaden vorzubeugen.
  • Osteopathie und Physiotherapie sind für das Pferd nicht gefährlich, allerdings sollten die Behandlungsmethoden einem geschulten Therapeuten überlassen werden. Alles, was also über eine leichte Massage hinausgeht, sollten Sie von einem Physiotherapeuten durchführen lassen. 
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