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So helfen Sie Ihrer Katze

Meine Katze frisst nicht mehr - was tun?

Allianz - Katze frisst nicht aus Fressnapf

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Wenn die Katze nicht mehr frisst

Wenig Zeit? Das Wichtigste in 30 Sekunden

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Fressunlust bei Katzen kann im schlimmsten Fall und je nach Konstitution des Tieres binnen 24 Stunden zu Organversagen mit tödlichem Verlauf führen. Besonders gefährdet sind übergewichtige und ältere Katzen.
  • Die Ursachen sind nicht immer medizinisch, sondern gehen oft auch auf Veränderungen im Alltag zurück, die sensiblen Katzen zusetzen.
  • Finden Sie den Grund nicht in kürzester Zeit, gehen Sie bitte zum Tierarzt.
  • In den allermeisten Fällen kann er helfen, weil oft behandelbare Leiden wie Zahnschmerzen oder Infekte die Fressunlust verursachen.

Meine Katze frisst nicht: Warum Fressunlust gefährlich ist

Zunächst können wir Sie beruhigen: Appetitlosigkeit ist ein Alarmzeichen, aber die Ursachen sind oft schnell gefunden – und auch abgestellt. Allein wegen einer verpassten Mahlzeit verhungert keine gesunde Katze. Ihr rumort der Magen, wie es uns Menschen auch ginge. Da allerdings hört es mit der Vergleichbarkeit auch schon auf. Denn sobald die Katze länger als einen Tag nichts isst, sollten Sie reagieren – weil bereits nach 24 Stunden gravierende Folgen auftreten können.

Ein Grund dafür ist, dass Katzen ihren Magen nur in sehr geringem Maße als Speicher nutzen. Sie essen, anders als etwa Hunde es tun (oder – oft ungesunderweise – auch wir Menschen), selten auf Vorrat. Daher sollten sie nicht hungern. Tun sie es doch, gerät durch mangelnde Eiweißzufuhr der Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht und es droht eine Fettleber. Das geht umso schneller, je schwergewichtiger die Katze ist. Verschärft wird das Problem dadurch, dass eine verfettende Leber die Appetitlosigkeit weiter steigert. Genau daraus wird schnell ein Teufelskreis, an dessen Ende Leberversagen stehen kann.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Lassen sich alle genannten Gründe ausschließen, dann spricht vieles für gesundheitliche Ursachen. „Wenn es dem Tier richtig mies geht, dann frisst es irgendwann einfach nicht mehr“, sagt Lisa Ciesinki, Tiermedizinerin an der FU Berlin, die selbst seit fast 20 Jahren Katzen hält. Verlassen Sie sich nicht darauf, wenn Sie zum Beispiel erst vor einem halben Jahr eine Blutuntersuchung haben machen lassen.

Katzenkrankheiten können sich - wie bei vielen Haustieren - ganz schnell entwickeln. Zum Glück sind die meisten Ursachen gut behandelbar. „Allerdings gibt es nicht die eine sichere Diagnose, wenn die Katze den Futternapf links liegen lässt", so die Veterinärin. Daher ist auch die wichtigste Regel, wenn Sie nicht sehr schnell eine Ursache für die Nahrungsverweigerung finden: ab zum Tierarzt.

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Ihr finanzieller Schutz im Falle einer Krankheit.

Welche Gründe gibt es für Nahrungsverweigerung?

Die meisten Besitzer können ein Lied davon singen: Katzen sind Gewohnheitstiere. Sehr häufig tritt Nahrungsverweigerung daher auf, wenn sich spontan etwas im Alltag verändert:
  • Umstellung auf neues Futter
  • Trauer
  • Umzugsstress
  • Neuer Futternapf
  • Ungewohnte Gesellschaft
  • Verwöhntheit
  • Sonstige Gründe
Umstellung auf neues Futter

Die eine Katze mag nur Trockenfutter und auch das nur von einer Sorte, die andere liebt Rind und Fisch, verschmäht aber Huhn. Stellt man die Ernährung unbedacht um (etwa, weil die erste Wahl der Katzennahrung im Supermarkt ausverkauft war), kann das dazu führen, dass die Katze rebelliert. „Es gibt da richtige Freaks“, sagt Tierärztin Ciesinski. „Unser Kater etwa frisst keinen rohen Fisch, sondern nur Dosen-Thunfisch. Und eine Katze hat früher nur die Geleestücke rausgepuhlt und das Fleisch liegen lassen.“ Manche schmecken sogar Rezepturveränderungen heraus, die wir Menschen gar nicht wahrnehmen. „Sie sind da viel starrköpfiger als etwa Hunde“, sagt die Medizinerin. „Der Spruch, Hunde haben Herrchen, Katzen Dosenöffner’ kommt nicht von ungefähr.“

Haben Sie den Verdacht, dass der Hungerstreik am Futter liegt, sollten Sie die Umstellung nicht mit allen Mitteln durchsetzen. Zumindest einmal am Tag sollte das Tier etwas essen – notfalls die bisherige Sorte Katzenfutter. Wenn Sie es auf diese Art auf Diät setzen und Leckerli vermeiden, gelingt die Umstellung in der Regel ganz gut.

Trauer

Dies kann Trauer um einen Artgenossen oder um eine wichtige Bezugsperson sein. Ganz wichtig sind jetzt vertraute Abläufe und Rituale – sei es die abendliche Streicheleinheit beim „Tatort“ oder die morgendliche Ansprache nach dem Aufstehen – gerne verbunden mit ein paar Leckerli, damit die Katze Spaß am Essen behält.

Umzugsstress

Auch dies kann eine Form der Trauer sein – und zwar über den Verlust einer gewohnten Umgebung. „Manche Katzen stecken eine Luftveränderung einfach weg“, weiß die Tiermedizinerin, „manche haben drei bis vier Monate lang Probleme, ziehen sich komplett zurück.“ Im Extremfall kann „Umzug“ sogar bedeuten, dass man nur den Napf woandershin gestellt hat: Katzen lieben Ruhe und Gewohnheit, auch am Futterplatz.

Neuer Futternapf

Der alte Napf war nicht mehr schön anzusehen? Vorsicht, wenn Sie ihn auswechseln! „Ich hatte schon Katzen hier in der Praxis, die haben nicht mehr gefressen, nur weil ihnen die Farbe des neuen Napfes nicht gepasst hat“, sagt der Münchner Tierarzt Gerhard Schwarz. Bevor Sie ein Gefäß endgültig entsorgen, warten Sie, ob die Katze den Ersatz auch annimmt.
Einzelne Katzen achten übrigens auch auf die Zweckmäßigkeit ihres Napfes. Ist er nicht ausreichend groß und rutschfest, ignorieren sie ihn – und das Futter.

Ungewohnte Gesellschaft

Dies kann der Fall sein, wenn ein neuer Artgenosse einzieht. Ciesinski hat sogar schon Fälle erlebt, in denen sich das alte Tier daraufhin so sehr zurückzog, dass die einzige Lösung war, das neue Kätzchen wieder wegzugeben.

Verwöhntheit

Manchmal sind auch Besitzer selbst schuld: wenn sie ihre Katze zu sehr verwöhnt haben und sie nun, da einmal nur noch Trockenfutter auf den Tisch – beziehungsweise in den Napf kommt – nicht mehr isst, weil sie das Futter langweilt. Dann sollten Sie zunächst nur sehr kleine Portionen füttern, damit sie wieder echten Hunger entwickelt, die Umstellung aber (siehe oben) bloß nicht zwanghaft durchzusetzen versuchen.

Sonstige Gründe

Neue Gerüche können Katzen verstören – sogar ungewohnte Putzmittel. Zitrone etwa riecht für sie nicht etwa besonders erfrischend, sondern unangenehm scharf. Zeitweise können auch andere Dinge wichtiger sein als das Essen – etwa das Thema Fortpflanzung, wenn Katzen rollig sind. Möglicherweise ist Ihre Katze auch einfach gerade satt, weil sie draußen unterwegs war, erfolgreich gejagt und der Nachbarn ihr etwas zugesteckt hat...

Welche Krankheiten führen zur Appetitlosigkeit?

  • Infektionen im Mund
  • Entzündungen im Mund
  • Vergiftungen bei Katzen
Infektionen im Mund
Allianz - Icon Symboldbild für Infektionen, die durch Viren und Bakterien verursacht werden

Ähnlich häufig wie Zahnleiden sind Infektionen. „Am häufigsten – und zum Glück auch recht harmlos – klassische Erkältungen, wie wir Menschen sie auch haben“, berichtet der Tierarzt. „Dann tut dem Kätzchen der Hals weh und es will daher nichts mehr fressen.“ Oder seine Nase ist so sehr verstopft, dass es das Essen nicht mehr riecht und daher die Lust daran verliert.

Entzündungen im Mund
Allianz - Blaue Zahnbürste mit Zahncreme: Regelmäßiges Zähneputzen für Katzen

Ihre Katze frisst nicht mehr? Häufig sind zum Beispiel Entzündungen im Maul die Ursache. Katzen haben eine recht schlechte Mundflora und leiden häufig unter Zahnstein. Wer Vertrauen zu seinem Tier hat, sollte ihm also genau ins Mäulchen schauen, um zu sehen, ob das Zahnfleisch entzündet ist oder blutet.

Auch ungewohnter Mundgeruch ist ein sicheres Indiz. „Püriertes Essen kann hier vorübergehend Abhilfe schaffen. Und manche Besitzer kriegen es auch hin, mit dem Fingernagel Zahnstein wegzukratzen“, sagt Schwarz. Für wirkliche Zahngesundheit allerdings müsse man die Zähne professionell beim Tierarzt reinigen.

Vergiftungen bei Katzen
Allianz - Ico totenkopf als Symbol für Vergiftungen

Gefährlich sind auch Vergiftungen: Domestizierte Tiere sind selten noch instinktiv in der Lage, Giftpflanzen zu erkennen. Das gleiche gilt für manche Lebensmittel wie Weintrauben oder Schnittlauch, die uns schmecken, aber für Katzen tödlich sein können. Auch Ratten oder Mäuse, die an Giftködern verendet sind, sind eine Gefahrenquelle.

Meine übergewichtige Katze frisst nicht – muss ich mich sorgen?

Allianz - Übergewichtige Katze schläft auf dem Rücken

Man mag das Gegenteil vermuten, aber: „Wenn man eine Katze hat, die sechs Kilo oder mehr wiegt, ist jede Futterverweigerung sogar deutlich dramatischer einzustufen“, sagt Schwarz. Gerade dicke Katzen erleiden sehr schnell eine Leberverfettung, wenn sie nichts fressen. „Wenn einem der Leberstoffwechsel einmal entgleist, hat man ganz schlechte Karten, das wieder in den Griff zu bekommen“, warnt er und rät, fressfaule Pummelchen spätestens am zweiten Tag zum Tierarzt zu bringen.

Was gilt bei alten Katzen, die nicht mehr fressen?

Nahrungsverweigerung kommt gerade bei älteren Tieren häufiger vor. Einerseits haben sie – wie alte Menschen – durch schlechtere Zähne oft Probleme mit dem Essen. Andererseits treten häufiger organische Leiden auf: „Niereninsuffizienzen etwa sind ab einem Alter von acht Jahren ein ganz heißes Thema“, sagt Schwarz. Ein Indiz hierfür sei häufiges Erbrechen.

Auch eine Schilddrüsen-Überfunktion ist ein typisches Altersleiden bei Katzen. Dadurch magern sie ab, obwohl sie genug fressen. Hier braucht es einen Bluttest, und das Tier muss medikamentös eingestellt werden. Seien Sie bei Katzen-Senioren lieber übervorsichtig, rät Ciesinski: „Bei einer alten Katze, die ein Grundleiden hat und 24 Stunden nichts frisst, kann es sein, dass man es nie wieder hinkriegt.“

Gerade für gebrechliche Tiere, die an Appetitlosigkeit leiden, kann so genanntes Rekonvaleszenzfutter mit besonders hoher Nährstoffdichte sinnvoll sein. Mehrere der großen Futterhersteller bieten entsprechende Sorten an.

Meine Katze frisst nicht: Was kann ich tun? Was darf ich nicht tun?

Drei Do’s...

  • Die Ursache finden. Das ist das mit Abstand wichtigste: Was hat sich in den vergangenen Tagen verändert? Unsere obenstehende Liste hilft.
  • Zwangsfüttern. Es klingt absurd, aber manche Katze stellt das Fressen ein, wenn sie eine Weile nichts gefressen hat. „Dann liegt ihre Verdauung brach, und sie entwickelt keinen Appetit mehr“, erklärt Schwarz. In solchen Fällen könne es helfen, sie zum Fressen zu nötigen. Sobald Magen und Darm wieder in Schwung kommen, kann es gut sein, dass der Hunger zurückkehrt.
  • Gut würzen: Ältere oder angeschlagene Katzen können oft nicht mehr gut schmecken oder riechen. Hier dürfen Sie die Katzennahrung vorübergehend gerne etwas kräftiger salzen oder ein wenig Instantbrühe übers Futter geben.

Und zwei Dont’s:

  1. Zu viel füttern: Wenn Sie Ihr Tier zum Fressen bewegen konnten, warten Sie mindestens zwei Stunden mit der nächsten Ration. Zu viel Futter auf einmal führt leicht dazu, dass sich die Katze übergibt.
  2. Selbst Tierarzt spielen: Bringen Sie die Katze bei Fressunlust lieber zu früh als zu spät zum Tierarzt – notfalls auch am Wochenende zum Notdienst.

Für viele Katzenbesitzer ist es sehr schlimm mit anzusehen, wenn die geliebte Mieze plötzlich das Fressen verweigert. Der erste Gedanke ist oft: „Hilfe! Meine Katze frisst nichts mehr, hat sie etwas Ernstes?“ Wir hoffen, Ihnen mit unseren Tipps die erste Angst nehmen zu können – denn häufig ist der Grund harmlos. Trotzdem sollten Sie, wenn Ihre Katze plötzlich nicht mehr frisst, lieber zu früh als zu spät zum Tierarzt gehen.

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