Kastration beim Hund
Unterschiede zwischen Sterilisation und Kastration beim Hund
Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass eine Sterilisation nur bei Hündinnen und eine Kastration ausschließlich bei Rüden vorgenommen wird. Die Begriffe sind geschlechtsunabhängig und hängen lediglich mit dem jeweiligen Umfang des Eingriffs zusammen.
Grundsätzlich gilt: Es ist gesundheitlich nicht notwendig, einen gesunden Hund zu sterilisieren oder zu kastrieren. Wenn es keine Probleme gibt, kann auf den Eingriff ohne Weiteres verzichtet werden. Das unterstreicht auch § 6 des Tierschutzgesetzes. Ein unbegründeter Wunsch von Hundebesitzerinnen oder Hundebesitzern auf Sterilisation seines Hundes genügt nicht. Es bedarf medizinischer Gründe, um diesen zu rechtfertigen. Davon gibt es bei einer Kastration eine ganze Reihe, nicht aber bei einer Sterilisation.
Kastration beim Hund
Sterilisation beim Hund
Der richtige Zeitpunkt für Kastration oder Sterilisation bei Hunden
Je nach Größe kommen Hunde zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Pubertät. Bei kleinen Hunden kann sie bereits mit sieben Monaten beginnen, bei großen zum Teil erst mit 14 Monaten. Damit verbunden ist die Geschlechtsreife, also Zeugungsfähigkeit, welche sich bei Rüden mit dem Heranwachsen der Hoden und dem typischen Beinheben beim Pinkeln bemerkbar macht. Bei der Hündin zeigt sich die Geschlechtsreife mit der ersten Läufigkeit, die durch blutigen Ausfluss erkennbar ist.
Die Pubertät geht häufig mit starken hormonellen Schwankungen einher. Üblicherweise treten zu diesem Zeitpunkt Verhaltensänderungen auf, insbesondere beim Aufeinandertreffen mit anderen Hunden. Aufdringliches, aggressives, schreckhaftes oder auch nervöses Verhalten sind dabei keine Seltenheit. Manche Hundebesitzer:innen verzweifeln daraufhin und ziehen eine Kastration oder Sterilisation als Lösung ihrer Probleme in Betracht. Dennoch sollten diese Eingriffe genau abgewogen werden, da oft auch mangelnde Erziehung die eigentliche Ursache der Verhaltensauffälligkeiten sein kann. Sowohl eine Kastration als auch eine Sterilisation sollten daher wohlüberlegt und gut begründet sein.
Kosten der Kastration oder Sterilisation beim Hund und Versicherungsschutz
Durchschnittliche Kosten für Kastration und Sterilisation bei Hunden
Mögliche Zusatzkosten und Nachsorge
Diese Leistungen bietet die Allianz
Eine chirurgische Kastration bzw. Sterilisation wird von uns einmalig auch dann erstattet, wenn kein Unfall, keine Fehlentwicklung oder keine Krankheit vorliegen.
Beispiel: Sie entscheiden sich, Ihren Hund noch vor Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen. Je nach Tarif erstatten wir im OP-Schutz und im Vollschutz bis zu 300 Euro (Smart Tarif), 1.000 Euro (Komfort Tarif) oder bis zu 2.500 Euro (Premium Tarif). Insgesamt gilt zudem die Jahreshöchstleistung pro Versicherungsjahr. Für die chirurgische Kastration und chirurgische Sterilisation oder einen Notkaiserschnitt besteht eine Wartezeit. Die Wartezeit beträgt drei Monate.
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Vor- und Nachteile der Kastration oder Sterilisation beim Hund
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Kastration
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Sterilisation
Ablauf der Kastration oder Sterilisation beim Hund
Bevor die Kastration oder Sterilisation eines Hundes durchgeführt wird, findet ein Vorgespräch und eine Voruntersuchung beim Tierarzt oder der Tierärztin statt. Hierbei wird Ihnen der Arzt oder die Ärztin die Vor- und Nachteile einer Sterilisation bzw. Kastration erklären. Wenn einer der Eingriffe aus medizinischer Sicht empfohlen ist, wird ein Operationstermin festgelegt. Zu diesem muss der Hund unbedingt nüchtern erscheinen, da der Eingriff unter Vollnarkose stattfindet. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens zwölf Stunden davor eingenommen worden sein. Außerdem sollte Ihr Hund einige Stunden davor nichts mehr trinken. Geben Sie Ihrem Vierbeiner die Gelegenheit, sich nochmals zu lösen und nehmen Sie sich am besten an diesem und am nächsten Tag frei, um für Ihren Hund da zu sein.
Kurz vor dem Eingriff wird der Hund noch einmal durchgecheckt und auf seine Narkosefähigkeit überprüft. Anschließend wird ein Venenzugang gelegt und er erhält einen Tubus, um ihn an die Sauerstoffzufuhr und das Narkosegerät anzuschließen. Dann entfernt der Tierarzt oder die Tierärztin die Haare an der Operationsstelle, desinfiziert diese und deckt den Bereich steril ab.
Kastration der Hündin
Die Bauchwand der Hündin wird im Bereich der Nabelgegend mit einem Schnitt geöffnet. Üblicherweise werden lediglich die Eierstöcke entfernt. Liegt eine Erkrankung der Gebärmutter vor, wird diese unter Umständen ebenfalls herausgenommen. Anschließend werden die verschiedenen Schichten der Bauchdecke vernäht. Die Narkose wird beendet, die Hündin bleibt aber bis zum Aufwachen noch unter Kontrolle.
Kastration des Rüden
Der Tierarzt oder die Tierärztin öffnet durch einen Schnitt den Hodensack und legt die Hoden frei. Die Samenstränge werden abgebunden und die Hoden durch die Öffnung entfernt. Anschließend kann die Wunde wieder vernäht werden. Die Prozedur ist deutlich weniger aufwändig als bei einer Hündin und üblicherweise in einer halben Stunde erledigt.
Sterilisation der Hündin und des Rüden
Bei einer Sterilisation werden lediglich die Keimdrüsen abgebunden. Das bedeutet, beim Rüden werden die Samenleiter durchtrennt, bei Hündinnen werden aufgrund des Folgerisikos einer Gebärmutterenzündung oder Gebärmuttervereiterung grundsätzlich keine Sterilisationen mehr durchgeführt. Die Dauer einer Sterilisation beträgt zwischen 20 und 60 Minuten. Nach dem Eingriff vernäht der Tierarzt oder die Tierärztin die Wunde und beendet die Narkose. Der Hund verbleibt aber noch für ein, zwei Stunden unter tierärztlicher Kontrolle.
Kastration
Nachdem der Hund aus der Narkose aufgewacht ist, verbleibt er vorsichtshalber noch eine Weile in der Tierarztpraxis, bevor er nach Hause darf. Sie werden anschließend mit Medikamenten versorgt und die Tierärztin oder der Tierarzt teilt Ihnen mit, wann Nachuntersuchungen notwendig sind und wann er Ihrem Hund die Fäden zieht. Zumeist geschieht dies nach etwa zehn Tagen. Um bis dahin die Wundheilung nicht zu gefährden, empfiehlt sich eine Halskrause oder ein Bauchverband bzw. ein spezieller Bauchanzug. Längere Spaziergänge, Herumtoben oder Sprünge ins Auto sind für Ihren Hund in dieser Zeit nicht ratsam.
Sterilisation
Die Schmerzen nach einer Sterilisation sind deutlich geringer als nach einer Kastration. Dennoch werden auch hier meist für den Zeitraum von zwei bis drei Tagen Schmerzmittel verabreicht. Vermeiden Sie in der ersten Woche nach der OP längere Spaziergänge oder wildes Herumtoben Ihres Vierbeiners. Aufgrund der kleinen Wunde kommen in der Regel Fäden zum Einsatz, die nicht gezogen werden müssen, sondern in der Haut verbleiben können.
Wann sollte ein Hund kastriert oder sterilisiert werden?
Den perfekten Zeitpunkt für eine Kastration oder Sterilisation gibt es nicht, denn zu jeder Zeit existieren Vorteile und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Allerdings sollte bei der Kastration die Geschlechtsreife des Hundes oder der Hündin abgewartet werden, da eine zu frühe Kastration physische und psychische Auswirkungen haben kann. Eine Sterilisation hingegen beeinflusst den Hormonhaushalt nicht. Beim Rüden kann der Tierarzt oder die Tierärztin eine Sterilisation bereits zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat durchführen. Hündinnen sollten nach der ersten Läufigkeit kastriert werden. Am besten lassen Sie sich hierzu von Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin beraten.
Risiken und Nebenwirkungen der Kastration und Sterilisation
Komplikationen während des Eingriffes
Veränderung im Verhalten
Gewichtszunahme und Stoffwechselveränderungen
Langfristige gesundheitliche Risiken
Zwar kann eine frühzeitige Kastration Schutz vor bestimmten Erkrankungen wie Brustkrebs, Gebärmuttervereiterung, Eierstock- und Gesäugetumore und Hodenkrebs bieten, allerdings begünstigt sie auch viele andere Krankheiten:
- höheres Risiko für Herz-, Knochen und Milztumore
- negative Auswirkungen auf die Fellentwicklung und den Knochenaufbau
- Harninkontinenz, besonders bei Hündinnen größerer Rassen
- höheres Risiko für Ohrenentzündungen und Schilddrüsen-Unterfunktion.
Medizinisch notwendige Kastrationen
Es gibt auch eine Reihe medizinischer Gründe, die für eine Kastration sprechen. Gelegentlich muss dann die Kastration der Gesundheit des Tieres zuliebe vorgenommen werden. Dazu zählen unter anderem folgende Krankheitsbilder:
- Tumor: Tumore an Hoden, Eierstöcken oder Gebärmutter lassen sich gut durch eine Kastration behandeln.
- Gebärmuttervereiterung: Medikamente sind oftmals nicht ausreichend, daher empfiehlt sich bei einer Gebärmuttervereiterung häufig eine Kastration.
- Hodenhochstand: Wenn einer oder beide Hoden im Körper verbleiben, sinkt durch eine Kastration die Tumorgefahr.
- Prostataerkrankung: Bei älteren Rüden kann es zu einer Prostataerkrankung kommen. Eine Kastration führt zu einer Verkleinerung des Organs und erleichtert dadurch den Urin- und Kotabsatz.
- Scheidenvorfall: Wenn aufgrund eines Hormonschubs das Scheidengewebe stark anschwillt, kann dies sehr schmerzhaft sein. Eine Kastration kann das Problem dauerhaft beheben.
Chemische Kastration: Eine Alternative zur Sterilisation oder Kastration beim Hund
Eine operative Kastration wird vor allem bei Rüden oft mit dem Hintergedanken durchgeführt, dadurch auch unerwünschte Verhaltensweisen abzustellen. Das ist jedoch keinesfalls sicher. Wenn Sie die Auswirkungen einer Kastration vorab testen möchten, können Sie dem Hund zunächst erst einen Hormonchip einsetzen lassen. Damit ist das Tier für sechs bis zwölf Monate chemisch kastriert. Diese Hormonbehandlung ist nicht endgültig und ist damit ein guter Test, ob und welche Verhaltensänderungen tatsächlich auftreten.
Hinweis: Wir erstatten keine Kosten für eine chemische bzw. medikamentöse Kastration oder Sterilisation. Darunter fällt auch das Setzen von Hormonimplantaten bzw. eine Hormoninjektion.