Das Mietkautionskonto ist ein spezielles Konto oder Spar­buch, auf das Ver­mieter oder Mieter die Miet­kaution über­weisen oder bar ein­zahlen. Das ein­ge­zahlte Geld wird in einem für die Höhe der Geld­anlage üblichen Zins­satz verzinst. Nach Aus­zug aus der Wohnung wird das Geld – sofern keine Schäden ent­standen sind – an den Mieter zurück­gezahlt.

Ein Mietkautionskonto ist ein Konto, auf das Mieter bzw. Vermieter die Miet­kaution hinter­legen und dient dazu, das Geld vor einem unberechtigten Zugriff zu bewahren. Wenn der Vermieter vom Mieter beim Bezug der Wohnung eine Kaution einfordert, darf diese laut § 551 im BGB nicht einfach das Girokonto des Vermieters überwiesen werden, sondern es muss – getrennt vom privaten Vermögen – auf ein Kautions­konto einge­zahlt werden. Das Geld soll den Vermieter absichern, falls bei Auszug des Mieters noch Miet­schäden zu begleichen sind. Unter Miet­schäden fallen z. B. vom Mieter verursachte Schäden in der Wohnung, nicht gezahlte Mieten oder noch zu erwartende Nach­zahlungen bei der Betriebs­kosten­abrechnung. Die Kautions­forderung darf den Betrag von drei Netto­kaltmieten nicht übersteigen.

Info: Anstatt von Mietkautions­konto, spricht man auch synonym von "Miet­kautions­sparbuch" oder "Kautions­sparbuch".

Banken unterscheiden in der Regel, ob das Kautions­konto vom Ver­mieter oder vom Mieter er­öffnet wird:

  • Vermieter: Wenn Sie als Ver­mieter das Kautions­konto eröffnen, sprechen Banken von einem Treu­hand­konto. Anders als bei einem Eigen­konto liegt auf dem Treu­hand­konto fremdes Kapital. Das bedeutet: Als Ver­mieter sind nicht Sie Eigen­tümer des Ver­mögens auf dem Konto, sondern Ihr Mieter. Sie ver­walten das Konto nur.
  • Mieter: Auch als Mieter können Sie ein Kautions­konto er­öffnen und die Kaution darauf ein­zahlen, wenn der Ver­mieter damit einver­standen ist. Anschließend ver­pfänden Sie das Konto an den Ver­mieter. Als Mieter können Sie auch einen Frei­stellung­sauftrag für die Zins­ein­nahmen erteilen. Dann müssen Sie keine Steuern auf die Zins­erträge zahlen. Das ist nicht möglich, wenn der Ver­mieter das Konto eröffnet.

Unabhängig davon, wer das Geld anlegt: Die Kaution muss getrennt vom privaten Ver­mögen der mietenden oder der ver­mietenden Per­son angelegt werden. Solange das Miet­verhältnis besteht, dürfen weder Ver­mieter noch Mieter auf das Kautions­geld zugreifen.

Ein Miet­kautions­konto hat für beide Miet­parteien sowohl Vor­teile als auch Nach­teile. Es bietet Sicher­heit, aber keine Flexi­bilität. Ob ein Kautions­konto für Mieter oder Ver­mieter sinn­voll ist, hängt davon ab, welcher dieser beiden Faktoren ihnen wichtiger ist.

Die Vorteile eines Miet­kautions­kontos sind:

  • Der Kautionsbetrag wird verzinslich angelegt. Beim Aus­zug wird der Betrag mit den Zinsen dem Mieter aus­gezahlt – sofern keine Schäden vorliegen.
  • Der Vermieter hat die Sicher­heit, dass im Falle von Miet­schäden die an­fallenden Kosten bis zur Höhe der Kautions­zahlung abgedeckt sind.
  • Nach Auszug kann der Mieter den Kautions­betrag – sofern er voll­ständig zurück­gezahlt wird – für die Miet­kaution der neuen Wohnung nutzen. Das heißt: Er muss die Investition nur einmal leisten.

Die Nachteile eines Mietkautions­kontos sind:

  • Für den Mieter entsteht eine finanzielle Belastung. Das Geld, das er für die Kaution gezahlt hat, ist im Kautions­konto gebunden und fehlt ihm.
  • Nach Kündigung des Miet­verhältnisses hat der Ver­mieter bis zu sechs, teil­weise sogar bis zu zwölf Monate Zeit, die hinter­legte Summe zurück­zuzahlen.
  • Banken erheben bei Eröffnung des Miet­kautions­kontos eine Gebühr zwischen 15 und 50 Euro. Die Gebühr trägt der Konto­inhaber.
Wie ein Mietkautionskonto funktioniert, hängt von den Bedingungen der Bank ab, die das Kautions­konto anbietet. Häufig bieten Haus­banken, also die Bank, bei der ein Bank­kunde den größten Teil seiner finanziellen Trans­aktionen durchführt, besondere Konditionen für ihre Stamm­kunden an.
Zur Eröffnung eines Miet­kautions­kontos benötigt die Bank (bei beiden Miet­parteien) Ihr Ausweis­dokument (z. B. einen gültigen Personal­ausweis), Ihre Steuer­identi­fikationsnummer – kurz Steuer-ID – und gegeben­enfalls den Miet­vertrag. Die Doku­mente braucht das Institut un­ab­hängig davon, ob Sie als Ver­mieter oder Mieter das Miet­kautions­konto eröffnen.
Die Kosten für ein Miet­kautions­konto variieren je nach Anbieter. Bei Eröffnung des Kontos verlangen Banken in der Regel eine Gebühr zwischen 15 und 50 Euro. Die Kosten trägt der Konto­inhaber. Manche Banken bieten auch ein kosten­loses Konto für Miet­kaution an.
  • Mietkautionsbürgschaft

    Eine Miet­kautions­bürgschaft ist eine rechts­verbind­liche Verein­barung zwischen Mieter, Ver­mieter und einem Bürgen. Der Bürge steht anstelle einer Mietkaution als Sicherheit für den Vermieter bei Schadens­ersatz­ansprüchen finanziell ein, maximal für Kosten bis zur gesetzlich fest­gelegten Höhe von drei Netto­monats­kalt­mieten.
  • Mietkautionsversicherung

    Eine Miet­kautions­versicherung ist eine Form der Miet­kautions­bürgschaft. Anders als bei der Miet­kautions­bürgschaft ist der Bürge hier nicht die Bank, sondern eine Ver­si­che­rung. Der Mieter schließt in diesem Fall eine Ver­si­che­rung ab und muss daher keine Kau­tions­sum­me hinterlegen.  Statt­dessen zahlt er einen monatlichen oder jährlichen Versicherungs­beitrag, dessen Höhe von der ursprünglichen Miet­kautions­forderung abhängt. Je nach Versicherungs­anbieter starten die Beiträge ab ca. 25 Euro pro Jahr. Der Ver­mieter erhält als Sicher­heits­nachweis von der Ver­si­che­rung eine Bürg­schafts­urkunde. Bei einer Bürg­schafts­urkunde der Allianz erhalten Sie Ihren Nach­weis bereits 24 Stunden nach Versicherungs­abschluss.
  • Mietkautionsdepot

    Ein Miet­kautions­depot ermöglicht es dem Mieter, seine Miet­kaution beispiels­weise in Form von Invest­ment­fonds oder ETFs zu hinter­legen. Bei Invest­ment­fonds sammelt eine Invest­ment­gesell­schaft Geld von Anlegern und legt sie z. B. in Anleihen, Aktien, Roh­stoffen oder Immo­bilien an. Weil in viele Werte gleich­zeitig investiert wird, ver­teilt sich das Risiko für Anleger. Dieses Wert­papier­depot können Sie an Ihren Ver­mieter als Miet­sicher­heit ver­pfänden. Aber: Bei dieser Form der Kapital­anlage besteht das Risiko, Ver­luste einzu­fahren.

Möchten Sie als Mieter bei Be­endigung des Miet­ver­hält­nisses Ihr Kautions­konto auf­lösen, müssen Sie das bei Ihrer Bank bean­tragen. Dazu benötigt die Bank Ihren Personal­aus­weis und eine Konto­freigabe des Ver­mieters, da das Konto bei Er­öffnung an den Ver­mieter ver­pfändet wurde. Erhebt der Ver­mieter jedoch An­sprüche, z. B. weil es Schäden in der Wohnung oder noch offene Miet­zahlungen gibt, kann er die Kaution oder einen Teil davon zurück­halten, bis die Schäden be­glichen sind. Ohne Frei­gabe des Ver­mieters zahlt die Bank das Kautions­geld inklusive Zinsen nicht aus.

Alternativ kann auch der Vermieter das Kautions­konto auflösen. Wenn er berechtigte Ansprüche aus dem Miet­verhältnis hat. Der Vermieter muss dann dem Mieter eine Abrechnung zustellen, in der er auf­schlüsselt, aus welchem Grund er welchen Betrag ein­behält. Im Streit­fall entscheidet ein Gericht, wem welcher Anteil der Kaution zusteht.

In der Regel gibt es eine Kündigungs­frist von drei Monaten. Häufig ent­spricht das der Kündigungs­frist einer Miet­wohnung. Einzelne Banken können von dieser Frist auch abweichen und eine andere Kündigungs­frist fest­legen.

Wenn der Mieter oder Vermieter das Kautions­geld auf einem Miet­kautions­konto an­legen, gibt es in der Regel Zinsen für das ein­ge­zahlte Geld. Der genaue Zins­satz ist ab­hängig vom jewei­ligen Kredit­institut, bei der das Konto er­öffnet wurde.

Die Miet­kautions-Zinsen gehören dem Mieter. Nach Be­endigung des Miet­ver­hält­nisses zahlt die Bank die Kaution – sofern der Ver­mieter keine Forderungen erhebt – zusammen mit den Zinsen an den Mieter aus.

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