Jeder Zehnte sieht Scheidung als Gefahr fürs eigene Einkommen im Ruhestand

Allianz Vorsorge Index 2026 –
Thema Scheidung und Ruhestand
14. Mai 2026 – Pressemitteilung – Allianz Lebensversicherungs-AG
Allianz Pressemitteilung stabile Gesamtverzinsung: Allianz Unternehmensgebäude
 Nur 20 Prozent der Geschiedenen sagen, sie wussten Bescheid über Vermögensaufteilung und eigene Ansprüche // Jeder vierte Deutsche in einer Beziehung wüsste nicht, was eine Trennung finanziell bedeutet // Geschiedene sagen: Scheidung hat Vermögen deutlich reduziert

Was Scheidung und Trennung für die eigene Altersabsicherung bedeuten, wird vielen Deutschen oft erst nach der Trennung wirklich bewusst. Paare sind im Durchschnitt sehr viel optimistischer im Hinblick auf die gemeinsamen Finanzen als es Geschiedene im Rückblick sind. Und selbst unter dieser Voraussetzung sieht jeder zehnte Deutsche Scheidung oder Trennung als Gefahr für das eigene Ruhestandseinkommen. Das zeigt der Allianz Vorsorge Index 2026, eine Studie der Allianz Lebensversicherung. Scheidung wirkt sich laut der Studie sowohl auf das verfügbare Einkommen im Alltag als auch auf den Lebensstandard im Alter aus. 

Wie sehr die langfristigen finanziellen Folgen eines Ehe-Endes unterschätzt werden, zeigt sich daran, um wieviel kritischer Geschiedene auf die gemeinsamen Finanzen blicken als Paare es tun. Während 42 Prozent der Paare glauben, über Ansprüche und Vermögensaufteilung informiert zu sein, bestätigen dies unter Geschiedenen im Rückblick nur 20 Prozent. Für den Allianz Vorsorge Index wurden 1000 Deutsche im Alter zwischen 25 und 65 Jahren zu ihrem Vorsorgeverhalten, ihren finanziellen Zielen und Sorgen befragt.

Paare unterschätzen finanzielle Folgen einer Trennung

Die Studie zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Erfahrung. Während nur ein Viertel der Menschen in einer Beziehung angibt nicht zu wissen, welche finanziellen Folgen eine Trennung hätte, sind Geschiedene im Rückblick deutlich kritischer. 33 Prozent sagen im Nachhinein, sie konnten die finanziellen Auswirkungen der Scheidung nicht abschätzen.  

Insbesondere Frauen blicken nach einer Trennung deutlich kritischer auf ihr Wissen um die gemeinsamen Finanzen. Während 39 Prozent der Menschen in einer Beziehung sagen “Wir wissen beide über unsere finanziellen Vorsorgen und unsere Finanzanlagen Bescheid”, bestätigen das rückblickend nur 18 Prozent der geschiedenen Frauen, aber 38 Prozent der geschiedenen Männer.  
 
Scheidung belastet Einkommen, Vermögen und Sparfähigkeit

66 Prozent der Geschiedenen sagen, sie haben nach der Scheidung weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, 64 Prozent berichten von höheren laufenden Ausgaben und 40 Prozent von mehr finanziellen Verpflichtungen etwa durch Unterhaltszahlungen. Wirklich gestresst aufgrund ihrer finanziellen Situation sind 48 Prozent der Geschiedenen. 47 Prozent gaben an, dass die Vermögensaufteilung ihre Rücklagen reduziert oder sogar deutlich reduziert hat.

Ganz oft wirkt sich eine Scheidung auf die Sparfähigkeit fürs Alter aus. 50 Prozent der Geschiedenen sagen, dass sie weniger oder gar nichts mehr für ihre Altersvorsorge sparen können. Mit 29 Prozent ist der Anteil derer, die kein Geld fürs Alter zurücklegen können, deutlich höher als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, wo 18 Prozent dieser Aussage zustimmen.

Die Studie zeigt auch Unterschiede in der finanziellen Perspektive: Geschiedene blicken deutlich pessimistischer auf ihre Altersvorsorge. 30 Prozent sorgen sich um ihre fehlenden Ersparnisse (gegenüber 21 Prozent in der Gesamtbevölkerung).

Rolle von Versicherern bei Trennung und Scheidung

Im Falle einer Scheidung spielen Versicherer eine wichtige Rolle: Sie setzen die Beschlüsse der Familiengerichte, etwa zum Versorgungsausgleich, um. Der Versorgungsausgleich soll alle Rentenansprüche, die während der Ehe entstanden sind, fair zwischen den beiden Ehepartnern aufteilen. Dabei wird jeder einzelne Rentenanspruch (bei jeder einzelnen Versorgungseinrichtung) für sich betrachtet, geteilt und jedem Ehepartner oder Ehepartnerin zur Hälfte gutgeschrieben.  

Lebensversicherer übernehmen keine Rechtsberatung. Sie dürfen auch nicht eigenmächtig vom Beschluss eines Gerichts abweichen, selbst wenn dieser wirtschaftlich oder technisch ungünstig erscheint. Sie sind ein zentraler Akteur bei der Umsetzung der Beschlüsse der Familiengerichte – ohne eigene Entscheidungsbefugnis, aber mit hoher Verantwortung für die korrekte Abwicklung.

Stuttgart, 15. Mai 2026

Q&A zu Jeder Zehnte sieht Scheidung als Gefahr fürs eigene Einkommen im Ruhestand

1. Was ist der Allianz Vorsorge Index?  

Der Allianz Vorsorge Index ist eine repräsentative Studie, für die das Marktforschungsinstitut IPSOS im Auftrag der Allianz Leben bundesweit mehr als 1.000 Deutsche zwischen 25 und 65 Jahren zu Themen wie finanzieller Zuversicht und Vorsorgeverhalten befragt hat. Die Ergebnisse zeigen zum Beispiel, dass mit 57 Prozent die meisten Deutschen Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten haben. Jeder zehnte sorgt sich aber auch darum, wie eine Scheidung sich auf das Ruhestandseinkommen auswirken könnte.

Weitere Informationen gibt es hier: Allianz Vorsorge Index: Die finanziellen Ziele und Sorgen der Deutschen | Allianz und hier:Vorsorge Index 2026 | Allianz

2. Wie läuft der Versorgungsausgleich ab?

Nachdem der Scheidungsantrag beim Familiengericht eingegangen ist, verschickt dieses an beide Partner:innen jeweils einen Fragebogen zum Versorgungsausgleich. Darin müssen u.a. die Rentenversicherungsnummer und betriebliche oder private Verträge zur Alterssicherung angegeben werden. Das Gericht fragt dann bei den Versorgungsträgern nach der Höhe der Ansprüche, die die Partner:innen in der Ehe erworben haben. Die Mitteilungen der Versorgungsträger schickt das Gericht den Noch-Eheleuten zur Prüfung und Stellungnahme zu. Weitere Informationen finden sich hier: Versorgungsausgleich: Rente bei Scheidung | Allianz

3. Wie wird der Versorgungsausgleich durchgeführt?

Der Versorgungsausgleich soll alle Rentenansprüche, die während der Ehezeit entstanden sind, fair zwischen den beiden Ehepartnern aufteilen. Dabei wird jeder einzelne Rentenanspruch (bei jeder einzelnen Versorgungseinrichtung) für sich betrachtet, geteilt und jedem Ehepartner oder Ehepartnerin zur Hälfte gutgeschrieben. Man spricht bei diesem Vorgehen von einem einzelrechtsbezogenen Ausgleich (oder Hin- und Her-Ausgleich) nach dem Halbteilungsgrundsatz. Bei der Teilung der gesetzlichen Rente wird nicht der Geldbetrag der späteren Rente, sondern die erworbenen Entgeltpunkte (Rentenpunkte) geteilt. Weitere Informationen finden sich hier: Versorgungsausgleich: Rente bei Scheidung | Allianz

4. Wie gut wissen Paare laut dem Allianz Vorsorge Index wirklich über ihre gemeinsamen Finanzen Bescheid – und was sagen Geschiedene im Rückblick?

Der Allianz Vorsorge Index 2026 zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Erfahrung: Während 42 Prozent der Paare glauben, über Ansprüche und Vermögensaufteilung informiert zu sein, bestätigen dies unter Geschiedenen im Rückblick nur 20 Prozent. Besonders auffällig ist der Unterschied bei Frauen: Während 39 Prozent der Menschen in einer Beziehung sagen, beide Partner wüssten über finanzielle Vorsorgen und Finanzanlagen Bescheid, bestätigen das rückblickend nur 18 Prozent der geschiedenen Frauen – aber 38 Prozent der geschiedenen Männer. Ein Viertel der Menschen in einer Beziehung gibt an, nicht zu wissen, welche finanziellen Folgen eine Trennung hätte. Bei Geschiedenen sind es im Nachhinein sogar 33 Prozent, die sagen, sie konnten die finanziellen Auswirkungen nicht abschätzen.

5. Welche konkreten finanziellen Auswirkungen hat eine Scheidung laut dem Allianz Vorsorge Index auf Einkommen, Vermögen und Altersvorsorge?

Die Studie der Allianz Lebensversicherung zeigt erhebliche finanzielle Belastungen nach einer Scheidung: 66 Prozent der Geschiedenen haben weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, 64 Prozent berichten von höheren laufenden Ausgaben und 40 Prozent von mehr finanziellen Verpflichtungen, etwa durch Unterhaltszahlungen. 48 Prozent der Geschiedenen fühlen sich aufgrund ihrer finanziellen Situation gestresst. Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf die Altersvorsorge: 50 Prozent der Geschiedenen können weniger oder gar nichts mehr fürs Alter sparen. Mit 29 Prozent ist der Anteil derer, die überhaupt kein Geld fürs Alter zurücklegen können, deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung (18 Prozent). 47 Prozent gaben an, dass die Vermögensaufteilung ihre Rücklagen reduziert oder sogar deutlich reduziert hat.

 

Über die Allianz Lebensversicherungs-AG

Die Allianz Lebens­versicherungs-AG, 1922 in Berlin gegründet, ist mit über zehn Millionen Kundinnen und Kunden Markt­führer in Deutschland. Allianz Leben bietet Privat­kunden flexible Lösungen für finanzielle Sicher­heit im Alter sowie bei Berufs­unfähigkeit und Pflege­bedürftig­keit. Für Konzern- und Firmen­kunden ist das Unter­nehmen die erste Adresse in der betrieblichen Alters­versorgung. Mehr Informationen gibt es hier: Für jede Lebenslage vorgesorgt | Allianz

Kontakt
Heike Siegl

Allianz Lebensversicherung

Unternehmenskommunikation

+49 711 663 4474

heike.siegl@allianz.de