Recht haben tut gut

Kleine Versicherungskunde
3. Januar 2019 – Text: Isabel Steffens
Junge Autofahrerin und Autofahrer streiten sich nach Unfall.
Jeder Mensch kann mal in einen Konflikt geraten. Mögliche Folge: ein teurer und langwieriger Streit vor Gericht. Eine Rechtsschutzversicherung hilft, begründete Ansprüche durchzusetzen und schützt vor hohen Kosten
Wissensvermittlung: In der Rubrik "Kleine Versicherungskunde" werden regelmäßig grundlegende Versicherungsarten erklärt. Diesmal: die Rechtschutzversicherung. Foto: istockphoto/narloch-liberra
Recht haben und Recht bekommen sind oft zweierlei. Wer in einen Konflikt gerät, auf den können schnell hohe Kosten für Anwalt oder Anwältin und Gericht zukommen. Die Rechts­schutz­ver­sich­erung mindert dieses Kostenrisiko und bietet Serviceleistungen wie eine telefonische Rechtsberatung durch einen unabhängigen Anwalt oder eine Anwältin.

… Privatleute, die sich und ihre Familie für verschiedene Situationen, z. B. Vertragsstreitigkeiten nach einem Kauf, rechtlich ab­sichern wollen.

… Angestellte, die sich für mögliche Konflikte mit ihrem Arbeitgeber wappnen möchten.

… jeden und jede, der oder die Auto fährt oder mit einem anderen motorisierten Fahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt.

… Mieter:innen oder Immobilieneigentümer:innen, die sich vor Streitigkeiten mit dem Vermieter/der Vermieterin, mit Nachbarn und Nachbarinnen oder Behörden schützen wollen.

Auf dem Weg zur Arbeit gerät Tobias G. mit ­seinem Auto in einen Verkehrsunfall. Er wird schwer verletzt, der Wagen ist ein Totalschaden. Weil die Gegenseite die Schuld abstreitet, zieht Tobias G. vor Gericht, um 50.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz einzuklagen. Das Verfahren geht bis in die zweite Instanz und verursacht ­Anwalts- und Gerichtskosten in Höhe von 22.000 Euro. Diese erstattet der Rechtsschutz.
Eine Rechts­schutz­ver­sich­erung kann prinzipiell jeder abschließen, der volljährig ist. Der Antragsteller bzw. die Antragstellerin wählt die Bereiche, die er oder sie versichern will: Privat, Beruf, Verkehr, Immobilien. Zusätzlich gibt es den Vermieter- und den Straf-Rechts­schutz für nicht­selbstständige Tätigkeiten. In den meisten Fällen gilt eine Wartezeit von drei Monaten.
Die Kosten richten sich zum einen nach den Bereichen, die im Ver­sich­erungs­paket enthalten sind. Zudem spielen Selbst­be­teiligung und Laufzeit eine Rolle. Weitere Informationen und Tarifrechner finden Sie hier
Nicht jeder Streit muss vor Gericht enden. Die Allianz bietet daher im Rahmen der Rechtsschutzversicherung eine Mediation an und vermittelt unabhängige Streitschlichter:innen. Diese sprechen mit den Beteiligten und versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden.

Baurisikoausschluss: Für Bauherren und Bauherrinnen ist die Rechtsschutzversicherung nicht geeignet, da Streitfälle rund um Neubauobjekte nicht versichert sind.


Vermieter-Rechtsschutz
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Richtet sich an Vermieter:innen bei möglichem Streit mit Mietern und Mieterinnen. Der Immobilien-Rechtsschutz sichert ­dagegen Mieter:innen und Eigentümer:innen einer selbst genutzten Immobilie ab.

Schadenfreiheit: Wer schadenfrei bleibt und den Rechtsschutz nicht in Anspruch nehmen muss, profitiert von einer geringeren Selbstbeteiligung: Bei drei Jahren sinkt sie um die Hälfte, bei fünf Jahren entfällt sie ganz.

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