Eine Sterbegeldversicherung kann im Todesfall der versicherten Person dabei helfen, Bestattungskosten und weitere Aufwendungen (zum Beispiel für Grabpflege) abzudecken. Mit dem Versicherungsschutz können Hinterbliebene für den Fall Ihres Todes finanziell entlastet werden. Je nach Anbieter und Vertrag ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung abschließbar. Das heißt: Sie müssen im Antrag keine Gesundheitsfragen beantworten. Dafür ist eine Wartezeit bis zum vollständigen Leistungsumfang vorgesehen. Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit gibt es nicht.
Wenn Sie eine Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung abschließen, gibt es in der Regel keine Wartezeit. Zu den meist abgefragten Krankheiten gehören zum Beispiel Krebs, Diabetes oder schwere Infektionskrankheiten wie HIV. Die Allianz bietet eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung und mit einer Wartezeit von 12 bzw. 6 Monaten (lebenslange oder abgekürzte Beitragszahlung bzw. Einmalbeitrag) – Unfalltod ausgenommen – an.
Gibt es eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen?
Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen kurz erklärt
Inhalt
Aktualisiert am 16.12.2025
- Definition: Was bedeutet Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen?
- Wartezeit: Warum gibt es bei der Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen eine Wartezeit?
- Wann geeignet: Für wen ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung geeignet?
- Kosten: Wie viel kostet eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung?
Was bedeutet Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen?
Bei einer Sterbeversicherung ohne Gesundheitsfragen stellt der Versicherer im Antrag keine Fragen, um Ihren Gesundheitszustand zu prüfen. Deswegen ist der Abschluss einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung trotz Vorerkrankungen möglich. Bis zur vollen Leistung gibt es jedoch eine Wartezeit.
Welche Gesundheitsfragen werden im Rahmen der Sterbegeldversicherung gestellt?
Ob und welche Gesundheitsfragen Sie bei Abschluss einer Sterbegeldversicherung beantworten, ist je nach Anbieter und Vertrag unterschiedlich. Im Antrag fragen Versicherer oft nach diesen Erkrankungen und Funktionsstörungen:
- Gefäß- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck, Arteriosklerose)
- Krebs (zum Beispiel Hautkrebs, Lymphom)
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Erkrankungen innerer Organe (zum Beispiel Leber, Nieren)
- Bluterkrankungen (zum Beispiel Leukämie)
- Schwere Infektionserkrankungen (zum Beispiel HIV/AIDS)
- Schwere Störungen des Nervensystems (wie Epilepsie, Multiple Sklerose)
- Erkrankungen von Knochen, Gelenken und Bewegungsapparat (wie Rheuma, Osteoporose, Muskelschwund)
- Psychische Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen)
Wichtig: Wer eine Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung abschließt, ist verpflichtet, die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Wenn Sie eine Erkrankung verschweigen oder andere falsche Angaben machen, gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.
Wie umfangreich eine Gesundheitsprüfung ausfällt, kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein. Um den Gesundheitszustand künftiger Versicherungsnehmer:innen abzuklären, kann das Versicherungsunternehmen deren behandelnde Ärzte und Ärztinnen kontaktieren. Dafür müssen Antragsteller:innen die Mediziner:innen von ihrer Schweigepflicht entbinden. Liegen Falschangaben vor, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Stellt sich im Todesfall heraus, dass eine Vorerkrankung bei Abschluss der Absicherung bewusst verschwiegen wurde, erhalten Hinterbliebene in der Regel keine bzw. nicht die volle Versicherungsleistung.
Warum gibt es bei der Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen eine Wartezeit?
Bei einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen dient die Wartezeit dem Versicherer als Absicherung. Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit gibt es nicht. Schließen Sie eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen ab, vergehen in der Regel mehrere Monate, bis Sie Anspruch auf die vollständige Versicherungssumme haben. Die sogenannte Wartezeit soll verhindern, dass Versicherer bei Gesundheitsschäden leisten, die zum Vertragsabschluss schon eingetreten oder absehbar waren. Anbieter beugen so eigenen finanziellen Risiken vor.
Bei Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung ist meist eine Wartezeit von mindestens einem Jahr üblich. Das bedeutet: Bei Tod der versicherten Person erfolgt die Auszahlung der vollen Versicherungssumme an die Hinterbliebenen nur, wenn der Vertrag zum Todeszeitpunkt zum Beispiel 12 Monate bestanden hat. Dafür ist der Versicherungsschutz auch für Personen mit schweren Vorerkrankungen abschließbar.
Was passiert, wenn die versicherte Person während der Wartezeit verstirbt?
Das hängt von den Umständen des Todes und den Versicherungsbedingungen ab. Verstirbt die versicherte Person innerhalb der Wartezeit, sind in der Regel zwei Szenarien möglich:
Unfalltod
Verstirbt die versicherte Person innerhalb der Wartezeit infolge eines Unfalls, können Angehörige je nach Versicherer und Tarif die volle oder doppelte Versicherungsleistung erhalten.
Andere Todesursache
Einige Versicherer leisten auch, wenn der Todesfall vor Ablauf der Wartezeit eintritt. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach der Dauer des Versicherungsverhältnisses bis zum Todeszeitpunkt beziehungsweise den bis dahin eingezahlten Beiträgen.
Für wen ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung geeignet?
Eine Sterbeversicherung ohne Gesundheitsfragen eignet sich besonders für Menschen mit schweren Erkrankungen, die jedoch nicht innerhalb weniger Jahre zum Tod führen. Mit einem Vertrag ohne Gesundheitsprüfung können Vorerkrankte für den Todesfall vorsorgen und Angehörige finanziell entlasten.
Bei Abschluss einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen spielt der Gesundheitszustand der zu versichernden Person für den Versicherer keine Rolle. Deshalb eignet sich diese Form der Sterbeversicherung auch für Menschen, die schon Gesundheitsprobleme oder (langfristig) lebensbedrohliche Erkrankungen haben. Sie können in der Regel keine Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit mehr abschließen. Ob der Abschluss eines solchen Vertrags für schwer Erkrankte sinnvoll ist, hängt aufgrund der Wartezeit von dem jeweiligen Gesundheitszustand und dem zu erwartenden Krankheitsverlauf ab.
Für wen ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung nicht geeignet?
Für Personen, die Wert auf Sofortschutz legen, ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung nicht geeignet. Denn wer keine Gesundheitsfragen beantworten möchte, nimmt eine Wartezeit von mehreren Monaten in Kauf. Die Tabelle gibt einen Überblick, für wen sich eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen eignet und wer einen Versicherungsschutz mit Gesundheitsprüfung wählen sollte.
Geeignet für:
- Personen, für die eine Wartezeit kein Problem darstellt
- Vorerkrankte Personen, die aufgrund ihres Gesundheitszustands keinen anderen Versicherungsschutz erhalten würden
- Personen, die keine Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen möchten
- Wenn Sie die Sterbegeldversicherung für eine andere Person abschließen möchten
Nicht geeignet für:
- Personen, die sofortigen Versicherungsschutz wünschen
- Gesunde Personen, die eine Gesundheitsprüfung erfolgreich durchlaufen können
Wie viel kostet eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung?
Welche Kosten Sie für eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen einplanen sollten, hängt von Anbieter und Vertrag ab. Mit Kosten sind hier die Beiträge gemeint, die Sie für eine Sterbegeldversicherung an den Versicherer zahlen. Die Beitragshöhe variiert unter anderem je nach Eintrittsalter und Versicherungssumme.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Höhe der Versicherungssumme richtet sich danach, welche individuellen Vorstellungen die Versicherungsnehmer:innen von der Beisetzung haben. Im Schnitt kostet eine Bestattung mit Grabmal und Grabanlage etwa 6.000 bis 7.000 Euro (Quelle: Aeternitas, Stand: 03/2024). Je nach zum Beispiel Größe und Ausgestaltung der Trauerfeier, Art des Grabsteins und Länge der Grabpflege können auf Angehörige auch deutlich höhere Bestattungskosten zukommen (Quelle: Aeternitas, Stand: 03/2024).