Von Karin Heim, aktualisiert am 26.08.2026
Wie finde ich die passende Pflegeversicherung für meine Situation?
Die passende Pflegezusatzversicherung zu finden, ist einfacher als gedacht! Jede Lebenssituation ist anders, und genauso individuell sollte auch Ihre Absicherung sein. Hier sehen Sie, welche Versicherungen es gibt und auf welche Merkmale Sie unbedingt achten sollten. So finden Sie mit ein paar gezielten Fragen den Schutz, der wirklich zu Ihnen passt.
Wie hoch ist meine Pflegelücke?
Das hängt von mehreren Faktoren ab: Entscheidend ist zunächst der Pflegegrad, denn dieser bestimmt, welche Leistungen Sie aus der Pflegepflichtversicherung erhalten. Hinzu kommen die tatsächlichen Pflegekosten. Diese unterscheiden sich deutlich – je nachdem, ob Sie zuhause oder im Heim gepflegt werden. Die Differenz zwischen den gesetzlichen Leistungen und den anfallenden Pflegekosten ergibt Ihre individuelle Pflegelücke.
Berechnen Sie Ihre persönliche Pflegelücke
Um Ihre persönliche Pflegelücke genau zu berechnen, nutzen Sie den Allianz Pflegekostenrechner.
Prüfen Sie Ihre persönliche & finanzielle Situation
Nehmen Sie sich kurz Zeit für einen "Kassensturz" und beantworten Sie diese Fragen:
- Wie hoch sind Ihre aktuellen monatlichen Einnahmen und Ausgaben?
- Möchten Sie die Pflegezusatzversicherung monatlich bezahlen oder durch einen einmaligen Beitrag?
- Wie viel können Sie für eine Pflegezusatzversicherung mindestens investieren?
- Haben Sie eigene Rücklagen, die Sie im Pflegefall einsetzen können? Oder wollen Sie Ihr Vermögen nicht antasten?
- Wie wichtig sind Ihnen finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmtheit im Pflegefall?
- Wie wichtig ist Ihnen die Wahlfreiheit, wo Sie gepflegt werden: Ob zuhause oder im Pflegeheim?
- Haben Sie Familie, die Sie im Pflegefall finanziell entlasten wollen?
- Möchten Sie Leistungen unabhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit erhalten?
- Wie alt sind Sie? Beachten Sie, dass bestimmte Pflegezusatzversicherungen nur bis zu einem gewissen Höchstalter abgeschlossen werden können.
- Haben Sie Vorerkrankungen? Dann sollten Sie diese abklären. Bestanden in den letzten Jahren ernsthafte Erkrankungen oder liegt bereits eine Pflegebedürftigkeit vor? Dann ist der Abschluss bestimmter Pflegezusatzversicherungen nicht mehr möglich.
Diese Arten von Pflegezusatzversicherungen gibt es
Pflegetagegeldversicherung: Sie erhalten ein vereinbartes Pflegetagegeld. Das Pflegetagegeld ist meist gestaffelt je nach Pflegegrad. Das heißt, für jeden Tag der häuslichen beziehungsweise stationären Pflege gibt es einen Anteil des vereinbarten Tagessatzes. Zum Beispiel erhalten Sie bei einem Pflegegrad 2 und ambulanter Pflege 30 Prozent des versicherten Tagessatzes. Bei stationärer Pflege sind es 100 Prozent des versicherten Tagessatzes.
Pflegerente: Bei den Pflegerentenversicherungen erhalten Sie im Pflegefall eine lebenslange garantierte Rente. Wenn Sie freies Kapital besitzen, können Sie auch eine PflegeRente gegen Einmalbeitrag abschließen.
Pflege-Bahr: Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung, die schon ab Pflegegrad 1 leistet – auch bei Demenzerkrankungen. Er ist der günstige Einstieg für junge Menschen. Besonderheit: Es werden keine Gesundheitsfragen gestellt.
Auf diese Merkmale einer Pflegezusatzversicherung sollten Sie achten
- Früher Einstieg: Je eher, desto besser. Die Beiträge sind abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand.
- Passender Tagessatz: Für junge Menschen kann es sinnvoll sein, in der Pflegetagegeldversicherung einen niedrigeren Tagessatz zu wählen. Denn diesen können Sie im Laufe der Zeit bei guten Tarifen ohne Gesundheitsprüfung erhöhen.
- Wartezeiten: Pflegezusatztarife sollten möglichst keine oder kurze Wartezeiten haben.
- Leistungsbeginn: Die Tarife sollten bereits ab Pflegegrad 1 leisten, nicht erst ab Pflegegrad 2 oder 3.
- Pflegeform: Ambulante und stationäre (Heim-)Pflege sollte abgedeckt sein.
- Dynamik: Eine Leistungsanpassung an die Inflation sollte zumindest optional dabei sein.
- Beitragsbefreiung: Gute Tarife bieten bei Pflegegrad 5 eine Beitragsbefreiung an.
- Gesundheitsfragen: Diese sollten Sie immer wahrheitsgemäß beantworten, sonst riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz.