Katzenschnupfen: Symptome und Behandlung
Definition: Was ist Katzenschnupfen?
Der Begriff Katzenschnupfen bezeichnet eine Reihe schwerer und hochansteckender Erkrankungen der oberen Atemwege und Schleimhäute im Bereich des Kopfes. "Betroffen sind Nase, Maulhöhle und Augen", erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer und Kleintierpraktiker aus Lüneburg in Niedersachsen.
Der Begriff Schnupfen klingt nach einer harmlosen Erkältung, doch für Katzen kann eine Erkrankung lebensgefährlich sein und schwere Langzeitfolgen verursachen. Gehen Sie zu spät zum Arzt oder zur Ärztin, leidet Ihr Tier eventuell das ganze Leben lang unter der Infektion – sofern es überlebt. Helfen kann effektive Vorsorge: Gegen Katzenschnupfen können – und sollten – Sie Ihre Katze impfen lassen.
Wie entsteht Katzenschnupfen?
"Beim Katzenschnupfen handelt es sich um einen Komplex verschiedener Symptome, die durch Viren und Bakterien ausgelöst werden", so Dr. Tiedemann. "Das Tückische dabei ist, dass die Erreger oft parallel auftreten und sich viele gemeinsame Symptome zeigen können."
Bei den Viren sind die möglichen beteiligten Erreger das Herpesvirus und Caliciviren. Bei den Bakterien sind es Chlamydien, Bordetellen oder Mykoplasmen. Eine Infektion mit nur einem der fünf Erreger verläuft in der Regel recht harmlos. Im Zusammenspiel können sie sich jedoch zu einer tödlichen Gefahr für die Katze entwickeln. Dazu erklärt Dr. Tiedemann: "Eine genaue Diagnose der Auslöser des Katzenschnupfens ist schwierig und kann nur durch Laboruntersuchungen gesichert werden."
Kann Katzenschnupfen von allein heilen?
Ist Katzenschnupfen ansteckend?
Ja, Katzenschnupfen ist ansteckend. Infizierte Tiere übertragen die Erreger über ihren Speichel oder den Ausfluss aus Nase und Augen, gelegentlich auch über ihren Kot. Die häufigsten Übertragungswege sind:
- Direkter Kontakt zwischen kranker und gesunder Katze, beispielsweise wenn sie sich gegenseitig beschnuppern.
- Tröpfcheninfektion durch verunreinigte Gegenstände, zum Beispiel die Futterstelle.
- Über Haustierbesitzer:innen, die Kontakt mit erkrankten Katzen hatten. So können sich auch reine Wohnungskatzen infizieren, obwohl sie keinen Kontakt zu Artgenossen haben.
Übrigens tragen nicht nur erkrankte Tiere zur Verbreitung einer Katzenschnupfen-Infektion bei. Auch gesund erscheinende Katzen können Erreger des Katzenschnupfens beherbergen und ausscheiden, ohne selbst krank zu sein.
Für Menschen ist Katzenschnupfen in der Regel nicht gefährlich. In seltenen Fällen können aber bestimmte bakterielle Erreger von einer kranken Katze übertragen werden, was vor allem bei Kindern zu gesundheitlichen Komplikationen führen kann.
Für Katzenkrankheiten wie Katzenschnupfen gibt es effektiven Schutz. Mit einer Impfung senken Sie das Ansteckungsrisiko ihres Tieres und bewahren es vor einer hohen Belastung durch schwere Krankheitsverläufe.
Kosten: Wie teuer ist eine Behandlung in der Tierarztpraxis?
Die Summe der Tierarztkosten für die Katze hängt von verschiedenen Kriterien ab. Impfen inklusive Voruntersuchung kostet etwa 40 bis 60 Euro. Kombi-Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche liegen bei 50 bis 90 Euro. Kosten für eine einzelne Impfdosis liegen bei 20 bis 35 Euro.
Zusätzlich anfallen können Laboruntersuchungen, Medikamente und gegebenenfalls eine stationäre Betreuung, wenn Ihr Stubentiger erkrankt ist. Kommt es zu chronischen Verläufen, ist eine regelmäßige Nachsorge erforderlich, was die Kosten weiter in die Höhe treibt.
Ein Beispiel: Die allgemeine Untersuchung und Beratung in der Tierarztpraxis, eine bakteriologische Untersuchung, Nasenspülung und Injektion von Medikamenten kosten zusammen laut Gebührenordnung für Tierärzte (GOT 2022) rund 98 bis 270 Euro. Die Absicherung über eine Tierversicherung empfiehlt sich als Schutz vor den hohen Tierarztkosten.
Symptome: Wie erkennen Sie Anzeichen von Katzenschnupfen frühzeitig?
Typisch für Katzenschnupfen sind grippeähnliche Symptome. Die Katze niest ständig, häufig tropft Flüssigkeit aus Nase und Augen. Das Tier bekommt möglicherweise Fieber, wirkt apathisch oder frisst aufgrund von Schmerzen durch die entzündete Maulschleimhaut nicht mehr.
Sowohl auf der Zunge als auch auf der Maulschleimhaut können sich Geschwüre bilden, der Katze läuft ständig Speichel aus dem Maul. Auch die Augen erkranken. Zuerst ist meist die Bindehaut betroffen: Die Augen werden rot und eitrig, es entsteht eine Augenentzündung.
Im weiteren Verlauf kann sich die Hornhaut entzünden. Das führt im schlimmsten Fall bis zur Erblindung. Ein weiteres Anzeichen für Katzenschnupfen ist Husten, der sich im Extremfall zu einer Lungenentzündung entwickeln kann. Wird das erkrankte Tier nicht behandelt, kann Katzenschnupfen chronisch werden oder innerhalb weniger Tage zum Tod führen.
Schwere Verläufe und Komplikationen bei Katzenschnupfen
Gehen Sie zu spät zum Arzt oder zur Ärztin, kann Ihr Stubentiger lebenslang unter Folgeerkrankungen leiden. Denn durch Katzenschnupfen können unter anderem eine Lungenentzündung, chronischer Schnupfen oder chronische Entzündungen des Zahnfleischs oder der Gelenke zurückbleiben.
"Besonders problematisch sind die Caliciviren, die nicht nur 'lokal' schädigen, sondern sich über den Blutkreislauf ausbreiten und vor allem Lunge und Zungenschleimhaut befallen", beschreibt Dr. Tiedemann die möglichen Folgen einer Erkrankung mit Katzenschnupfen. "Nach überstandener Krankheit bleibt ein Teil der Tiere lebenslang latent mit dem Virus infiziert und stellt so eine Gefahr für andere Katzen dar."
Chronischer Katzenschnupfen ist eine enorme Belastung für das Tier – und ebenso für Halterin oder Halter. Ohne entsprechende Katzenversicherung müssen Sie zudem die Folgekosten komplett selbst tragen.
Zuhause Katzenschnupfen behandeln: Was nach dem Tierarztbesuch zu tun ist
Nach der Behandlung durch den Arzt oder die Ärztin mit Antibiotika oder anderen Medikamenten sollten Tierhalter:innen die Nasen und Augen der Katze sauber halten. Außerdem freut sich das kranke Tier über Wärme – vermeiden Sie daher Zugluft.
Manche Bakterien, die Katzenschnupfen auslösen, sind Zoonosen. Das gilt zum Beispiel für Chlamydien. Das bedeutet, dass diese Infektionskrankheiten auch auf Menschen übertragbar sind. In diesem Fall stellen sie hauptsächlich eine Gefahr für Kinder dar. Auch wenn Ihr Nachwuchs das kranke Kätzchen gerne trösten würde: Halten Sie Ihre Kinder vom erkrankten Tier fern. Denn das Immunsystem der Kleinen hat oft noch nicht ausreichend Schutz vor Bakterienbefall entwickelt.
Vorsorge: Wie Katzenschnupfen vorbeugen?
Dem Katzenschnupfen vorbeugen können Sie mit einer Immunisierung. "Wir impfen jungen Katzen ab der 16. oder 20. Lebenswoche", sagt Dr. Angelika Drensler. Damit sich die Kleinen nicht vor der Impfung infizieren, empfiehlt Sie Tierhaltern und -Halterinnen, die Kätzchen bis dahin im Hause zu halten.
Früher sei sogar bereits ab der achten Woche geimpft worden. Heute raten Virologen und Virologinnen jedoch zu einem späteren Impfbeginn. "Denn es ist zu befürchten, dass junge Katzen noch zu viele mütterliche Antikörper haben und deshalb keinen verlässlichen Impfschutz ausbilden", so die Tierärztin aus Elmshorn bei Hamburg.
Beachten Sie: Die Impfung gegen Katzenschnupfen ist kein Allheilmittel. Trotz Impfschutz kann es zu Infektionen mit Beschwerden für das Tier kommen. Mit einer Katzenversicherung, die Behandlungskosten abdeckt, sind Sie auf der sicheren Seite.
Wie oft soll ich meine Katze impfen lassen?
Nach der Grundimmunisierung in den ersten Lebensmonaten sollten Sie die Impfung zum Schutz vor Katzenschnupfen jährlich auffrischen. Das gilt insbesondere für Freigänger. Wer eine ältere Katze übernimmt, sollte den aktuellen Schutz überprüfen. "Falls kein Impfpass vorliegt, sollte man die Katze neu grundimmunisieren", rät Dr. Drensler.
"Wir impfen meist mit einem Kombinationsimpfstoff, der auch gegen Katzenseuche immunisiert. Übrigens sollten die Impfung auch reine Wohnungskatzen erhalten", so die Fachtierärztin und Leiterin der Deutschen Gruppe Katzenmedizin. Hauskatzen benötigen laut der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) allerdings nur alle zwei bis drei Jahre eine Auffrischung.
Wichtig: Ändern Sie den Impfrhythmus Ihrer Katze nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin, denn er oder sie erstellt immer ein individuell passendes Impfkonzept für Ihr Haustier. Das gilt nicht nur für Katzenschnupfen, sondern auch für andere gefährliche Viruserkrankungen wie zum Beispiel Feline Infektiöse Peritonitis (FIP).
Risikogruppen: Welche Katzen sind besonders gefährdet?
Wie bei den meisten Katzenkrankheiten sind Tiere mit schwachem oder geschwächtem Immunsystem besonders anfällig und gefährdet. Bei bereits erkrankten oder älteren Katzen verlaufen die Symptome oft schwerer und die Heilung dauert länger.
Am meisten sind Freigänger von Katzenschnupfen betroffen, denn sie treffen mit höherer Wahrscheinlichkeit auf andere Katzen. Auch Jungkatzen haben ein höheres Ansteckungsrisiko, wenn sie häufigen Kontakt zu Artgenossen haben, etwa im Tierheim oder bei einem oder einer Züchter:in.
Je früher ein Tierarzt oder eine Tierärztin die erkrankte Katze behandelt, desto besser stehen die Chancen auf Heilung – das gilt auch für andere Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes bei Katzen. Haben Sie ein Tier mit erhöhtem Risiko, sind auch höhere Tierarztkosten wahrscheinlich.
Beratung zur Katzenkrankenversicherung
Lassen Sie sich gerne von uns persönlich zu den Leistungen und Tarifen der Allianz Katzenkrankenversicherung beraten. Gemeinsam finden wir die Absicherung, die am besten zu Ihnen passt.
Das leistet die Allianz
Erkrankt Ihr Stubentiger an Katzenschnupfen, übernimmt die Allianz die Kosten für Behandlungen ohne Operationen wenn Sie bei Ihrer Katzenkrankenversicherung einen Vollschutz Tarif gewählt haben. In den Vollschutz-Tarifen Basis, Smart, Komfort oder Premium stehen Ihnen damit zwischen 1.000 Euro und 6.000 Euro (innerhalb der Jahreshöchstleistung) pro Versicherungsjahr für Heilbehandlungen ohne eine Operation zur Verfügung.
Zusätzlich enthalten ist ein Vorsorgezuschuss im Rahmen der Basisvorsorge mit, je nach Tarif von bis zu 100 Euro pro Versicherungsjahr für:
Voraussetzung ist, dass diese Vorsorgemaßnahmen und die Implantation des Transponders bzw. Mikrochips von einem approbierten Tierarzt bzw. einer approbierten Tierärztin erbracht werden. Für Leistungen der Basisvorsorge besteht keine Selbstbeteiligung und keine Wartezeit. Die Basisvorsorge gibt es auch schon im OP-Schutz ab Tarif Smart.
Alternative Heilmethoden wie Homöopathie werden ebenfalls erstattet, sofern deren Wirksamkeit bestätigt ist. Die Tierarzt- und Tierklinikwahl steht Ihnen dabei selbstverständlich frei.
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