Empfehlung für die kurzfristige Abschaltung

Betriebsstilllegung aufgrund von Covid-19

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland viele Einschränkungen zur Folge und konfrontiert uns als Gesellschaft mit neuen Herausforderungen. Die Informationslage ändert sich täglich und die Menschen sind verunsichert. Die Allianz ist auch in diesen schwierigen Zeiten für Sie da. Hier finden Sie Informationen darüber, welche Schutzmaßnahmen Sie im Zuge einer Betriebsstilllegung durchführen können. 
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Allianz Risk Consulting (ARC) hat eine Anleitung zur allgemeinen Sicherheit und den Vorbereitungen zur Verhinderung von Sachschäden für die Stilllegung ungenutzter und leerstehender Industrie-/Geschäftsgebäude entwickelt.

Da immer mehr unserer Kunden aufgrund der jüngsten Covid-19-Pandemie mit einer vorübergehenden Stilllegung ihres Betriebs konfrontiert sind, haben wir die folgenden Maßgaben entwickelt, um wichtige Empfehlungen für die Stilllegung von Einrichtungen in der aktuellen Situation zu geben. Wir stehen Ihnen auch weiterhin für Ihre Fragen zu Schadensverhütungsmaßnahmen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an Ihren zuständigen Vertreter, wenn Sie Fragen haben oder Ihre spezifischen Bedürfnisse besprechen möchten.

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Brandlasten
  • Reduzieren Sie die Menge an brennbaren Materialien im Inneren der Gebäude soweit wie möglich. Zu den brennbaren Materialien können Roh- und Fertigwaren, Verpackungen, Paletten, Staub, Fusseln, Öl, brennbare/ brennbare Flüssigkeiten usw. gehören.
  • Größtes Gefahrenpotenzial in diesem Zusammenhang stellt Abfall dar. Abfall sollte immer kurzfristig entsorgt werden oder in ausreichendem Abstand von Gebäuden bis zur endgültigen Entsorgung zwischengelagert werden.
  • Stellen Sie sicher, dass zwischen allen elektrischen Geräten und brennbaren Materialien sichere Abstände (mindestens 1,5 Meter) eingehalten werden.
  • Halten Sie alle technischen Betriebsräume (insbesondere elektrische Schaltanlagen) frei von brennbaren Materialien.
  • Vergewissern Sie sich, dass alle Lagerplätze im Freien einen ausreichenden Abstand zu den Gebäudeaußenwänden haben. Dieser Abstand kann je nach Bauweise des Gebäudes unterschiedlich sein, im Zweifel sollten Sie mindestens 15 Meter einhalten.
Brennbare und leicht entzündliche Flüssigkeiten
  • Lagern Sie alle brennbaren und leicht entzündlichen Flüssigkeiten in geeigneten und möglichst feuerbeständig abge­trenn­ten Lagerberei­chen (d.h. baulich abgetrennte Lager, Sicherheits-Schränke, etc.). Verschließen Sie alle Lagerbehälter.
  • Entsorgen Sie alle und insbesondere ölige Putztücher in geeigneten und geschlossenen Behältern und bewahren Sie diese bis zur endgültigen Entsorgung außerhalb der Gebäude auf.
  • Wichtige Belüftungsanlagen sollten weiterhin funktionieren, falls dies für die Absaugung von brennbaren Dämpfen erforderlich ist.
Versorgungsanlagen
  • Abschaltung aller gefährlichen Prozesseinrichtungen, einschließlich brennbarer Flüssigkeiten und Gasversorgungen, wenn dies möglich ist.
  • Sperren Sie die Wasserversorgung möglichst an der Haupteinspeisung ab. Achtung: Wasserversorgungen für Sprinkleranlagen und Hydranten müssen betriebsbereit bleiben!
  • Halten Sie die Raumtemperaturen über 5°C für alle Bereiche mit wassergefüllten Rohrleitungen, wie z.B. Sprinkleranlagen, Prozessausrüstung usw.
  • Soweit möglich, Abschaltung der Stromversorgung (spannungsfrei machen), ausgenommen für sicherheitstechnische Anlagen oder Prozessüberwachungen.
  • Parken Sie alle Fahrzeuge für die Logistik in einem brandgeschützten Raum oder in einem Bereich, der frei von brennbaren Materialien ist.
Wichtige Maßnahmen
  • Alle Ein-/Ausgangstüren sollten mit hochwertigen Sicherheitsschlössern ausgerüstet sein.
  • Schließen und sichern Sie alle Fenster.
  • Sperren Sie die Einfahrten, um zu verhindern, dass nicht autorisierte Fahrzeuge auf das Gelände gelangen können.
  • Blockieren Sie elektrische Rolltore.
  • Alle Sicherheitssysteme müssen in Betrieb bleiben. Bei Fehlalarmen soll die Ursache (z.B. Feuchtigkeit, Wildtiere o.ä.) beseitigt werden, die entsprechende Alarm-Linie soll jedoch nicht abgeschaltet werden. Wenn der Alarm auf ein technisches Problem zurückzuführen ist und keine qualifizierte Fachkraft für die Behebung dieses Problems zur Verfügung steht, ist es akzeptabel, den betroffenen Melder für diesen speziellen Alarm außer Betrieb zu nehmen, sofern es sich nicht um einen Feuermelder handelt.
  • Schalten Sie alle nicht sicherheitsrelevanten elektrischen Beleuchtungen ab.
  • Konsequente Zugangskontrollen bei notwendigen Besuchern.
  • Insbesondere die Einfriedung des Werksgeländes sollte auf Beschädigungen kontrolliert werden.
  • Bestenfalls sollte das Gelände durch den Werkschutz oder einen Wachdienst permanent überwacht werden. Alternativ können regelmäßige Kontrollrundgänge durch einen Wachdienst oder den Werkschutz erfolgen.
Gebäudeinspektionen
  • Besuchen Sie das Werksgelände und seine Gebäude und Anlagen regelmäßig (mindestens wöchentlich wird empfohlen) und führen Sie detaillierte Aufzeichnungen über alle Beobachtungen durch. Alle festgestellten Mängel sollten umgehend behoben werden.
  • Lassen Sie keinen Besucher unbegleitet auf das Werksgelände.

Überprüfen Sie im Rahmen der Inspektionen Folgendes:

  • Alle äußeren Gebäudeöffnungen wie Türen und Fenster sind ordnungsgemäß gesichert.
  • Alle elektronischen Überwachungssysteme (z.B. Einbruchmeldeanlage, Brandmeldeanlage, elektrische Überwachung von Sprinkleranlagen u.ä.) müssen betriebsbereit und ohne Fehlermeldungen oder Alarme sein.
  • Sprinkleranlagen, einschließlich der Wasserversorgungen wie Feuerlöschpumpen und Wassertanks in Betriebsbereitschaft.
  • Anzeichen von unbefugtem Eindringen, Vandalismus oder versuchter Brandstiftung.
  • Sichern Sie umgehend alle beschädigten Fenster/ Zugangstüren.
Brandrisiken
  • Überprüfen Sie die Betriebsbereitschaft von automatischen Brandmelde- und Sprinkleranlagen.
  • Überprüfen Sie alle Sprinkleranlagen auf ihre Funktionsfähigkeit. Verwenden Sie die folgende Checkliste.
Weiterer Hinweis

Wir können als Versicherer aufgrund der besonderen Situation während der Coronavirus. Pandemie niemanden grundsätzlich von seiner Prüfpflicht der Anlagen entbinden, sofern sich diese aus einem Gesetz, einer (Rechts-)Verordnung oder techn. Richtlinie ergibt. Es ist uns bewusst, dass es Corona-bedingt zu Verschiebungen bei den Revisionen oder Wartungen kommen kann. Wichtig ist der (uneingeschränkte) Funktionserhalt der Anlagen - gerade weil es zu eventuell längeren unbemannten Perioden an den Kundenstandorten kommen könnte. Ebenso verstehen wir, dass die Durchführung der vorgeschriebenen wöchentlichen oder monatlichen Probealarme und Sprinklerpumpenprobeläufe problematisch sein kann. Die qualifizierten Mitarbeiter können aus verschiedenen Gründen nicht verfügbar sein. Während der Tests könnte ein Problem auftreten, welches vom Anlagenerrichter nicht sofort behoben werden kann. Deswegen halten wir aus versicherungstechnischer Sicht während dieser Zeit “Einschränkungen” bei diesen Prüfungen für akzeptabel. Wenn jedoch qualifizierte Personen zur Verfügung stehen, sollten die Prüfungen auch weiterhin durchgeführt werden.

Für den Brandfall muss erwartet werden können, dass automatische Brandmeldeanlagen einen Feueralarm an die alarmannehmende Stelle absetzen und Sprinkleranlagen einen Entstehungsbrand wirksam bekämpfen. Wenn dies nicht oder teilweise nicht erwartet werden kann, dann setzen Sie bitte Ihren Versicherer davon in Kenntnis.

Im Idealfall sollten vorhandene Sprinkleranlagen inspiziert, getestet und gewartet werden, damit sie betriebsbereit sind.

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Hilfestellung bei der fachgerechten Kontrolle
Hier finden Sie eine Checkliste, mit der Sie allgemeine Maßnahmen zur Betriebsstilllegung überprüfen können. Kontrollieren Sie hiermit die Funktionsfähigkeit Ihrer Anlagen und leiten Sie Sicherheitsmaßnahmen ein, wenn erforderlich. Dabei geht es insbesondere um Temperaturen, Räumlichkeiten und weitere Einstellungen, wie beispielsweise die Schaltfrequenz der Pumpen oder das Füllen von Druckluftwasserbehältern.
Download der Checkliste
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