Frau steht telefonierend an die Wand eines Büros gelehnt und schaut dabei aus dem Fenster
Gründen leicht gemacht

Kleingewerbe gründen: Start in die Selbstständigkeit

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Die wichtigsten Fakten für Kleingewerbe­treibende
  • Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert viel Mut und will gut durchdacht sein. Das Geschäftsmodell des Kleingewerbes bietet hier den optimalen Einstieg.
  • Ein Kleinunternehmer betreibt sein Gewerbe häufig als Nebengewerbe zusätzlich zum Hauptberuf, bei Erfolg kann ein Kleingewerbe aber auch zum Haupterwerb werden.
  • Kleingewerbetreibende arbeiten meist sehr flexibel. Ein Kleingewerbe ist daher ideal als zusätzliche Einkommensquelle für Rentner und Studenten oder für Gründer, die eine neue Geschäftsidee erst einmal auf ihre Tauglichkeit prüfen möchten.
  • Ein Kleinunternehmen bietet viele Vorteile für den Gründer, z. B. eine einfache Buchführung ohne Bilanzerstellung oder Inventur. Zusätzlich lassen sich Investitionen und Ausgaben steuerlich geltend machen.
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Illustration einer männlichen Person, die sich fragend an den Kopf fasst. Eine grüne Sprechblase mit Fragezeichen zeigt auf den Mund
Definition
Illustration einer männlichen Person, die sich fragend an den Kopf fasst. Eine grüne Sprechblase mit Fragezeichen zeigt auf den Mund

Als Gewerbe gilt jede (legale) unternehmerische und nach außen erkennbare Tätigkeit, die eigenverantwortlich, auf eigene Rechnung und gegen Entgelt regelmäßig ausgeübt wird, um Gewinn zu erzielen. Abhängig von Größe und Rechtsform muss Ihr Unternehmen ins Handelsregister eingetragen werden. Erfordert Ihr Unternehmen keinen solchen Eintrag, gilt es als Kleingewerbe.

Was unterscheidet ein Kleingewerbe von anderen Unternehmen?

Ein Kleingewerbe bietet eine Reihe von Vorteilen für Gründer: Sie müssen sich nicht an die Vorgaben des Handelsrechts halten, die Buchführung ist freiwillig. Überschreitet Ihr Gewerbe eine bestimmte Größe (gemessen an Umsatz und Gewinn), fallen Sie jedoch unter die strengeren Auflagen des HGB. Damit ändert sich Ihr persönlicher Rechtsstatus vom Kleinunternehmer zum Kaufmann e. K., Ihr Kleingewerbe wandelt sich von der GbR zur OHG oder KG. Darüber hinaus sind ein Eintrag im Handelsregister und die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Pflicht. Bei den Kaufmännern unterscheidet man je nach Kaufmannseigenschaften den Istkaufmann, den Kannkaufmann oder den Musskaufmann.

Was versteht man unter der Kleinunternehmerregelung?

Ein Gewerbetreibender hat grundsätzlich die Wahl, ob er von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte – sofern er die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Das gilt auch für Freiberufler, die kein eigenes (Klein)Gewerbe angemeldet haben. Der Vorteil: Als Kleinunternehmer kann er selbst entscheiden, ob er eine Umsatzsteuer erhebt und abführt. Einzige Bedingung: Die Unternehmensumsätze dürfen die Umsatzgrenze von 22.000 Euro im Gründungsjahr sowie 50.000 Euro im laufenden Geschäftsjahr nicht überschreiten. Nur dann gilt ein Gewerbetreibender gemäß Umsatzsteuergesetz auch als Kleinunternehmer.

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Was brauchen Sie für die Selbstständigkeit?

Bevor Sie sich mit Ihrem Kleingewerbe selbstständig machen können, sollten Sie folgende Checkliste abarbeiten:

  • Kleingewerbeanmeldung (spätestens bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit)
  • Festlegen der Rechtsform (Einzelunternehmen oder GbR)
  • bei GbR: Vertrag zum Gesellschafter-Verhältnis (nicht verpflichtend)
  • Geschäftskonto einrichten (bei GbR mit Vollmachten für alle Gesellschafter)
  • steuerliche Erfassung beim Finanzamt
  • Buchhaltung via Software oder Steuerberater
  • Anmeldung bei IHK und HWK (verpflichtend für Gewerbetreibende)
  • Anfrage einer Betriebsnummer für neue Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit
  • Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft innerhalb einer Woche
  • Je nach Tätigkeit Anmeldung bei Bau- oder Ordnungsamt
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Gut zu wissen
Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.
Ein Kleingewerbe zu gründen ist relativ günstig, dennoch fallen bestimmte Gebühren an, wie die Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt. Die Gebühren für die Gewerbeanmeldung werden von der jeweiligen Gemeinde festgelegt und belaufen sich im Durchschnitt auf ca. 60 Euro. Zusätzlich entfallen Kosten für den Notar oder die Eintragung ins Handelsregister. Wird eine GbR gegründet, empfiehlt sich eine Vertragsaufsetzung mit einem Anwalt. In diesem Fall sind Anwaltsgebühren zu entrichten.
Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.
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Vor- und Nachteile
  • Kein Mindeststartkaptial
  • Formlose Anmeldung beim Gewerbeamt
  • Keine Buchführungspflicht, kein Jahresabschluss notwendig
  • Strenge Regeln des HGB gelten nicht
  • Möglichkeit der Kleinunternehmerregelung
  • Unbeschränkte persönliche Haftung
  • Name des Unternehmens muss Vor- und Nachnamen des Geschäftsinhabers beinhalten
  • Strenge Umsatzgrenzen
Ein Mann und eine Frauen sitzen gemeinsam in einem Cafe vor einem Laptop und besprechen sich.
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Auf einen Blick
  • Wer kann ein Kleingewerbe gründen?

    Grundsätzlich kann jeder ein Klein- oder Kleinstgewerbe gründen, Selbstständige genauso wie Freiberufler. Und: Ein Kleingewerbe gründen als Nebenerwerbende ist genauso möglich wie der Betrieb eines Kleinunternehmens als Hauptgewerbe. In einigen Branchen schränken allerdings gesetzliche Regelungen die Gewerbefreiheit ein, wie z. B. die Handwerksordnung, das Gaststättengesetz oder das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Andere Gewerbe wie ein Maklerbüro erfordern eine behördliche Zulassung. In der Fischerei oder Kindererziehung bzw. wenn Sie eine Kita gründen möchten, findet die Gewerbefreiheit allerdings keine Anwendung.
  • Wann muss ich ein Kleingewerbe anmelden?

    Wer ein Kleingewerbe gründen will, muss dies spätestens mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Die Anmeldung kann persönlich, online oder schriftlich erfolgen. Liegen alle erforderlichen Unterlagen vor, wird der Gewerbeschein direkt vor Ort ausgestellt.
  • Welche Unterlagen benötige ich für die Gewerbeanmeldung?

    Für die Anmeldung Ihres Kleingewerbes beim zuständigen Gewerbeamt und die Aufnahme Ihrer Geschäftstätigkeit benötigen Sie eine Reihe von Unterlagen:

    • ein spezielles Anmeldeformular, das Sie direkt bei Ihrem Gewerbeamt erhalten bzw. online herunterladen können,
    • einen Personalausweis/Reisepass sowie bei Personen ohne EU-Staatsbürgerschaft eine gültige Aufenthaltserlaubnis sowie
    • evtl. weitere besondere Genehmigungen oder Zulassungen je nach Art Ihres Gewerbes.
  • Gelten besondere Bestimmungen für den Firmennamen?

    Bei der Namensgebung eines Kleingewerbes gelten einige Besonderheiten, auf die Sie als Gründer achten müssen: Der Name des Kleinunternehmens muss den Namen des Gewerbetreibenden enthalten, da allein der Inhaber eines Kleingewerbes auch der Vertragspartner seiner Kunden ist. Bei einer GbR müssen die Namen aller Gesellschafter im Firmennamen enthalten sein. Nicht erlaubt sind Namen, die keinen Rückschluss auf den Inhaber zulassen.
  • Welche Steuern sind bei einem Kleingewerbe zu zahlen?

    Klein, aber nicht steuerfrei: Auch Kleingewerbetreibende müssen Steuern abführen. So wird der Gewinn des Kleinstunternehmens im Rahmen der Einkommenssteuer versteuert (Freibetrag: 9.408 Euro), und auch die Gewerbesteuer ist mit einem Freibetrag von 24.500 Euro jährlich für jeden Gewerbetreibenden Pflicht. Außerdem ist Umsatzsteuer abzuführen, sofern Sie mit Ihrem Kleingewerbe nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen und damit von der Umsatzsteuer befreit sind. Werden Arbeitnehmer beschäftigt, muss zudem Lohnsteuer gezahlt werden.
  • Gibt es für Kleingewerbetreibende Besonderheiten bei der Buchführung?

    Kleinunternehmen unterliegen nicht dem HGB und müssen daher keine Bilanzen oder einen Jahresabschluss vorweisen (keine Buchführungspflicht). Damit haben Kleingewerbetreibende einen deutlich geringeren Buchhaltungsaufwand als andere Unternehmen, unabhängig von Haupt- oder Nebengewerbe reicht Ihnen eine einfache Buchführung. Das bedeutet: Sie listen alle Einnahmen und Ausgaben nur einmalig nach Datum sortiert auf. Bei der doppelten Buchführung müssen hingegen alle Einnahmen und Ausgaben zweimal erfasst werden, um z. B. Kontobewegungen oder Verwendungszweck abzubilden. Im Gegensatz zu dem für andere Unternehmen verpflichtenden Jahresabschluss nach HGB ermittelt der Kleinunternehmer seinen Gewinn mithilfe einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), d.h. der Differenz von Einnahmen und Ausgaben.
  • Wie hoch darf der Jahresumsatz eines Kleingewerbes sein?

    Wer ein Kleingewerbe als Einzelunternehmen oder GbR mit den entsprechenden steuerlichen Vorteilen der Kleinunternehmerregelung gründen will, muss in puncto Umsatz bestimmte Grenzen einhalten: maximal 50.000 Euro Umsatz im laufenden Geschäftsjahr sowie gleichzeitig maximal 22.000 Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr. Werden diese Umsatzgrenzen überschritten, fällt das Gewerbe unter die Regelungen des HGB. Das bedeutet: strengere Auflagen in Bezug auf Buchführung und Rechnungslegung sowie eine Änderung der Rechtsform vom Einzelunternehmer zum eingetragenen Kaufmann (Kaufmann e. K.) bzw. von der GbR zur OHG.
  • Welche Vorschriften gelten für die Rechnungsstellung?

    Für Kleingewerbetreibende gelten bei der Rechnungserstellung die gleichen Bedingungen wie für alle Unternehmer. Damit eine Rechnung Bestand hat, müssen einige Pflichtbestandteile enthalten sein, wie:

    • vollständiger Name/Anschrift Ihres Kleinunternehmens
    • Steuernummer oder ggf. die Umsatzsteueridenitifkationsnummer (USt-IdNr.)
    • vollständiger Name/Anschrift des Kunden
    • Ausstellungs- bzw. Rechnungsdatum
    • Rechnungsnummer
    • Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
    • Menge und Art der gelieferten Produkte/Leistung.
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