Junge Frau mit Schürze steht vor einem Coffee Shop
Selbstständig mit reduziertem Risiko

Ein eigenes Franchise Unternehmen gründen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Wichtige Informationen rund um Franchisesysteme für Sie zusammengefasst
  • Franchisesysteme erfahren unter Gründern immer größere Beliebtheit. Der Grund: Ein Franchise Unternehmen zu gründen, ist eine gute Möglichkeit für Existenzgründer, die Risiken einer Selbstständigkeit deutlich zu minimieren.
  • Als Franchisenehmer greifen Sie auf ein bereits bestehendes Konzept und erfolgreiches Geschäftsmodell zurück. Sie teilen Arbeit und Verantwortung mit einem größeren Team.
  • Ein Franchise Unternehmen zu gründen ist in fast jeder Branche und auch ohne Fachkenntnisse möglich. Denn der Franchisegeber unterstützt seine Franchisenehmer in sämtlichen geschäftlichen Fragen.
  • Die Partnerschaft zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer ist durch einen Franchisevertrag gesetzlich geregelt, der z. B. die Lizenzgebühren für die Nutzung der Marke und Produkte bzw. Dienstleistungen des Franchisegebers festlegt.
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Illustration - Ein Mann fasst sich fragend an den Kopf. Eine grüne Sprechblase mit Fragezeichen zeigt auf den Mund.
Definition
Illustration - Ein Mann fasst sich fragend an den Kopf. Eine grüne Sprechblase mit Fragezeichen zeigt auf den Mund.

Franchise (frz. für die Freiheit von Abgaben) ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebsmodell (Kooperation) zwischen Franchisegeber und einem oder mehreren Franchisenehmern.

Bei diesem Geschäftsmodell lässt der Franchisegeber einen oder mehrere Neugründer (Franchisenehmer) per Lizenzvergabe bzw. Vertrag und gegen Entgelt an seiner Geschäftsidee teilhaben. Nach außen hin sind beide Parteien einer gemeinsamen Marke untergeordnet. Der Franchisenehmer wirtschaftet jedoch rechtlich und finanziell unabhängig in eigenem Namen.

Franchising Unternehmen gründen – über alle Branchen hinweg

Laut Statistischem Bundesamt waren in Deutschland 2019 knapp 1.000 verschiedene Franchisesysteme gemeldet, mit rund 172.000 Einzelunternehmen und einem Umsatz von rund 129 Milliarden – Tendenz steigend. Ob Lebensmittel, Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Bau und Gebäude oder Sport, Wellness und Fitness: Kooperationen mit Franchise-Unternehmen finden sich über alle Branchen hinweg – für große etablierte Marken genauso wie für junge Startup-Unternehmen. Generell wird unterschieden in:

  • Waren- oder Produktfranchising: Gastronomiebetriebe bzw. Fastfood-Ketten wie McDonald’s® oder Subway® oder zum Beispiel Modeboutiquen wie Esprit
  • Vertriebsfranchising oder Distributionsfranchising: Diese älteste Form des Franchisings besetzen z. B. OBI-Baumärkte, Aral-Tankstellen oder Fressnapf.
  • Dienstleistungsfranchising: Reisebüros (TUI), Optiker (Apollo), Fitnessstudio-Ketten (McFit) oder Autovermietungen (Hertz)
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Risikoreduktion und Arbeitsteilung

Ein Franchise Unternehmen zu gründen bietet im Vergleich zu anderen Existenzgründungen einige Vorteile. Als Franchisenehmer profitieren Sie von einer bestehenden Geschäftsidee und einem Geschäftsmodell, das sich im Idealfall bereits vielfach auf dem Markt etabliert hat. Das reduziert das Risiko und zeitaufwendige Schritte wie Konzeptentwicklung und Zielgruppenanalyse entfallen. Marke und Qualität der Produkte genießen bereits ein gewisses Kundenvertrauen und bei Online-Unternehmen profitieren Franchisenehmer oft von einem bestehenden Kundenstamm.

Im Gegensatz zu Einzelunternehmern wie z. B. Kleingewerbetreibenden starten Sie als Franchise nicht allein in die Selbstständigkeit, sondern haben einen Partner bzw. ein Team an Ihrer Seite, mit dem Sie die Arbeit und Verantwortung teilen können. Mit Unterstützung des Franchisegebers und einer Lizenz für dessen Konzept kann der Franchisenehmer eine eigene Filiale eröffnen.

Die Rahmenbedingungen dieser Kooperation sind nicht gesetzlich geregelt, sondern werden in einem sogenannten Franchisevertrag festgehalten. Das Ziel: überregionale Verkaufsförderung der vom Franchisegeber angebotenen Produkte oder Dienstleistungen. Mit Ablauf der Lizenzzeit soll sich zudem die vom Franchisenehmer investierte Summe mindestens amortisiert haben. Um diese Ziele zu erreichen und erfolgreich ein Franchise Unternehmen aufzubauen, müssen beide Parteien bestimmte Aufgaben erfüllen.

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Von Rechten und Pflichten

Wer ein Franchise Unternehmen gründen will, kommt an ihm nicht vorbei: Der Franchisevertrag ist die juristische Basis jeder Geschäftsbeziehung und beschreibt die Rechten und Pflichten von Franchisegeber und Franchisenehmer.

Das Problem: Ein Franchisevertrag zählt zu den sogenannten „Mischverträgen“, d. h. er vereint mehrere Aspekte anderer Rechtsverträge in sich. Im Gesellschaftsrecht ist nicht klar geregelt, wie ein Franchisevertrag genau auszusehen hat. Er wird daher stets für die Anforderungen des jeweiligen Franchisesystems individuell ausgestaltet. Folgende Bestandteile sollte der Vertrag aber in jedem Fall enthalten:

  • Gegenstand des Franchisings, d. h. Produkt, Dienstleistung oder Vertriebsmodell
  • Nutzungsrechte und Schutzrechte von Marke, Konzept, Design und Corporate Identitiy
  • Rechte und Pflichten des Franchisenehmers und -gebers
  • Franchise-Handbuch mit allen relevanten Infos und der Anleitung für das Franchise
  • Beschreibung der zur Verfügung gestellten Waren 
  • Vertragsdauer bzw. Lizensierungsfrist (mindestens fünf Jahre, ggfs. Verlängerungsklausel)
  • Vorgaben zu Einrichtung und Ausstattung sowie zum fortlaufenden Betrieb
  • Schulungen, Weiter- und Fortbildung
  • Einsatz von Marketingmaßnahmen und Werbekonzepten
  • Weisungs- und Kontrollrechte
  • Geheimhaltungsklauseln und etwaige Vertragsstrafen
  • Bilanzierung
  • Eintrittsgebühr (Lizenzgebühr) sowie laufende Franchisegebühren (abhängig vom Umsatz)

Wichtig: Einem Franchisevertrag liegt rechtlich immer ein dauerhaftes Schuldverhältnis zu Grunde. Das bedeutet: Für die Übergabe von Nutzungsrechten und Know-how an den Franchisenehmer, zahlt dieser dem Franchisegeber eine Gebühr und verpflichtet sich zur Einhaltung des vertraglich verankerten Konzepts und einem einheitlichen Markenauftritt.

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Eigenkapital und Eintrittsgebühr

Folgende Kosten kommen auf Franchisenehmer zu, die ein eigenes Franchise Unternehmen gründen bzw. eine Filiale eröffnen wollen:

Einmalige Kosten:
Zunächst wird eine einmalige Eintrittsgebühr an den Franchisegeber fällig. Hinzu kommen weitere Kosten für Behördengänge, die Innenausstattung, Räumlichkeiten und die Erstausstattung mit Ware bzw. Geschmacksproben und Mustern.

Laufende Kosten:
Neben den einmaligen Kosten sind regelmäßige und vertraglich festgelegte Gebühren von einem bestimmten Prozentsatz des Nettoumsatzes (meist zwischen einem und fünf Prozent) fällig. In diesen Gebühren sind neben der Bereitstellung von Know-how durch den Franchisegeber auch die Nutzung der Marke und Werbemitteln enthalten. Darüber hinaus sind z. B. Kosten für IT-Aufwendungen, Miete, Personal und Außenanlagen zu berücksichtigen.

Kostenbeispiel:
Für die Eröffnung einer Filiale des Franchise Unternehmens „Studienkreis – Die Nachhilfe“ benötigen Sie mindestens 5.000 Euro Eigenkapital und eine einmalige Investitionssumme von ca. 30.000 Euro, die auch die Eintrittsgebühr von 14.500 Euro abdeckt. Dafür fallen im ersten Geschäftsjahr nur reduzierte Lizenz- und Marketinggebühren an.

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Voraussetzungen
Wer ein Franchise Unternehmen gründen bzw. in ein Franchisesystem aufgenommen werden möchte, sollte eine Reihe an Punkten beachten und bestimmte Voraussetzungen erfüllen bzw. Erfahrungen mitbringen:
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Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.
Gut zu wissen
Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.

Ob Gastronomie, Hotellerie: Existenzgründer und Franchisenehmer können in Deutschland unter knapp 1.000 Franchisesystemen aus zahlreichen Branchen auf Partnersuche gehen. Weltweit haben Fastfoodketten unter den erfolgreichsten Franchise-Unternehmen die Nase vorn. Doch hier zu Lande sieht es beim Franchising etwas anders aus. Dies sind die zehn größten Akteure in Deutschland:

  1. Autodienst (AD)
  2. Handelsunternehmen (Baywa)
  3. Software (DATAC)
  4. Fitness (fitdankbaby)
  5. Tiernahrung (Fressnapf)
  6. Fitness (Mrs. Sporty)
  7. Reisebüros (Schmetterling Reisen)
  8. Nachhilfe (Die Schülerhilfe)
  9. Nachhilfe (Studienkreis – Die Nachhilfe)
  10. Reisebüros (TUI/First)

 

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Gut durchdacht in die Selbstständigkeit

Ein Businessplan ist ein wichtiges Gründungsinstrument und bietet deutliche Vorteile für den Franchisegeber, der den Franchisenehmer bei dessen Erstellung unterstützt, die Bank und für den Franchisenehmer selbst. Folgende Aspekte enthält ein Businessplan:

  • Begründung: Warum entscheidet sich ein Franchisenehmer gerade für dieses Unternehmen? Die Antwort dient als Argumentation für die Geschäftsidee und das Konzept.
  • Marktanalyse: Jeder Standort ist anders, eine vorherige Marktforschung notwendig
  • Erfolgsfaktoren: Festschreiben der Bedingungen für ein erfolgreiches Unternehmen
  • Finanzierung: Festhalten des für die Gründung benötigten Kapitals
  • Zahlen & Fakten: Der Franchisegeber liefert an die Marktforschung angepasste Daten zu Kosten und Erlösen anderer Filialen.
  • Persönliche Erklärungen: Angaben zur Person und warum Sie sich in der Lage sehen, in ein bestimmtes Franchisesystem einzusteigen und erfolgreich ein Franchise Unternehmen zu führen 
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Eigenkapital und Eintrittsgebühr
Ob Einbruch und Diebstahl Ihrer Ware, beschädigtes Mobiliar nach Wasserrohrbruch oder Schadensersatzforderungen von Kunden: Wie jeder Selbstständige oder Existenzgründer müssen Sie sich als Franchisenehmer gegen Personen-, Sach- und Vermögensschäden absichern. Zum Basisschutz zählt in jedem Fall eine Betriebshaftpflichversicherung. Im Franchisevertrag werden aber in der Regel bereits einige Versicherungen genannt, die der Franchisenehmer abzuschließen hat, wie zum Beispiel:
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Ein Franchise Unternehmen gründen
  • Erfolgreiche Geschäftsidee: Verwendung eines bestehenden und funktionierenden Geschäftsmodells, für das bereits ein Markt existiert.
  • Weitreichende Unterstützung des Franchisegebers, u.­a. durch die Verwendung von bestehenden Werbemitteln und gemeinsame Marketingmaßnahmen.
  • Markenimage: Ein Franchisenehmer kann auf den Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad einer bereits etablierten Marke aufbauen.
  • Erfahrungsaustausch: Rat einholen und von den Erfahrungen anderer Franchisenehmer profitieren.
  • Etablierte Infrastruktur: Zugang zu bestehenden Prozessen und Strukturen (Händler, Lieferanten, Logistik und Lagerhaltung).
  • Einfache Beschaffung von Fremdkapital: Banken berücksichtigen, dass sich das Konzept in der Vergangenheit bereits als profitabel herausgestellt hat.
  • Weiterbildungsmöglichkeit: Regelmäßige Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen.
  • Eingeschränkter Gestaltungsspielraum: Viele Entscheidungen sind bereits getroffen und werden dem Franchisenehmer vorgegeben.
  • Abhängigkeit von der Marke: Wird die Marke des Franchisegebers beschädigt, ist auch das eigene Unternehmen betroffen.
  • Reduzierter Gewinn: Vom eigenen Gewinn ist monatlich eine Lizenzgebühr an den Franchisegeber zu zahlen.
  • Höherer Kapitaleinsatz: Die Franchise-Gründung erfordert zunächst mehr Eigenkapital als die Gründung eines Einzelunternehmens.
  • Mitspracherecht: Der Franchise Partner kann sich laut Vertrag in alle geschäftlichen Entscheidungen einmischen.
  • Dem Unternehmen verpflichtet: Es gelten strenge Vorgaben für Preise, Ladeneinrichtung, Lieferanten, etc.
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