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Vorsicht vor der Rentenlücke bei Frauen

Das Gender Pension Gap

  • Das Gender Pension Gap bezeichnet die geschlechtsspezifische Rentenlücke in der Altersvorsorge von Frauen im Vergleich zu Männern. Die Kennzahl wird auf Basis von Durchschnittswerten erhoben, um den relativen Unterschied der geschlechtsspezifischen Altersvorsorgelücke in Länder und Regionen vergleichbar zu machen.
  • Eine weltweite Berechnung des Gender Pension Gap gibt es nicht (Stand 2021). In den 26 Mitgliedstaaten der OECD in Europa haben Frauen im Durchschnitt ein um 25% geringeres Alterssicherungseinkommen als Männer. 

  • Deutschland
    liegt im Ländervergleich der OECD mit einem Gender Pension Gap von 46% auf dem letzten Platz. Auch bei der gesetzlichen Rente zeigt sich in Deutschland ein geschlechtsspezifisches
    Rentengefälle
    : Männer erhalten durchschnittlich 1.266 Euro gesetzliche Rente im Monat, Frauen nur 792 Euro. Die 
    Allianz Studie
    zu Equal Pension zeigt, dass sich vielen Frauen dieser deutlichen geschlechtsspezifischen Rentenlücke in Deutschland nicht bewusst sind.
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Weniger Rente als Männer
Wir alle durchleben einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gleichberechtigung. Vor allem bei Frauen haben sich in den letzten Jahren die Lebensentwürfe geändert und sind vielfältiger denn je. Familienstatus, Erwerbsbiografien oder Lebensziele sind so individuell wie jede einzelne Frau, die dahintersteckt.
Gerade auf einem Gebiet gilt es aber für Frauen noch aufzuholen, nämlich was das sogenannte Gender Pension Gap betrifft. In diesem Ratgeber beantworten wir für Sie folgende Fragen: Was ist das Gender Pension Gap? Warum sind gerade Frauen in Deutschland davon betroffen? Wie wirkt sich das Gap auf Ihre gesetzliche Rente aus? Und was können Sie schon heute für Ihre Altersvorsorge tun?
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Erklärung
Unter dem Gender Pension Gap versteht man die geschlechtsspezifische Lücke in der Altersvorsorge von Frauen im Vergleich zu Männern. Dieses Gap ist ein strukturelles Problem, von dem viele Frauen nichts wissen. Und das ist problematisch, schließlich sind gerade Frauen davon betroffen.
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Platzierung im OECD-Ranking
Deutschland liegt mit einem Gap von 46 % auf dem letzten Platz im Ländervergleich der Industrieländerorganisation OECD. Dabei werden alle drei Säulen der Altersvorsorge berücksichtigt, also die gesetzliche Rente, die betriebliche Altersversorgung und die private Altersvorsorge. Deutsche Frauen sind dementsprechend im OECD-Vergleich das Schlusslicht bei ihrer Altersvorsorge. Im Vergleich zu Deutschland beträgt das Gap in Frankreich beispielsweise 36 %, in Dänemark nur 7 % und in Estland ist es mit 1 % fast nicht vorhanden.
Vorsorge Gender Pension Map
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„Weibliche“ Erwerbs­biografien führen zur Renten­lücke
Der Unterschied im Gender Pension Gap zwischen verschiedenen Ländern hängt natürlich stark vom jeweiligen Rentensystem ab. Anders als in anderen OECD- und EU-Staaten funktioniert die deutsche Rentenversicherung nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip.
Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt: Je höher die Beitragszahlungen sind, die während des Erwerbslebens gezahlt werden, desto höher sind auch die Rentenansprüche. Es gibt allerdings einige gesellschaftliche, wirtschaftliche und persönliche Faktoren, die in Deutschland den geschlechtsspezifischen Unterschied in der Einzahlung in die Rentenversicherung beeinflussen.
Es gibt in Deutschland immer noch eine Lohnlücke, also ein Gender Pay Gap, zwischen Männern und Frauen. Diese Lücke liegt bei ca. 18 %. Frauen und Männer in den gleichen Positionen verdienen immer noch nicht gleich. Dieses Gap hat wiederum einen großen Einfluss auf die Rente, denn: Wer weniger verdient, zahlt in der Regel auch weniger in die Rentenkasse ein.

Quelle: Destatis-Statistisches Bundesamt, Stand: 2021.

Der Trend geht zur Teilzeitarbeit – und bei Frauen ist Teilzeitbeschäftigung üblicher als bei Männern. Beispielsweise arbeiten 66 % aller Mütter nicht Vollzeit. Bei den Männern sind es hingegen nur 6 %. Oftmals stocken Mütter auch später nicht wieder auf volle 100 % auf, wenn die eigenen Kinder schon älter sind.

Quelle: Destatis-Statistisches Bundesamt, Stand: 2021.  

Mehr Unterbrechungen im Erwerbsleben führen zu weniger Rente im Alter. Durch beispielsweise Familiengründung oder Pflege von Angehörigen zahlen Frauen im Schnitt zwölf Jahre weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein als Männer.

Quelle: Wenig, Mirco, Stand: 2018.  

Unter "Care-Arbeit" ist die "private Sorgearbeit" zu verstehen. Dazu zählen insbesondere die unbezahlte Kinderbetreuung, die Pflege, der Haushalt und auch ehrenamtliche Beschäftigungen. Einen Großteil dieser Care-Arbeit übernehmen Frauen. Das hat einen erschwerten Wiedereinstieg in den Beruf sowie erschwerten beruflichen Aufstieg zur Folge und wirkt sich dadurch auf den Erwerbsumfang aus.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Frauen länger leben als Männer, nämlich im Schnitt ganze fünf Jahre. Was zunächst positiv klingt, kann aber finanzielle Probleme mit sich bringen. Wer länger lebt, spürt die Rentenlücke noch stärker.
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Das böse Erwachen kommt mit Renten­eintritt
Vorsorge Gender Pension Gap
Vorsorge Gender Pension Gap

Die Folgen der geringeren Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung werden spätestens beim Renteneintritt sichtbar: Frauen haben im Alter häufig zu wenig Geld, um ihren Lebensstandard zu halten.

Das Gender Pension Gap wird hier in der durchschnittlichen gesetzlichen Rentenhöhe deutlich: Im Schnitt erhält eine Frau 792 Euro gesetzliche Rente. Ein Mann hingegen durchschnittlich 1.266 Euro. Die Zahlen zeigen es eindringlich: Die gesetzliche Rente alleine reicht im Alter nicht aus, für Frauen sogar noch weniger als für Männer. Umso mehr müssen Frauen sich um ihre  Altersvorsorge kümmern.

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Geschlechts­­spezifische Lücke in der Altersvorsorge

Wie bewusst ist Frauen in Deutschland das Gender Pension Gap und was sagen sie dazu? Unsere Gender Pension Gap Studie 2020 kam zu folgenden Ergebnissen:

  • 80 % der Befragten kannten das Gender Pension Gap nicht 
  • 59 % wissen nicht, mit wie viel Geld sie im Alter rechnen können 
  • Frauen schätzen den Abstand in der Vorsorge zu Männern auf 25 % ein 
  • 35 % der Frauen haben keinen konkreten Vorsorgeplan

Der Großteil der befragten Frauen weiß also nichts vom Vorsorge-Unterschied und die meisten schätzen die Differenz in der Vorsorge viel zu gering ein. Auch Aussagen wie „Als ich in Teilzeit gegangen bin, habe ich mir keine Gedanken zu meiner Altersvorsorge gemacht.“, „Ich habe noch nie mit meinem Mann über Vorsorgeausgleich gesprochen.“ und „Vorbilder würden mir Orientierung geben.“ zeigen, dass sich viele Frauen des Problems bisher nicht bewusst waren. Mit dem Bewusstwerden ist aber der erste wichtige Schritt getan. Nun heißt es: aktiv werden und die Altersvorsorge in die eigene Hand nehmen!

Aussagen aus virtuellen Roundtables mit 24 Frauen im Zuge der Gender-Pension-Gap-Studie 2020 der Allianz Lebensversicherung.

Umfrage der Forschungs-Agentur Q im Auftrag der Allianz Leben unter mehr als 1.000 in Deutschland lebenden, repräsentativen Teilnehmerinnen.

Vorsorge Gender Pension Survey
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Altersvorsorge ist auch Frauensache
Das Gender Pension Gap zeigt, wie wichtig es ist, rechtzeitig vorzusorgen, um den eigenen Lebensstandard im Alter halten zu können. Gerade Frauen sollten sich frühzeitig Gedanken um ihre Altersvorsorge machen. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei:
  • Befassen Sie sich mit Ihrer Vorsorge und schieben Sie sie nicht vor sich her. 
  • Gehen Sie Ihre Altersvorsorgelücke realistisch an: Was erwarten Sie im Alter, was erhalten Sie Stand jetzt? Einen Überblick dazu bietet Ihnen der Rentenkompass
  • Vorsorge ist Familiensache. Das bedeutet, sich nicht nur gemeinsam um die aktuellen Ausgaben zu kümmern, sondern auch um die zukünftigen. Die finanzielle Zukunft jedes Familienmitglieds sollte diskutiert und selbstverständlich auch gesichert sein. 
  • Auch kleine Schritte führen zum Ziel. Bereits kleine Beiträge haben einen großen Effekt.
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