- Anzahl Firmengründungen: Über 583.100 Unternehmen wurden in Deutschland im Jahr 2021 gegründet.
- Richtig planen: Die Gründung einer eigenen Firma erfordert neben den notwendigen persönlichen Voraussetzungen die richtige Finanzierung und die Auswahl der geeigneten Rechtsform.
- Notwendige Formalitäten: Von der Geschäftsidee bis zum eigenen Unternehmen sind einige Hürden zu überwinden.
- Erfolgsfaktoren: Hier erfahren Sie, wie Sie die Schritte in die Selbstständigkeit erfolgreich bewältigen und wie Sie Ihre eigene Firma richtig absichern.
Eigene Firma gründen
Firmengründung auf den Punkt gebracht
Von der Geschäftsidee bis zur Firmengründung
Persönliche Voraussetzungen
Viele Faktoren beeinflussen, ob Sie mit Ihrer Geschäftsidee erfolgreich sein werden. Der wichtigste Faktor für Ihre eigene Firma sind aber Sie selbst und Ihre persönlichen Voraussetzungen. Sie als Gründer:in haben mit Ihrem Einsatz und Ihren Ideen den größten Einfluss auf Ihr zukünftiges Unternehmen. Darüber hinaus sollten Sie eine Reihe von Fähigkeiten und Kenntnissen mitbringen. Voraussetzungen, um eine eigene Firma zu gründen, sind z. B.:
- Eigeninitiative
- Führungsstärke
- Vertriebstalent
- Fachkompetenz
- Branchenkenntnisse
Kosten & Finanzierung
Passende Rechtsform
Namen finden
Rechtsformen im Überblick
Bei der Gründung einer eigenen Firma spielt die Rechtsform eine wichtige Rolle. Folgende Rechtsformen stehen dabei zur Auswahl:
- Einzelunternehmen: Keine Haftungsbeschränkung, Inhaber:innen haften mit Privatvermögen
- Eingetragener Kaufmann oder eingetragene Kauffrau (e. Kfm. /e. Kfr.): Inhaber:innen haften mit Privatvermögen
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Mind. 25.000 Euro Stammkapital benötigt
- Unternehmergesellschaft (ebenfalls haftungsbeschränkt): Lediglich 1 Euro Stammkapital benötigt
- Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Für mindestens zwei Gesellschafter (nicht haftungsbeschränkt)
- Kommanditgesellschaft (KG) oder Offene Handelsgesellschaft (OHG): Option ohne Haftungsbeschränkung für zwei oder mehr Gründer:innen
- Aktiengesellschaft (AG): Nur für große Gründungsvorhaben, mind. 50.000 Startkapital benötigt.
- GmbH & Co KG: Mischform aus GmbH und Kommanditgesellschaft (haftungsbeschränkt)
Förderung für Existenzgründer:innen
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Voraussetzungen
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Dauer und Höhe
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Künstlersozialkasse
Die wichtigsten Voraussetzungen für einen Gründungszuschuss
Die wichtigsten Voraussetzungen, um einen Gründungszuschuss in Anspruch nehmen zu können, sind:
- Sie müssen arbeitslos gemeldet sein und zu Beginn der Tätigkeit noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.
- Sie üben die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich aus.
- Bei der Agentur für Arbeit muss eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle (Tragfähigkeitsbescheinigung) eingereicht werden - diese können Sie z.B. bei der IHK, HWK oder Ihrer Steuerberatung einholen. Hierfür benötigte Unterlagen sind:
Bezugsdauer und Höhe eines Gründungszuschusses
Kommen Sie für einen Gründungszuschuss infrage, wird dieser zunächst für sechs Monate gewährt. Sie erhalten eine Grundförderung in Höhe Ihres bisherigen Arbeitslosengeld-I-Anspruchs plus 300 Euro Zuschuss für Sozialversicherungsausgaben wie Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
Nach den ersten sechs Monaten können Sie die Pauschale in Höhe von 300 Euro für weitere neun Monate beantragen. Als Grundlage für eine weitere Gewährung des Gründungszuschusses wird eine Übersicht über Ihre unternehmerischen Tätigkeiten und Erfolge der letzten Monate herangezogen. Zudem müssen Sie die Planung für Ihre Zukunft darlegen, inklusive einer Auflistung von Einnahmen und Ausgaben. Weiter prüft die Agentur für Arbeit, ob bei Ihnen eine intensive und hauptberufliche Tätigkeit vorliegt.
Künstlersozialkasse: Unterstützung für selbstständige Künstler:innen, Publizistinnen und Publizisten
Eine weitere Unterstützung für Selbstständige bietet die Künstlersozialkasse (KSK). Sie ist Pflichtversicherung, speziell an diejenigen gerichtet, die eine selbstständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausüben. Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) und die Künstlersozialkasse als ausführendes Organ sorgen dafür, dass selbstständige Künstler:innen, Publizistinnen und Publizisten einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer:innen. Hierbei zahlen Selbständige einen einkommensgerechten Betrag und die KSK stockt auf wie Arbeitgeber in einem Anstellungsverhältnis.
Bitte beachten Sie: Die KSK ist keine Krankenkasse im eigentlichen Sinn. Ihre Krankenkassen-Chipkarte, Krankengeld, Reha-Leistungen und Rente müssen Selbstständige bei der jeweiligen Krankenkasse bzw. dem Rentenversicherungsträger beantragen.
Die eigene Firma gründen & ausreichend absichern
Als Gründer:in einer eigenen Firma tragen Sie große Verantwortung und sind dabei vielen Risiken ausgesetzt. Für den Fall, dass bei Ihrem Traum vom Startup oder eigenen Unternehmen nicht alles nach Plan läuft, sollten Sie sich informieren, wie Sie sich gegen mögliche berufliche und private Folgen absichern können. Ihre Gesundheit können Sie beispielsweise alternativ zur gesetzlichen Krankenkasse über eine private Krankenversicherung mit stärkeren Leistungen oder eine Krankentagegeldversicherung absichern. Mit dem Optionstarif OptionFlexiMed der Allianz sichern Sie sich Ihren zukünftigen Einstieg in die Private Krankenvoll- und Zusatzversicherung in jungen Jahren. Sie beantworten bei Abschluss einmalig die Gesundheitsfragen und können die gewünschte Versicherung zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen. Und das ohne erneute Gesundheitsprüfung und weiterhin zu günstigen Beiträgen. Gewerbetreibende oder Gründer:innen einer Firma sollten zudem unabhängig vom Geschäftsmodell ausreichend abgesichert sein. Eine unerwartete Schadenersatzklage oder ein teurer Rechtsstreit können im schlimmsten Fall ihre Existenz gefährden. Umfassende Absicherung für Betriebe bieten beispielsweise folgende Versicherungen:
- Betriebshaftpflichtversicherung
- Firmen-Rechtsschutzversicherung bzw. Rechtsschutzversicherung für Selbstständige
- Inhaltsversicherung
Welche Versicherungen Sie für Ihre Firma benötigen, ist abhängig vom (finanziellen) Risikoprofil Ihres Betriebes und dem Vorhandensein von z. B. Betriebseinrichtung, Gebäuden und Firmenfahrzeugen. Wir beraten Sie dazu gerne.
Egal für welche Branche oder Unternehmensgröße: Wir finden die richtige Lösung für Sie. %agencyName%
Notwendige Formalitäten zur Gründung Ihrer eigenen Firma
Genehmigungen und Zulassungen erwerben
Gewerbeanmeldung durchführen
Finanzamt informieren
Eintragung ins Handelsregister
Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
Mitarbeiter anmelden
Herausforderungen der Selbstständigkeit
Buchhaltung
Akquise
Markenrechtliche Aspekte
Gefahren aus dem Netz
Sozialversicherung
Zeitmanagement
Gesundheit
Finanzen
Eine eigene Firma gründen – so klappt´s
Alle wichtigen Punkte für den Weg in die Selbstständigkeit oder zur Gründung Ihres eigenen Unternehmens in der Übersicht:
Die Firmengründung und weitere Optionen der beruflichen Selbstständigkeit
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Eigene Firma
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Kleingewerbe
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Franchise
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Betriebsübernahme
Eigene Firma gründen
Viele Existenzgründer:innen versuchen, eine vollkommen neue Geschäftsidee, ein Gewerbe oder eine Dienstleistung auf dem Markt zu etablieren. Dabei handelt es sich erfahrungsgemäß um die schwierigste Variante. Denn bevor man die eigene Firma gründen kann, müssen hierbei doch schon im Vorfeld umfassende Recherchen und Analysen des Marktes angestellt werden.
Eine Idee kann bahnbrechend und innovativ sein, die grundsätzlich zu bejahende Frage ist aber: Wird das Produkt oder die Dienstleistung überhaupt benötigt? Was für einen selbst wie die Neuerfindung des Rades wirken mag, kann sich in der freien Wirtschaft vielleicht gar nicht durchsetzen. Aber es kann natürlich auch Großes und Einflussreiches entstehen, wie z.B. bei einem der einflussreichsten Softwareunternehmen, das aus einer Garage heraus gegründet wurde.
Kleingewerbe gründen
Die Geschäftsidee zunächst einmal auf Tauglichkeit prüfen und langsam testen? Viele Existenzgründer:innen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit zunächst vorsichtig, indem sie ein Kleingewerbe gründen. Kleinunternehmer:innen können ihr Gewerbe auch als Nebengewerbe zu ihrem Hauptberuf betreiben und – je nach Erfolg – irgendwann daraus ihren Haupterwerb machen.
Der Vorteil: Kleingewerbetreibende können nicht nur sehr flexibel arbeiten, sondern auch auf eine zusätzliche Einkommensquelle hoffen, sobald sich die Geschäftsidee bewährt hat. So können sie die Selbstständigkeit testen, bevor direkt der konsequente Schritt in die Existenzgründung gewagt werden muss. Eine einfache Buchführung ohne Bilanzerstellung oder Inventur vereinfachen die Gründung von Kleingewerben zusätzlich.
Franchise gründen
Erfolgreich mit der Idee anderer. Hierbei nutzen Sie als Existenzgründer:in eine bereits gewinnbringend erprobte Geschäftsidee und zahlen dafür an den Franchisegeber eine Lizenzgebühr, wahlweise auch eine Eintrittsgebühr.
Die durchschnittliche Einstiegsinvestition liegt in Deutschland bei 10.300 Euro. Laut Deutschem Franchiseverband sind 83% aller Franchisenehmer nach drei Jahren noch am Markt vertreten. Ein Franchise Unternehmen zu gründen kann also für Existenzgründer:innen interessant sein, die ein sehr geringes Risiko bevorzugen.
Allerdings sollte hier bedacht werden, dass eine Existenzgründung sehr an die Vorgaben und vor allem das Image des Franchisegebers gebunden ist. Zur Zeit gibt es in Deutschland nur etwa 1.000 Franchisenehmer, diese setzen aber rund 60 Milliarden Euro um.
Einen Betrieb übernehmen
Viele Existenzgründer:innen ziehen in Betracht, einen bereits existenten Betrieb zu übernehmen. Hierbei profitieren Sie als Existenzgründer:in von Bekanntheit, Prestige und einem bereits vorhandenen Kundenstamm. Dadurch wird es möglich, schon vorher die Höhe des möglichen Profits zu berechnen und das Risiko einer betriebswirtschaftlichen und privaten Insolvenz zu minimieren.
Der große Nachteil ist natürlich, dass Existenzgründer:innen den Betrieb monetär ablösen müssen. Auch gibt nicht jede Person gerne ihr Lebenswerk in fremde Hände. Es erfordert oft ein hohes Maß an Überzeugungsarbeit, die geleistet werden muss. Als Existenzgründer:in sollten Sie auch einplanen, einige Monate vor Übernahme im Betrieb zu verbringen.
Eigene Firma gründen – haben Sie noch Fragen?
Was ist der Unterschied zwischen einer Firma und einem Unternehmen?
Einen Unterschied zwischen den Begriffen Firma und Unternehmen gibt es im alltäglichen Sprachgebrauch kaum. Die beiden Wörter werden häufig gleichbedeutend verwendet. In juristischen und/oder vertraglichen Zusammenhängen ist mit dem Begriff Firma allerdings einzig der Name gemeint, unter dem Kaufleute ihre Geschäfte betreiben. Mit Firma ist in diesem Rahmen nur der Name des Unternehmens gemeint, z. B. „Elektrohandel Mustermann“.
Der Begriff Unternehmen bezeichnet hingegen eine wirtschaftlich-finanzielle und rechtliche Einheit, die sich durch Rechtsformen wie z. B. GmbH, UG oder AG kennzeichnet. Bei der Gründung einer Firma stellt sich für alle Gründer:innen vor der eigentlichen Firmengründung die Frage nach der geeigneten Unternehmensform.
Wer darf eine eigene Firma gründen?
Kann ich meine eigene Firma nebenberuflich gründen?
Ist es möglich, eine Firma ohne Eigenkapital zu gründen?