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Tierhalter:innen unterschätzen Tierarztkosten

Meta-Studie Tierarztkosten

Haustiere bereichern unser Leben. Sie sind Familie, Freunde und Wegbegleiter. Doch wenn sie krank werden, kann die medizinische Versorgung schnell teuer werden. Aktuelle Studien zeigen: Viele Halterinnen und Halter unterschätzen die realen Kosten beim Tierarzt deutlich. Aus diesem Anlass haben wir eine ausführliche Meta-Studie beauftragt und die zentralen Erkenntnisse gesammelt. Am Ende dieser Seite können Sie die vollständige Studie zudem kostenfrei herunterladen.

Die tatsächlichen Kosten für tierärztliche Behandlungen werden häufig unterschätzt – und das nicht nur bei seltenen Operationen, sondern auch bei Routineuntersuchungen, Impfungen oder altersbedingten Medikamenten.

Wenn Tierhalter:innen die Kosten tiermedizinischer Versorgung realitätsfern einschätzen, kann das Folgen für das Tierwohl und die Versorgungssituation mit sich bringen.

Mögliche Auswirkungen unterschätzter Kosten umfassen:

  • Aufschieben oder Unterlassen notwendiger Behandlungen
  • Abbruch bereits begonnener Therapien
  • Zunahme von Tierschutzfällen aufgrund finanzieller Überforderung der Halter:innen
  • Wirtschaftlicher Druck auf Tierarztpraxen durch Zahlungsausfälle

Laut PDSA-Report 2024 verschoben 9 % der Befragten in Großbritannien notwendige Tierarztbesuche aus finanziellen Gründen. 2  Solche Einzelerhebungen deuten darauf hin, dass finanzielle Engpässe reale Auswirkungen auf die Versorgung und das Tierwohl haben können.

Systematische Daten zu Behandlungsausfällen oder einem direkten Zusammenhang zwischen gestiegenen Tierarztkosten und Versorgungsabbrüchen fehlen jedoch – insbesondere für Deutschland. Hier wäre weitere Forschung wünschenswert.

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) wurde grundlegend angepasst. Das führte branchenweit zu einem erheblichen Anstieg der Basis- und Behandlungskosten. 

Wer sich bei der Planung noch an Preisen von vor 2022 orientiert, erlebt in der Praxis heute oft unangenehme Überraschungen. Frühere Erfahrungswerte können dabei eine Quelle für falsche Kostenschätzungen bilden.

Die folgende Übersicht zeigt beispielhaft, mit welchen Kosten Sie nach der aktuellen Gebührenordnung rechnen müssen:

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Behandlung / Situation Zu erwartende Kosten (nach aktueller GOT)
Routinemäßige Impfungen (inkl. Beratung) 50 bis 150 Euro
Chronische Erkrankungen (z.B. Medikamente) 80 bis 150 Euro (monatlich)
Operation eines Knochenbruchs 1.500 bis 3.500 Euro (einmalig)
Atemwegs-OP (bei kurznasigen Hunden) Bis zu 4.000 Euro (einmalig)

Unterschiedliche Haustierrassen zeigen verschiedene Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten oder benötigen vermehrt spezifische Behandlungen. 

Erhöhte Gesundheitsrisiken beim Tier steigern auch die Wahrscheinlichkeit von finanziellen Risiken für Halter:innen.

Beispiele:

  • Kurznasige Hunde (z. B. Mops, Französische Bulldogge) haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen. Eine dafür notwendige BOAS-Operation (Brachycephales Obstruktives Atemwegssyndrom) ist häufig ein hoher Kostenfaktor.
  • Große Rassen wie Deutsche Dogge oder Berner Sennenhund zeigen häufiger Hüftdysplasie und Arthrose, mit jährlichen Behandlungskosten von bis über 1.000 € 4.
  • Langhaarkatzen wie Maine Coon und Perser sind häufig anfällig für Polyzystische Nierenerkrankungen und Zahnprobleme, die regelmäßige tierärztliche Betreuung erfordern 4.

Haustiere sind in allen Gesellschaftsschichten beliebt. Auch in Haushalten mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.999 Euro werden in 30 % der Fälle Haustiere gehalten.

Hohe und oft unerwartete Tierarztrechnungen können für Haushalte mit geringen Rücklagen erhebliche finanzielle Engpässe mit sich bringen. 

Ein wirkungsvoller Ansatz zur Abfederung unerwarteter Tierarztkosten ist der Abschluss einer Tierkrankenversicherung. In Deutschland gibt es ein differenziertes Angebot vieler Versicherer.

Gemäß einer Studie des Versicherungsboten aus dem Jahr 2023 besitzen allerdings nur knapp ein Viertel der Hundehalter:innen eine entsprechende Versicherung 5. Bei Katzen und Kleintieren liegt die Durchdringung sogar noch niedriger.

Dabei zeigen internationale Untersuchungen, dass ein gut abgestimmtes Versicherungsprodukt einen messbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten kann:

So weisen versicherte Tiere laut einer US-Studie im Schnitt eine höhere Behandlungsquote und eine geringere Verzögerung bei medizinischen Eingriffen auf 4.

Viele Tierhalter:innen unterschätzen die im Laufe eines Tierlebens anfallenden Kosten. Fehlende Rücklagen oder der Verzicht auf eine Tierkrankenversicherung können finanzielle Engpässe verursachen.

Eine realistische Einschätzung der Tierarztkosten ist damit entscheidend für das Tierwohl und die Versorgungssicherheit. 

Mit diesem Wissen kann man individuelle Rücklagen in ausreichender Höhe bilden oder eine passende Tierkrankenversicherung abschließen.

Vollständige Studie mit weiteren Fakten und Daten zum kostenfreien Download:

Die vollständige Meta Studie, inklusive zahlreicher weiterer Quellen und Informationen, können Sie hier kostenfrei herunterladen.

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