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Wozu brauche ich denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

Ich habe doch schon eine private Unfallversicherung.

Kurz erklärt in 30 Sekunden

BU oder Unfallversicherung? Alles, was Sie wissen müssen

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Die medizinische Versorgung nach einem Unfall zahlt in der Regel entweder die Krankenkasse oder eine (private) Unfallversicherung.
  • Auch wenn Sie medizinisch gut absichert sind: Ihre laufenden Kosten wie Miete, Kredite oder weitere finanzielle Verpflichtungen fallen trotzdem an. Damit keine finanzielle Engpässe entstehen, ist eine Einkommensabsicherung unverzichtbar.
  • Bestenfalls kombinieren Sie Ihre Unfallversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ein paar Zahlen

So viele Unfälle passieren in Deutschland

Allianz - Infografik: Anzahl Unfallopfer in Deutschland 2014

Alle vier Sekunden ereignet sich in Deutschland ein Unfall. So haben sich laut Statistiken und Schätzungen des Robert Koch Instituts allein im Jahr 2014 etwa 12,1 % der Deutschen eine Verletzung zugezogen oder waren zumindest in einen Unfall verwickelt. Wirft man nun einen Blick auf die Gesamtbevölkerung, entspricht das insgesamt 9,77 Mio. Unfällen in nur einem Jahr.

Wichtige Tipps

Um diese Fragen geht es bei einer guten Absicherung

Solange wir gesund sind, sehen wir Vieles gerne als selbstverständlich an. Zum Beispiel, dass die Leistungen der gesetzlichen und privaten Unfallversicherung ausreichen werden, wenn uns ein Unfall in Arbeit oder Freizeit passiert. Wenn Sie im Falle eines Unfalls aber richtig gut abgesichert sein wollen, dann lohnt es sich, dass Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Nach einem Unfall kommt doch meine gesetzliche oder private Unfallversicherung für alles Nötige auf, oder?
  • Krankenversicherung, gesetzliche und private Unfallversicherung etc. - welche Versicherung zahlt denn bei einem Unfall was?
  • Wozu braucht es jetzt auch noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ich doch schon eine gesetzliche oder private Unfallversicherung habe?
  • Was ist der Unterschied zwischen Invalidität im Sinne der Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit?
  • Und wenn ich durch einen Unfall berufsunfähig werde?
  • Warum lohnt sich die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und privater Unfallversicherung?
Allianz - Fragen und Vertragsberatung

Wenn der Ernstfall eintritt

Nach einem Unfall kommt doch die private Unfallversicherung für alles Nötige auf, oder?

Allianz - Automatikschaltung im Auto

Klingt eigentlich nur logisch – ist aber nicht ganz richtig. Wenn Sie wegen eines Unfalles zum Arzt gehen oder sogar ins Krankenhaus müssen, übernimmt meist die Krankenversicherung die Kosten.

Die private Unfallversicherung hat einen anderen Zweck. Die Kernleistung besteht darin, im Falle einer dauernden Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (“Invalidität“) Kapital zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich ist eine Rentenzahlung möglich. Über dieses Geld können Sie frei verfügen, z.B. für einen behindertengerechten Auto- und Hausumbau oder für einen Umzug in eine Wohnung im Erdgeschoss.

Weitere Leistungen einer privaten Unfallversicherung können z.B. ein Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen sein.

Brechen Sie sich also z.B. beim Joggen das Fußgelenk und müssen deshalb für zwei Tage ins Krankenhaus, übernimmt die Kosten für das Krankenhaus, einen evtl. Reha-Aufenthalt sowie für die anschließende ambulante ärztliche Behandlung Ihre Krankenversicherung.

War der Bruch sehr kompliziert, funktioniert der Fuß nicht mehr wie früher, es verbleibt also eine dauernde Beeinträchtigung („Invalidität“)? Für diese Invalidität erhalten Sie von Ihrer privaten Unfallversicherung – je nach vereinbarter Versicherungssumme – z.B.  14.000 Euro. Dieses Geld verwenden Sie um Ihr drei Jahre altes Auto gegen ein neues mit Automatikgetriebe einzutauschen.

Versicherungen im Vergleich

Krankenversicherung, gesetzliche und private Unfallversicherung: Welche Versicherung zahlt bei einem Unfall was?

Das zahlen die gesetzlichen Versicherungen (Sozialversicherungen)

  • Krankenversicherung

Sie übernimmt im Wesentlichen die Kosten der Heilbehandlung beim Arzt oder im Krankenhaus.

  • Unfallversicherung

Jeder Arbeitnehmer ist dort automatisch versichert, die Beiträge übernimmt der Arbeitgeber. Versicherungsschutz besteht allerdings nur bei Berufs- und Wegeunfällen, also nicht in der Freizeit. Bei einem versicherten Unfall übernimmt sie statt der Krankenversicherung die Kosten der Heilbehandlung. Außerdem sieht sie ab einer dauerhaften Beeinträchtigung von mindestens 20 % eine Rente vor, deren Höhe abhängig vom Einkommen ist.

  • Rentenversicherung

Wenn bestimmte sozialversicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sind, wird bei einer wesentlichen Minderung der Erwerbsfähigkeit – auch nach einem Unfall – eine Rente bezahlt: die Erwerbsminderungsrente.

Das zahlen die privaten Versicherungen

  • Unfallversicherung

Sie bietet 24 Stunden, sieben Tage und weltweit Schutz. Den Umfang des Versicherungsschutzes können Sie wählen. Sie erhalten im Fall von Invalidität eine einmalige Kapitalzahlung und ggf. eine Rentenzahlung. Auch Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen können vereinbart werden. Die Leistung ist dabei unabhängig davon, ob eine Berufstätigkeit weiterhin ausgeübt werden kann. Im Vergleich zur gesetzlichen Unfallversicherung ist es dabei egal, wo sich der Unfall ereignet.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Kann durch eine Krankheit der Beruf nicht mehr für mindestens 6 Monate (bei unserer BU Plus) zu mindestens 50% ausgeübt werden, springt die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer laufenden Rente ein. Die Höhe der versicherten Rente können Sie wählen.

Und das Besondere: Leistungen aus der privaten Unfallversicherung und der BU erhalten Sie auch dann ungekürzt, wenn Sie wegen des Unfalls aus anderer Quelle eine Leistung erhalten (z.B. von der Haftpflichtversicherung Ihres Unfallgegners).

Gute Gründe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Wozu brauche ich noch eine Berufsunfähigkeits­versicherung, wenn ich eine gesetzliche und private Unfall­versicherung habe?

Allianz - Frau leidet unter Rückenschmerzen

Die private Unfallversicherung sieht immer dann eine Leistung vor, wenn eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit („Invalidität“) vorliegt. Je nach vertraglicher Vereinbarung wird schon ab Invalidität von einem Prozent geleistet. Weitere Leistungen der privaten Unfallversicherung sind z.B. ein Krankenhaustagegeld oder verschiedene Hilfs- und Beratungsleistungen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet zwar nur dann, wenn Sie nicht mehr arbeiten können, aber auch dann, wenn die Ursache für die Berufsunfähigkeit kein Unfall, sondern eine Krankheit ist. Als häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit gelten psychische Probleme oder Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Die BU springt immer dann mit einem vorab vertraglich festgelegten finanziellen Ausgleich ein, wenn Sie aufgrund einer Krankheit mindestens sechs Monate bei der BU Plus (bei unserer BU Basis 36 Monate) ununterbrochen berufsunfähig sind und Ihren Beruf nicht ausüben können – ob Invalide oder nicht.

Wenn die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist

Was genau ist der Unterschied zwischen Invalidität im Sinne der Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit?

Invalidität

Als Invalide gelten Sie immer dann, wenn Ihre körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit unfallbedingt beeinträchtigt ist. Aufgrund einer Invalidität müssen Sie aber nicht zwingend auch arbeits- oder berufsunfähig werden. Wird eine durch eine Unfallverletzung (Kreuzbandriss, Querschnittslähmung, etc.) verursachte Invalidität festgestellt, haben Sie für gewöhnlich Anspruch auf die vereinbarte Einmalzahlung oder auf eine lebenslange monatliche Unfallrente. Gut zu wissen: Im Fall einer durch Krankheit und unabhängig von einem Unfall auftretenden Invalidität bekommen Sie von Ihrer privaten und gesetzlichen Unfallversicherung keine Leistung.

 

Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit bedeutet in erster Linie, dass Sie Ihren aktuellen Beruf nicht mehr weiter zu mindestens 50% ausüben können. Das kann sowohl temporär (bei unserer BU Plus mindestens 6 Monate) oder dauerhaft auf unbestimmte Zeit sein. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie infolge von Krankheit, Körperverletzung oder eines mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls außerstande sind, Ihren Beruf auszuüben. Die BU springt finanziell ein, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Und zwar so lange, wie Sie tatsächlich berufsunfähig sind. Notfalls sogar bis zum vereinbarten Renteneintritt, der optimalerweise auf das Ende der Vertragslaufzeit fällt.

Allianz - Frau im Rollstuhl

Fallbeispiel - junger Bergsportler*

Berufsunfähig durch einen Unfall? Mich trifft es doch eh nicht.

Allianz - Mann joggt auf Bergwiese

Ein Physiotherapeut (30 Jahre*) ist leidenschaftlicher Bergsportler und ständig draußen unterwegs – sei es nun zu Fuß oder mit dem Rad. Bei einer Tour stürzte er so unglücklich, dass er sich an der Wirbelsäule verletzte und mithilfe eines Rettungshubschraubers in ein Krankenhaus geflogen werden musste. Es kommt nicht so schlimm wie befürchtet, aber es bleibt eine so starke Beeinträchtigung (Invalidität 30%), dass er auf Dauer weder seinen Beruf als Physiotherapeut noch Bergsport ausüben kann. Seine Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten, von den Leistungen aus seiner privaten Unfallversicherung kann er den rollstuhlgerechten Umbau seiner Wohnung und ein Auto mit Automatikgetriebe finanzieren. Da sich der Unfall in der Freizeit ereignet hat, erhält der junge Mann keine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Hätte er rechtzeitig mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt, würde er von dort eine laufende Rente beziehen.

* Die beschriebene Person dient lediglich der Veranschaulichung und ist fiktiv.

Unser Tipp für eine clevere Absicherung

Deshalb lohnt sich die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und privater Unfallversicherung

Laut Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist die Wahrscheinlichkeit neunmal höher, dass Sie aufgrund einer Krankheit Ihren Beruf nicht mehr ausüben können als durch einen Unfall. Zwar decken die gesetzliche wie auch die private Unfallversicherung bleibende körperliche Beeinträchtigungen ab und kommen für bestimmte Kosten auf. Dennoch zahlt die Unfallversicherung im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung nur im Falle einer durch einen Unfall verursachten Invalidität. Wenn Sie aber aufgrund der Verletzung auf Dauer nicht mehr arbeiten gehen können, hilft Ihnen nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung, um Ihren Verdienstausfall abzudecken. Daher ist es ratsam, gesetzliche und/oder private Unfallversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu kombinieren, um sich gegen alle Eventualitäten abzusichern.

Allianz - Schreibtisch

Kurz zusammengefasst

Das Wichtigste zum Versicherungsschutz

Allianz - Icon Zusammenfassung

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt nur für die entstandenen Kosten auf, wenn sich der Unfall während der Arbeit/Schule oder auf dem Arbeits-/Schulweg ereignet hat. Durch eine private Unfallversicherung haben Sie einen Unfallschutz, der Sie weltweit und rund um die Uhr – auch bei Freizeitunfällen – absichert. Wenn Sie jedoch aufgrund einer Krankheit dauerhaft nicht mehr arbeiten können, greift keine der beiden Unfall­versicherungen. Daher lohnt sich der Abschluss einer zusätzlichen Berufsunfähigkeits­versicherung. Sie erhalten dann eine monatliche Rente.

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