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Begriffserklärung

Pflege

Im Bereich der Pflege und Pflegeleistungen gibt es eine Vielzahl von Fachbegriffen, die nicht immer leicht verständlich sind.

Wir haben für Sie einige davon zusammengetragen und mit kurzen Erklärungen versehen.

A

  • Alltagskompetenz
Alltagskompetenz

Unter Alltagskompetenz versteht man, dass ein Erwachsener die alltäglichen Aufgaben innerhalb seiner Kultur selbständig und unabhängig in einer eigenverantwortlichen Weise erfüllen kann.

B

  • Begutachtung
  • Behandlungspflege
  • Behinderteneinrichtung
  • Beratungseinsatz
Begutachtung

Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung erhalten Pflegebedürftige erst, wenn die Pflegebedürftigkeit durch ein Gutachten festgestellt worden ist.

Zu diesem Zweck beauftragt der Soziale Pflegeversicherer den Medizinischen Dienst (MDK) und die Private Pflegepflichtversicherung die MEDICPROOF GmbH.

Die Begutachtung erfolgt durch einen Arzt oder eine Pflegefachkraft (Gutachter).

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege beinhaltet von einem Arzt angeordnete, an Pflegekräfte delegierte und unter seiner Aufsicht durchgeführte Maßnahmen der ärztlichen Behandlung, wie zum Beispiel Insulininjektionen, Verbandswechsel, Katheterwechsel, Medikamentengaben, Blutdruckkontrollen. Sie dienen dazu, Krankheiten zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Behandlungspflege erhalten Versicherte in ihrem eigenen Haushalt oder in dem ihrer Familie als häusliche Krankenpflege, wenn es zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung oder zur Vermeidung einer Krankenhausbehandlung erforderlich ist.

Behinderteneinrichtung

Pflege in einer Behinderteneinrichtung erfolgt, wenn die Pflege eines Pflegebedürftigen in einer vollstationären Einrichtung der Behindertenhilfe (§ 43a SGB XI) durchgeführt wird.

Beratungseinsatz

Pflegebedürftige, die Pflegegeld beziehen, haben je nach Pflegegrad einmal halbjährlich (Pflegegrad 2 und 3) bzw. vierteljährlich (Pflegegrad 4 und 5) einen Beratungseinsatz durchführen zu lassen.

C

  • compass private pflegeberatung
compass private pflegeberatung

Die COMPASS Private Pflegeberatung bietet kostenlose Information, Beratung und Hilfestellung rund um das Thema Pflege für Versicherte der Privaten Pflegepflichtversicherung.

Telefonnummer 08 00.1 01 88 00 (bundesweit gebührenfrei)

Internet: http://www.compass-pflegeberatung.de/

Leistungsumfang:

  • direkte Information und Beratung am Telefon,
  • Vermittlung eines Informations- und Beratungsgesprächs zu Hause.

D

  • Demenz
Demenz

Demenz ist ein Symptomkomplex als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit unterschiedlich ausgeprägter Störung vieler höherer Hirnfunktionen einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Auch Sozialverhalten, emotionale Kontrolle und Motivation können beeinträchtigt sein.

E

  • Entlastungsbetrag
Entlastungsbetrag

Pflegebedürftige erhalten neben den Leistungen der ambulanten und teilstationären Pflege einen zusätzlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125,00 EUR. Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Entlastungsleistungen, z.B. Leistungen der Tages- oder Nachtpflege oder Leistungen der Kurzzeitpflege.

H

  • Hälftiges Pflegegeld
  • Häusliche Pflege
Hälftiges Pflegegeld

Die Hälfte des Pflegegeldes wird während der Verhinderung einer Pflegeperson bis zu sechs Wochen und bei einer Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen weitergezahlt.

 

Häusliche Pflege

Häusliche Pflege erfolgt, wenn die Pflege eines Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung durch eine Pflegeperson oder durch einen Pflegedienst durchgeführt wird.

 

I

  • Investitionskosten
Investitionskosten

Pflegeheime können von ihren zu betreuenden Personen Entgelte für die notwendigen Investitionen, wie z. B. für Miete, Pacht, Nutzung oder Mitbenutzung von Grundstücken etc. erheben, soweit sie keine öffentlichen Fördermittel erhalten. Das regelt § 82 Abs. 4 „Finanzierung der Pflegeeinrichtungen“ SGB XI.

K

  • Kombinationsleistung
  • Kurzzeitpflege
Kombinationsleistung

Das Pflegegeld (für ehrenamtliche Pflegekräfte) und die Pflegesachleistung (für professionelle Pflegekräfte) können miteinander kombiniert werden. Wird die Pflegesachleistung nicht in vollem Umfang in Anspruch genommen, so wird daneben anteiliges Pflegegeld gezahlt.

Kurzzeitpflege

Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht Anspruch auf eine zeitlich befristete Pflege in einer vollstationären Einrichtung. Die Leistung der Kurzzeitpflege ist dabei auf längstens acht Wochen und einen Höchstbetrag von bis zu 1.612 Euro begrenzt. Außerdem kann die Leistung der Kurzzeitpflege mit Leistungen der Verhinderungspflege kombiniert werden. Diese ergibt sich aus § 42 SGB XI „Kurzzeitpflege“.

M

  • Medicproof
  • Modul
Medicproof

Als Tochterunternehmen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) prüft die MEDICPROOF GmbH, ob bei privat versicherten Antragstellern eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und welchem Pflegegrad diese zuzuordnen ist.

Internet: https://www.medicproof.de/

Modul

Der Grad der Selbständigkeit wird in sechs verschiedenen Modulen (Lebensbereichen) gemessen, diese werden unterschiedlich gewichtet und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Dieses Ergebnis bildet dann den Pflegegrad.

Die sechs Lebensbereiche sind:

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umfang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

P

  • Pflegebedürftigkeit
  • Pflegebedürftigkeits-Richtlinien
  • Pflegebegutachtung
  • Pflegegeld
  • Pflegegrade 1-5
  • Pflegehilfsmittel
  • Pflegekraft
  • Pflegekurse
  • Pflegeperson
  • Pflegesachleistung
  • Pflegeunterstützungsgeld
  • Pflegezeit
Pflegebedürftigkeit

Das Pflegegesetz (SGB XI) definiert alle Personen als pflegebedürftig, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können.

Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate bestehen und sie muss verbunden sein mit einer geringen, erheblichen, schweren oder schwersten Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder Fähigkeiten.

Pflegebedürftigkeits-Richtlinien

Die Richtlinien regeln rechtsverbindlich die Abgrenzung der Merkmale der Pflegebedürftigkeit (§ 14 SGB XI) und der Pflegegrade (§ 15 SGB XI) sowie das Verfahren der Feststellung der Pflegebedürftigkeit (§ 18 SGB XI).

Sie gelten unabhängig davon, ob im häuslichen oder stationären Bereich gepflegt werden soll.

Die Richtlinien sind für die Pflegekassen (§ 46 SGB XI) und die Private Pflegepflichtversicherung (§ 110 SGB XI) verbindlich.

Pflegebegutachtung

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) begutachtet Ihre Situation und entscheidet über Art und Umfang der Leistungen anhand der fünf Pflegegrade.

Privat Versicherte werden durch den Medizinischen Dienst der privaten Pflegeversicherer, MEDICPROOF, begutachtet.

Pflegegeld

Das Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der Pflegeversicherung. Sie wird gezahlt, wenn die Pflege selbst sichergestellt wird – zum Beispiel, wenn die Pflege durch Angehörige erfolgt.

Pflegegrade 1-5

Liegt eine Pflegebedürftigkeit vor, erfolgt eine Einteilung je nach Grad der noch vorhandenen Selbständigkeit und Fähigkeiten in einen der fünf Pflegegrade laut dem Pflegestärkungsgesetz.

Pflegehilfsmittel

Die häusliche Pflegehilfe in der gesetzlichen Pflegeversicherung wird ergänzt um die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, wie z. B. Verbrauchshilfsmittel (z.B. Inkontinenzartikel) oder technische Hilfsmittel (z.B. Pflegebett, Badewannenlifter), die der Erleichterung der häuslichen Pflege dienen oder eine selbständigere Lebensführung des Pflegebedürftigen ermöglichen. Technische Hilfsmittel werden vorrangig leihweise überlassen.

Pflegekraft

Unter dem Begriff Pflegekraft werden sämtliche Berufe in der Pflege zusammengefasst, wie z.B. Altenpfleger.

Pflegekurse

Für Angehörige und sonstige an einer ehrenamtlichen Pflegetätigkeit interessierte Personen werden kostenlose Schulungskurse ermöglicht, die die notwendigen Fähigkeiten zur eigenständigen Durchführung der Pflege vermitteln und helfen sollen, mit den seelischen und körperlichen Belastungen der Pflege besser fertig zu werden.

Kunden der Privaten Pflegepflichtversicherung können sich direkt bei compass private pflegeberatung informieren.

Pflegeperson

Pflegepersonen sind Personen, die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung pflegen.

Pflegesachleistung

Sachleistung bedeutet, dass die Pflegeversicherung die Leistung nicht in Form einer Geldzahlung erbringt, damit der Versicherte davon selbst die Pflege bezahlt, sondern dass die Pflegeversicherung eine Pflegeeinrichtung durch einen Versorgungsvertrag damit beauftragt, die Pflegehilfe zu erbringen.

In der Privaten Pflegepflichtversicherung werden keine Sachleistungen erbracht, sondern je nach Pflegegrad entsprechender Kostenersatz.

Pflegeunterstützungsgeld

Für eine einmalige Freistellung von der Arbeit von bis zu 10 Tagen erhalten pflegende Angehörige eine Lohnersatzleistung (Pflegeunterstützungsgeld), wenn in einer akut aufgetretenen Pflegesituation die Organisation oder Sicherstellung der Pflege nötig ist.

Pflegezeit

Die Pflegezeit gestattet einem Arbeitnehmer, sich für eine begrenzte Zeitdauer von der Arbeit freistellen zu lassen oder in Teilzeit zu arbeiten, um Angehörige zu pflegen, ohne dadurch den Arbeitsplatz zu gefährden.

Dadurch soll die Möglichkeit eröffnet werden, pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen. Es soll dazu beitragen, Berufstätigkeit und familiäre Pflege besser miteinander vereinbaren zu können.

Wenn pflegende Angehörige Pflegezeit in Anspruch nehmen, zahlt die Pflegeversicherung in dieser Zeit, unter gewissen Voraussetzungen, einen Ausgleich zum entgangenen Arbeitsentgelt sowie Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung und an die Arbeitslosenversicherung.

Für weitere Details ist es empfehlenswert, sich an die zuständige Pflegeversicherung zu wenden.

S

  • Soziale Sicherung der Pflegepersonen
  • Stationäre Betreuungsleistungen
  • Stationäre Pflege
Soziale Sicherung der Pflegepersonen

Sofern die Pflege durch eine nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson erfolgt, werden für diese unter bestimmten Voraussetzungen auch Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt. Außerdem besteht Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung.

Voraussetzung für die Absicherung der Pflegeperson in der Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung:

Die Pflege wird nicht erwerbsmäßig betrieben. Pro Woche wird mindestens 10 Stunden gepflegt, regelmäßig auf mindestens zwei Tage verteilt. Daneben darf die Pflegeperson nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die gepflegte Person mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist.

Stationäre Betreuungsleistungen

Neben den Leistungen der stationären Pflege wird ein Zuschlag für die Betreuung gezahlt, wenn eine entsprechende Vergütungsvereinbarung mit der Pflegeeinrichtung besteht.

Stationäre Pflege

Stationäre Pflege erfolgt, wenn die Pflege eines Pflegebedürftigen in einer zugelassenen vollstationären Einrichtung durchgeführt wird.

T

  • Teilstationäre Pflege
Teilstationäre Pflege

Kann die häusliche Pflege eines Pflegebedürftigen nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden, besteht Anspruch auf zeitlich unbegrenzte teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege. Das gilt insbesondere
- in Fällen einer kurzfristigen Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit
- in Fällen einer Einschränkung der Pflegetätigkeit der Pflegeperson
- zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege

V

  • Verhinderungspflege
  • Vollstationäre Pflege
Verhinderungspflege

Bei der Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens 6 Wochen je Kalenderjahr, wenn eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert ist. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens 6 Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Mit der Verhinderungspflege können auch Alltagsbegleitungen, Haushaltshilfe etc. finanziert werden. Vorausgesetzt, es besteht eine Einstufung mindestens in den Pflegegrad 2 und die zu pflegende Person wohnt zu Hause. Bei der Verhinderungspflege sind zwei Höchstgrenzen zu beachten: maximal sechs Wochen und ein Höchstbetrag von 1.612 Euro. Außerdem kann die Leistung der Verhinderungspflege mit Leistungen der Kurzzeitpflege kombiniert werden.

Vollstationäre Pflege

Vollstationäre Pflege bedeutet, dass sich der Pflegebedürftige am Tag und in der Nacht (ohne zeitliche Begrenzung) in einem zugelassenen Pflegeheim aufhält.

W

  • WDS.care Pflege-Assistance
  • Wohngruppen
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
WDS.care Pflege-Assistance

WDS.care Pflege-Assistance bietet sofortige Hilfe im Pflegefall für Sie und Ihre Angehörigen – auch weltweit. Alle Organisations- und Vermittlungsservices sind für PflegetagegeldBest-Kunden* kostenfrei.

Ihre 24/7 Service-Hotline: 0201-17784866

Beratung & Organisation der individuellen Pflege, z. B.

  • Beratung zu Hause oder telefonisch innerhalb von 24 Stunden (z. B. zur Bedarfsanalyse, Wohnsituation, Beantragung der Pflege)
  • 24h Pflegeheimplatzgarantie am Wunschort
  • Versorgung durch Pflegedienste aller Art (ambulant, teil- oder vollstationär, Kurzzeitpflege)
  • Hausnotruf

Unterstützung für pflegende Angehörige, z.B.:

  • Psychologischer Mediator zur familiären Konfliktlösung
  • Selbsthilfegruppen
  • Umgang mit Demenzerkrankungen
  • Pflegeschulungen

Vermittlung lebenspraktischer Services, z. B.:

  • Haushalt & Reinigung
  • Einkaufen & Menüservice
  • Krankentransport & Begleitung

* Neu- und Bestandskunden – bei Bestandskunden nur bei den Tarifen PZTB02, PZTB03, PZTBEST, PZTP02

Wohngruppen

Die Gründung einer ambulanten Wohngemeinschaft kann mit bis zu 2.500,00 EUR bezuschusst werden. Unter gewissen Voraussetzungen steht zudem eine monatliche Pauschale von 214,00 EUR bei Versorgung in einer Wohngruppe zur Verfügung.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Es können durch die Pflegeversicherung Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewährt werden, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 4.000 Euro je Maßnahme nicht übersteigen.

 

Häufige Fragen und Antworten

Auf der Übersichtsseite finden Sie weitere interessante Fragen und Antworten zu Ihren Allianz Produkten.