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Bürgerentlastungsgesetz

Steuerliche Berücksichtigungsfähigkeit von Kranken- und Pflegepflicht­versicherungsbeiträgen

 

Kurz erklärt in 30 Sekunden

Bürgerentlastungsgesetz: Auf den Punkt gebracht

Allianz - Stoppuhr mit Allianz Logo im Hintergrund
  • Steuerliche Entlastung: Ihre Beiträge für die Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung sind steuerlich abzugsfähig.
  • Absetzbar sind u.a. die von Ihnen als Versicherungsnehmer gezahlten Beiträge für Sie selbst, Ihren Ehegatten, Ihren eingetragenen Lebenspartner und Ihre unterhaltsberechtigten Kinder.
  • Mehr Handlungsspielraum: Sie können auch sonstige Vorsorgekosten besser steuerlich geltend machen.
  • Konkrete Hilfe: So machen Sie Vorsorgeaufwendungen in Ihrer Steuererklärung 2017 geltend.

Beiträge steuerlich geltend machen

Was regelt das Bürgerentlastungsgesetz?

Allianz - Grafik: Infobutton

Mit dem Bürgerentlastungsgesetz können Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich berücksichtigt werden, soweit sie das Leistungsniveau absichern, das der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung entspricht.

Maßgeblich für die steuerlichen Berücksichtigung ist dabei immer der Leistungsumfang der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind, spielt hingegen keine Rolle.

Steuerliche Entlastung von Beitragszahlern

Wer wird durch das Bürgerentlastungsgesetz entlastet?

Allianz - Bürgerentlastung: Familie im Gang eine Krankenhauses

Absetzbar sind die von Ihnen als Versicherungsnehmer gezahlten Beiträge für

  • Sie selbst
  • Ihren Ehegatten
  • Ihren eingetragenen Lebenspartner
  • Ihre unterhaltsberechtigten Kinder

sowie die von Ihnen als Beitragszahler übernommenen Beiträge für unterhalts- und kindergeldberechtigte Kinder. Das Gesetz kommt dabei vor allen denjenigen zugute, die hohe Kosten für die Basisvorsorge haben. Vor der Gesetzesinitiative 2010 waren diese Kosten nur sehr begrenzt absetzbar.

Gut zu wissen

So machen Sie die Kosten Ihrer Basisabsicherung steuerlich geltend

Sie haben Beiträge für sich selbst bezahlt

Wenn Sie Vorsorgebeiträge zur Basis­absicherung gezahlt haben, und Ihre Einwilligung zur Datenübermittlung vorliegt, erhalten Sie für das jeweilige Meldejahr eine Bescheinigung über die gezahlten sowie ggf. erstatteten Beiträge. Diese Beträge können Sie in der „Anlage Vorsorgeaufwand“ Ihrer Steuererklärung in den Zeilen 24 bis 29 entsprechend angeben.

Allianz - Basisabsicherung steuerlich geltend machen: Anlage Vorsorgeaufwendungen
Allianz - trennstrich_950x3

Sie haben Beiträge für Ihr Kind bezahlt

Wenn Sie für Ihr kindergeldberechtigtes Kind Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung gezahlt haben und eine Einwilligung zur Datenübertragung gegeben haben, dann senden wir Ihnen eine Bescheinigung über Ihre Aufwen­dungen. Diese Summen können Sie in der „Anlage Kind“ Ihrer Steuererklärung in den Zeilen 31 bis 37 angeben.

Allianz - Basisabsicherung steuerlich geltend machen: Anlage Kind
Allianz - trennstrich_950x3

Sie haben Beiträge für Ihren geschiedenen oder getrennt lebenden Ehepartner bezahlt

Wenn Sie Leistungen für Ihren geschiedenen oder getrennt lebenden Ehepartner erbracht haben, die für die Basisversorgung bestimmt waren, dann geben Sie die mit Ihrer Einwilligung übermittelten Daten in der „Anlage U“ Ihrer Steuererklärung an, und zwar im ersten Block unter dem Buchstaben „A“.

Allianz - Basisabsicherung steuerlich geltend machen: Anlage U
Allianz - trennstrich_950x3

Sie haben Beiträge für sonstige Personen bezahlt

Als „sonstige Personen“ gelten all die­jenigen, für die Sie steuerlich begünstigt Beiträge zur Basisabsicherung übernehmen können und die nicht zu den drei oben Genannten zählen. Das kann zum Beispiel der Lebenspartner sein oder ein Kind, für das kein Anspruch auf Kindergeld mehr besteht. Wenn Sie solche Zahlungen geleistet und eine Einwilligung zur Datenübermittlung erteilt haben, dann können Sie die übermittelten Werte in der „Anlage Vorsorgeaufwand“ Ihrer Steuererklärung angeben, und zwar in den Zeilen 40 bis 45.

Allianz - Basisabsicherung steuerlich geltend machen: Anlage Vorsorgeaufwand
Allianz - trennstrich_950x3

Sie haben der Datenübermittlung widersprochen

Wenn Sie der Übermittlung Ihrer Daten widersprochen haben bzw. uns die Ein­willigungserklärung nicht vorliegt, so erhalten Sie für das jeweilige Jahr eine Übersicht gezahlter sowie ggf. erstatteter Vorsorgeaufwendungen zur Basisab­sicherung. Ohne Übermittlung Ihrer Daten sind die Beiträge nur begrenzt als sonstige Vorsorgeaufwendungen bis 1.900 Euro (Selbstständige bis 2.800 Euro) absetzbar. Nutzen Sie dafür in der „Anlage Vorsorge­aufwand“ Ihrer Steuererklärung die Zeilen 46 und 47.

Allianz - Basisabsicherung steuerlich geltend machen: Anlage Vorsorgeaufwand

Gültigkeit

Für welche Versicherungen gilt das Bürgerentlastungsgesetz?

Allianz - Entlastung Bürger: Teambesprechung im Büro

  • Private Krankenversicherung für Angestellte
  • Private Krankenversicherung für Selbständige

Tipp

Jetzt mit mehr rechnen

Allianz - Grafik: Infobutton

Das Bürgerentlastungsgesetz gibt Ihnen zusätzlichen Handlungsspielraum: Sie können über die Basisversorgung hinaus auch Ihre sonstigen Vorsorgeaufwendungen geltend machen – und zwar als Arbeitnehmer, Beamter oder Rentner bis zu 1.900 Euro, als Selbstständiger bis zu 2.800 Euro.

Das gilt allerdings nur, wenn nicht schon die Basisabsicherung selbst diese Summen überschreitet. Wer als Arbeitnehmer beispielsweise 1.200 Euro zahlt, kann weitere 700 Euro geltend machen, bis die Grenze von 1.900 Euro erreicht ist. Dank dieser steuerlichen Entlastung können Sie sich und Ihre Familie noch besser absichern.

Klarheit bei der Steuererklärung

Welche Beiträge können abgesetzt werden, welche nicht?

Allianz - Grafik: Haken

Steuerlich absetzbar sind...

...jene Beiträge, die man zur Basisabsicherung im Rahmen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung aufwendet.

...jene Beiträge, die man zur Basisabsicherung im Rahmen der privaten oder sozialen Pflegepflichtversicherung aufwendet.

Allianz - Grafik: Minuszeichen

Steuerlich nicht absetzbar sind Kosten für ...

...Beiträge für Leistungen, die über das Leistungsniveau der gesetzlichen Kassen hinausgehen. Dies betrifft vor allem versicherte Mehrleistungen wie beispielsweise

  • Krankentagegeld
  • Krankenhaustagegeld
  • Chefarztbehandlungen
  • Einbett-/Zweibettzimmer
  • Zahnersatz/implantologische Leistungen
  • Heilpraktikerbehandlung
  • Pflegezusatzversicherungen

Häufige Fragen

Was möchten Sie gerne wissen?    

  • Wie errechnen Sie als Privatversicherter, wie viel Sie absetzen können?
  • Welche Beiträge und Zahlungen betrifft das Bürgerentlastungsgesetz?
Wie errechnen Sie als Privatversicherter, wie viel Sie absetzen können?

Sie müssen Ihre absetzbare Prämie nicht selbst berechnen – das übernimmt Ihre Allianz für Sie. Aber es ist wissenswert, wie es funktioniert:

Die steuerliche Absetzbarkeit gilt laut Bürger­entlastungsgesetz nur für Beiträge zu Basisleistungen. Daher müssen die Beiträge von Privatversicherten aufgeteilt werden in jenen Anteil, der auf die Basisabsicherung entfällt und steuerlich anerkannt wird – und jenen Anteil, der über die Basis­kranken­versicherung hinausgeht und darum nicht steuerlich berücksichtigt wird. Zu diesem Zweck ist jeder versicherten Leistung eine bestimmte Punktzahl zugeordnet. Anhand dieser Punktzahl wird der absetzbare Beitragsanteil zur privaten Kranken­ver­sicherung ermittelt. Das geschieht per Rechts­verordnung, also branchen­einheitlich. Es liegt folgende Gewichtung zugrunde:

Punkteabsetzbarnicht absetzbar
Ambulante Basisleistung54,6054,60

-

Heilpraktikerbehandlung1,69

-

1,69
Stationäre Basisleistungen15,1115,11

-

Chefarzt / Zweibettzimmer9,24

-

9,24
Einbettzimmer3,64

-

3,64
Zahnärztliche Leistungen9,889,88

-

Zahnersatzleistungen5,58

-

5,58
Kieferorthopädie0,26

-

0,26
Gesamtpunktzahl10079,5920,41

Das bedeutet: Versichert eine private Kranken­versicherung alle Leistungen, dann sind insgesamt 79,59% der Beiträge steuerlich absetzbar. Wenn beispielsweise die Chefarzt­behandlung und bessere Unterbringung nicht mitversichert sind, beträgt die Gesamt­punktzahl lediglich 87,12. Davon sind 79,59 Punkte absetzbar, ein Anteil von 91,36%. Dieser Anteil der Beiträge wäre dann steuerlich dank Bürgerentlastungs­gesetz absetzbar – wobei immer ein Arbeitgeberanteil abgezogen werden muss.

Aber wie gesagt: Sie müssen Ihre absetzbare Prämie nicht selbst berechnen: Wenn Sie eine Einwilligung zur Datenübermittlung erteilt haben, werden die Daten zu Ihren absetzbaren Beiträgen an die Kranken- und Pflege­pflicht­versicherung übermittelt. Sie erhalten von Ihrer Allianz dann eine entsprechende Bescheinigung, aus welcher Sie die Werte in Ihre Steuererklärung übertragen können.

Sollten Sie der Daten­übermittlung widersprochen haben, können Sie Ihre Beiträge lediglich als sonstige Vorsorge­aufwendungen bis 1.900 Euro (Selbstständige bis 2.800 Euro) steuerlich geltend machen.

Welche Beiträge und Zahlungen betrifft das Bürgerentlastungsgesetz?

Maßgeblich ist der tatsächlich von Ihnen gezahlte Beitrag. Bei den gesetzlichen Kassen sind das neben den regelmäßigen Arbeitnehmer-Beiträgen auch die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen des Gesundheitsfonds. Bei Privatversicherten wird der Beitrag für die Basisleistungen nach Abzug des gesamten Arbeitgeberanteils berücksichtigt – Beitragsrückzahlungen der Allianz mindern den steuerlich absetzbaren Betrag. Gezahlte Selbstbeteiligungen bleiben übrigens unberücksichtigt.

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