Abgesichert bei Hochwasser, Erdbeben und Lawinen

Elementarversicherung: Schutz vor Naturgewalten

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Haus und Inventar umfassend absichern
  • Naturkatastrophen wie Hochwasser und Starkregen führen in Deutschland seit einigen Jahren zu steigenden Schadenssummen. Eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung sichert in Teilen gegen die Risiken durch naturbedingte Schäden ab. Umfassenderen Schutz bietet eine ergänzende Elementarversicherung gegen Naturgefahren.
  • Der Extremwetterschutz ist die optimale Absicherung bei Schäden durch unvorhersehbare Naturgefahren. Sie deckt beispielsweise die Folgen von Überschwemmungen, Erdbeben oder je nach Region auch Schneelawinen ab.
  • Als Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung ist Ihre Immobilie gegen die Zerstörung und Beschädigung durch extreme Wetterereignisse geschützt, als Ergänzung zur Hausratversicherung ist Ihr Inventar abgesichert. 
  • Die Beitragshöhe für den Extremwetterschutz der Elementarversicherung ist abhängig von den Risikogebieten. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat dazu einheitliche Gefährdungsklassen definiert.
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Die Leistungen im Überblick
  • Umfassenden Schutz gegen extreme Wetterereignisse: Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm oder Hagel am Gebäude sind durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt, Beschädigungen an der Einrichtung durch die Hausratversicherung. Mit der Elementarversicherung - als Ergänzung zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung - schützen Sie Ihr Zuhause darüber hinaus auch gegen Extremwetterschäden: wenn beispielsweise eine Naturgewalt wie Starkregen, ein über die Ufer getretener Fluss, ein Orkan oder Erdrutsch das entsprechend versicherte Wohngebäude bzw. das über die Hausratversicherung versicherte Inventar beschädigt oder zerstört.
  • Zusätzliche Absicherung des Gebäudes: Als Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung sind mit dem Zusatzschutz Extremwetterschäden durch Überschwemmung, Starkregen und Rückstau abgesichert. Auch Folgeschäden durch Erdbeben, Erdrutsch, Schneelast oder -lawinen zählen dazu. 
  • Kostenlosen Versicherungsschutz in der Bauphase: Für Wohngebäude, die sich im Bau befinden, gilt bis zu zwölf Monate kostenloser Versicherungsschutz gegen Schäden durch Brand, Blitzein­schlag und Explosion (Feuer-Rohbauversicherung), im Tarif SicherheitPlus sogar 24 Monate.
  • Beitragsrabatt und vollständige Absicherung von bezugsfertigen Gebäuden: Schäden durch Leitungswasser, Rohrbruch, Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren sind versichert, wenn das Gebäude bezugsfertig ist. Zudem erhalten Hausbauer für Ihren Neubau zwölf Jahre lang einen Beitragsrabatt: In den ersten drei Jahren sinkt der Beitrag zur Wohngebäudeversicherung um 40 Prozent.
    Beispiel: Die Wohngebäudeversicherung für ein neu gebautes Einfamilienhaus von 120 Quadratmetern Wohnfläche kostet jährlich knapp 280 Euro. Mit 40 Prozent Rabatt beläuft sich diese Summe drei Jahre lang auf lediglich rund 170 Euro. Und der Beitrag für die zusätzliche Elementarversicherung kostet jährlich lediglich 60 Euro.
  • Erweiterten Schutz des Inventars: Mit der zusätzlichen Naturgefahrenversicherung ElementarPlus zur Hausratversicherung ist der gesamte Hausrat gegen extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Überschwemmung und Erdrutsch abgesichert.
Allianz - Info: Illustration Gut zu wissen
Gut zu wissen
Allianz - Info: Illustration Gut zu wissen

Das Risiko, von Unwetterschäden betroffen zu sein, beschränkt sich nicht nur auf die klassischen Überflutungsgebiete der großen Flüsse. Eine Extremwetterversicherung lohnt sich daher in jedem Fall, denn Starkregen kann jeden treffen.

In den höher liegenden Gebieten kommen Risiken durch Schneedruck, Lawinen und Erdrutsche hinzu, welche nicht in der allgemeinen Wohngebäudeversicherung gedeckt sind.

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Definition
Starkregen verursacht einen Rückstau in der Kanalisation und das von unten in den Keller dringende Wasser zerstört dort gelagerte Möbel und andere Gegenstände. Ein Wind in Orkanstärke fegt über Ihr Grundstück hinweg, ein entwurzelter Baum fällt auf Ihren Dach­stuhl. Durch wochenlangen Regen ist die Erde aufgeweicht und senkt sich ab, an Ihrem Haus entstehen Risse. All diese Schäden, die durch das Einwirken der Naturgewalten, durch Wasser, Luft, Erde oder Feuer - also die vier Elemente, verursacht werden, bezeichnet man als Elementarschäden.
Allianz - Illustration Elementarschäden

Wasser: Heftiger Regen überschwemmt oft ganze Keller

Wenn nach Starkregen oder schmelzenden Schnee- und Eismassen Gewässer über die Ufer treten und Grundstück und Keller unter Wasser stehen, ist das ein eindeutiger Elementarschaden und damit ein Fall für die Elementarversicherung. Sie bietet ebenfalls Schutz, wenn das Dach durch die Schneelast nicht mehr hält oder eine Schneelawine das ganze Haus unter sich begräbt.

Erde: Absinkender Boden verursacht Risse im Gebäude

Bebt die Erde, senkt sich das Erdreich ab oder verschüttet Geröll das Zuhause, sind das ebenfalls Elementarschäden. Erdrutsch bezeichnet das naturbedingte Abrutschen oder Abstürzen von Erd- oder Gesteinsmassen, Erdsenkung meint das Absenken des Erdbodens. Im Sommer 2009 war in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt rund eine Million Kubikmeter Erde auf mehreren hundert Metern Länge ins Rutschen geraten und hatte Häuser, eine Straße und eine Aussichtsplattform ins Wasser des Concordia-Sees mitgerissen.

Feuer: Kein Haus bleibt verschont

Schlägt ein Blitz ins Haus ein und setzt den Dachstuhl in Brand oder bringt einen Baum zum Bersten, der dadurch das nahestehende Wohngebäude beschädigt, sind das ebenfalls  Elementarschäden. Allerdings sind solche Schäden zumeist schon in der Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt.

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Beispielfälle
Wenn das eigene Haus oder die Wohnung in einem Gebiet mit hohen Umweltrisiken liegt, ist die zusätzliche Absicherung gegen Naturgefahren nicht nur für Eigentümer sinnvoll, sondern auch für Mieter, die ihren wertvollen Hausrat schützen wollen.
Allianz - Zwei Männer geben sich vor Dokumenten die Hand, in der Mitte eine Frau
  • Angenommen, Sie (Mitte 40, verheiratet, ein Kind) bauen für Ihre Familie gerade ein Einfamilienhaus in einem Neubaugebiet bei Frankfurt.
    Sie haben bereits eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, die Ihre Immobilie schon in der Bauphase schützt. Eine zusätzliche Extremwetterversicherung würde  später das fertige Haus gegen mögliche Naturgewalten wie beispielsweise Hochwasser, Starkregen oder Schneedruck schützen. Sobald Sie dann auch noch den Wert Ihrer neuen Einrichtung abschätzen können – denn jetzt haben Sie endlich Platz für ein Heimkino, eine hochwertige Einbauküche und bald ein zweites Kinderzimmer – könnten Sie auch den Beitrag Ihrer Hausratversicherung anpassen und um Elementarschutz  erweitern.
  • Angenommen, Sie (50, verheiratet, zwei Kinder) haben vor einigen Jahren Ihr  Elternhaus in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) geerbt.
    Da in Ihrer Heimatregion der Winter besonders schneereich ist und mitunter eine meterhohe Schneedecke auf Ihrem Dach liegt, haben Sie nicht lange überlegt - und sowohl Ihre Wohngebäude- als auch Ihre Hausratversicherung um einen Extremwetterschutz erweitert. Sollte das Dach unter Schneelast nachgeben, sind das Dach selbst, der ausgebaute Spitzboden und das komplette Inventar versichert.
  • Angenommen, Sie (Single, keine Kinder) bewohnen in Hamburg, nahe der Elbe, eine Mietwohnung im Erdgeschoss.
    Sie besitzen zwar eine Hausratversicherung, haben aber bisher noch keine Naturgefahrenversicherung. Das könnte im Fall eines Elbhochwassers böse enden – schließlich lagern Sie als Freizeit-DJane Ihre Plattensammlung im Keller des Mehrparteienhauses, in dem Sie wohnen. Zwar kommt mit entsprechender Absicherung die Wohngebäude- und Elementarversicherung Ihrer Hausverwaltung für die Instandsetzung der Kellerräume auf. Ihre Plattensammlung allerdings sowie sonstige zerstörte Möbel und Gegenstände darin sind nicht abgedeckt.
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Beitragsberechnung
Die Kosten der Absicherung gegen Naturgefahren lassen sich nicht pauschal festlegen. Es fließen verschiedene Faktoren bei der Berechnung der Beitragshöhe mit ein: die Art des zu versichernden Gebäudes bzw. das darin enthaltene und zu versichernde Inventar, der gewünschte Leistungsumfang der Versicherung, die benötigten Versicherungssummen sowie statistische Faktoren.
 
  • Die Einstufung der Bauartklasse sowie die Einordnung in das Zonierungssystem ist grundlegend für die Beitragsberechnung. Sie erfolgt automatisch, anhand von gebäude­spezifischen und geographischen Angaben. Denn je nach Bauart haben die verschiedenen Naturereignisse unterschiedlich starke Auswirkungen auf die Immobilie und richten unterschiedlich großen Schaden an. Die Einstufung zur Kostenermittlung basiert hier auf statistischen Werten und wird von den Versicherern individuell verwendet. Hinzu kommen gebäude- und inventarbezogene Angaben, die der Versicherungsnehmer machen muss.
  • Ein weiterer Kostenfaktor ist, ob eine reine Elementarschadenversicherung in Bezug auf das Gebäude abgeschlossen wird oder eine zusätzliche Elementarschadenversicherung für den enthaltenen Hausrat gewünscht ist. Generell kann hier eine bereits bestehende Wohngebäudeversicherung und auch die bereits vorhandene Hausratversicherung als Grundlage dienen und eine Beitragsanpassung erfolgen.

Sind die Kosten für die Elementarversicherung umlagefähig?

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Ja, die Kosten für eine Elementarversicherung sind umlagefähig. Das bedeutet, dass ein Mieter die Kosten der Elementarversicherung über die Nebenkosten, die er zahlt, zumindest anteilig trägt.

Anbieter, Tarife, Bedingungen 
Allianz Info - Illustration Gut zu wissen
  • Beitragshöhe: Vergleichen Sie Anbieter und Tarife. Bei der Bewertung des Zusatzbausteins Elementar­versicherung lohnt sich zunächst ein Beitragsvergleich. Sie variieren von Versicherer zu Versicherer teils enorm, was unter anderem auch durch die unterschiedlichen Risikoeinstufungen bedingt ist. Das gilt übrigens auch für die Höhe des Selbstbehaltes.
  • Leistungsumfang: Schauen Sie außerdem in die Versicherungsbedingungen. Die wesentlichen Leistungen sind in der Regel gleich, der Unterschied liegt also im Detail: zum Beispiel was die Absicher­ung von Garagen oder Nebengebäuden betrifft. Was bei dem einem Versicherer automatisch im Versicherungsschutz enthalten ist, muss bei dem anderen zusätzlich versichert werden.
  • Wartezeiten: Achten Sie darauf, dass Ihr Versicherungsschutz innerhalb von zwei bis sechs Monaten greift. Das sind die üblichen  Wartezeiten.
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Klarheit im Schadensfall
  • ... der Schaden durch eine Elementargefahr, also eine unvorhersehbare Naturgewalt, entsteht. Dazu zählen Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Lawine, Erdbeben, Erdsenkung und -rutsch oder ein Vulkanausbruch.
  • ... neben Ihrem Haus inklusive Garagen und Carports auch Gebäudebestandteile und -zubehör durch eine Naturkatastrophe beschädigt oder zerstört werden. Damit sind neben klassischen Gebäudeschäden beispielsweise auch sanitäre Installationen, elektrische Anlagen, Antennen oder Markisen sowie Solar-/Photovoltaikanlagen bis 10 kWp beitragsfrei mitversichert.
  • ... Ihr Eigenheim bzw. Ihr Inventar durch eine versicherte Naturgefahr beschädigt oder vollständig zerstört wird. Erstattet werden dann Kosten für die Reparaturarbeiten bis hin zum kompletten Wiederaufbau Ihres Gebäudes, einschließlich Baunebenkosten wie zum Beispiel Architektenhonorare.
  • ... wenn Wasser aus Leitungsrohren infolge von Hochwasser oder Regen ins Haus gedrückt wird und ein Rückstau entsteht. Dann empfehlen wir eine funktionsfähige Rückstausicherung.
  • ... eine Erdsenkung oder ein Erdrutsch menschliche Ursachen hat, beispielsweise durch Bergbau oder Erdarbeiten. Hier handelt es sich um typische Haftpflichtschäden.
  • ... Garten- oder Ferienhäuser durch eine Naturgewalt beschädigt oder zerstört werden. Sie sind nicht im Elementarschutz enthalten.
  • ... Schäden durch Sturmflut oder Grundwasser entstehen.
  • ... lediglich Regenwasser in eine unterirdische Garage, zum Beispiel Tiefgarage, fließt. Hier liegt keine klassische Überschwemmung vor, die von der Elementarschadenversicherung gedeckt ist.
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 Allianz- Grafik: Deutschlandkarte mit dem Anteil von Gebäuden in den einzelnen Bundesländern, die Elementarschutz genießen
Kostenfaktor
 Allianz- Grafik: Deutschlandkarte mit dem Anteil von Gebäuden in den einzelnen Bundesländern, die Elementarschutz genießen

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Haus in Flensburg einer Lawine zum Opfer fällt, tendiert gegen Null. Im schneereichen Süden des Landes dagegen kann es durchaus vorkommen, dass eine zu dicke Schneedecke auf einem Hausdach beispielsweise größeren Schaden anrichtet. Je größer die Gefahr einer Naturkatastrophe, desto höher die Einstufung als Risikogebiet. Und desto höher auch der Versicherungsbeitrag.

Um die Versicherungsbeiträge für den Extremwetterschutz richtig kalkulieren zu können, hat der Gesamtverband der deutschen Versicherer ein vierstufiges System von Risikozonen entwickelt, das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS). Hier wird die Gefährdung durch Elementarschäden für die einzelnen Regionen in Deutschland eingestuft.

Vier Risikozonen bzw. Gefährdungsklassen (GK) bilden die statistische Schadenshäufigkeit für Hochwasser ab:

  • GK 1: seltener als einmal in 200 Jahren
  • GK 2: einmal in 100 bis 200 Jahren
  • GK 3: einmal in 10 bis 100 Jahren
  • GK 4: einmal in 10 Jahren

19,3 der 21 Millionen Adressen des ZÜRS-Systems liegen in Gebieten der Gefährdungs­klasse 1. Das heißt, dass dort statistisch gesehen seltener als alle 200 Jahre ein Hochwasser droht. In Klasse 2 sind es nach Kenntnisstand 2017 1,6 Millionen Häuser, nur 220.000 Immobilien liegen in Zone 3. Häuser in Gefahrenklasse 4 sind mit mindestens einem Hoch­wasser in zehn Jahren dem größten Risiko ausgesetzt.

Die meisten dieser rund 58.000 Adressen liegen zu diesem Zeitpunkt in Bayern, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Ist das Zonierungssystem verbindlich?

Die statistische Erfassung, die Ermittlung der Werte und die Einstufung in eine Risikozone erfolgt durch die jeweiligen Regierung der einzelnen Bundesländer. Die Versicherungsgesell­schaften können dann die Daten für ihre eigene Klassifizierung verwenden und die Risikoabstufung in Bezug auf die geografischen Gegebenheiten vornehmen. Das Zonierungssystem ist keine verbindliche Richtlinie

Übrigens: Auch das Erdbebenrisiko wird regional unterschiedlich bewertet und fließt in die Kalkulation der Beiträge ein. Die übrigen Elementargefahren werden üblicherweise dagegen einheitlich in der Beitragsberechnung berücksichtigt.

Gut zu wissen
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Annähernd jedes Haus in Deutschland ist gegen Elementarschäden versicherbar. Wer bewusst auf den Abschluss einer Elementarversicherung verzichtet, hat auch bei verheerenden Folgen keinen Anspruch auf staatliche Hilfe. Der Staat setzt voraus, dass jeder Einwohner selbst die Verantwortung für sein Hab und Gut übernimmt. 
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