Drei Kinder auf der Rückbank im Auto

Umdrehen zur Rückbank während der Autofahrt

Urteil des OLG Frankfurt am Main

Umdrehen zum Kind auf der Rückbank ist während der Fahrt grob fahrlässig

(26.03.2020) Eine Autofahrt mit Kindern kann manchmal sehr anstrengend sein. Häufige Fragen oder Quengeln können Eltern beim Autofahren ablenken. Das Umdrehen zu seinem Kind auf der Rückbank sollte während der Fahrt aber dennoch vermieden werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main entschied mit Urteil vom 12.02.2020, dass es sich hierbei um grobe Fahrlässigkeit handeln kann.

Kind hält vermeintliches Messer in der Hand

Im vorliegenden Fall fuhr ein Familienvater mit seinen zwei Söhnen in einem gemieteten Auto Richtung Frankfurt. Bei einem Spurwechsel sah er aus dem Augenwinkel, wie einer seiner Söhne einen zunächst nicht identifizierbaren Gegenstand in den Händen hielt. Der Vater hatte die Vermutung, dass es sich hierbei um ein Messer handeln könne, weshalb er sich ganz nach hinten zu seinen Söhnen umdrehte. Dadurch hatte er die Fahrbahn nicht mehr im Blick und fuhr schließlich auf ein Motorrad auf. Der Mietwagen erlitt einen Sachschaden von mehr als 10.000 Euro.

Autovermietung verklagt Fahrer

Der Fahrer vereinbarte mit der Autovermietung eine Haftungsfreistellung für selbstverschuldete Unfälle. Die Selbstbeteiligung betrug 1.050 Euro pro Schadensfall. Der Familienvater zahlte zwar nach dem Unfall die vereinbarte Selbstbeteiligung, die Autovermietung verklagte ihn aber dennoch auf eine 50-prozentige Beteiligung am Gesamtschaden. Das Landgericht hatte die Klage zunächst abgewiesen, da lediglich ein Augenblicksversagen vorliege.

Die Autovermietung legte Berufung ein und der Fall landete vor dem OLG Frankfurt am Main. Dieses sprach der Autovermietung den geforderten Schadensersatz zu. Der Fahrer habe den Unfall grob fahrlässig verursacht und konnte durch sein Handeln das Verkehrsgeschehen nicht mehr ausreichend beobachten. Sein Verhalten könne laut OLG Frankfurt am Main auch nicht als reflexartiges Augenblicksversagen gewertet werden, da der Beklagte nach dem Erkennen des vermeintlich gefährlichen Gegenstands den Spurwechsel noch vollendete.

Gut zu wissen: Wenn Sie ein Auto mieten, wird in den meisten Fällen eine Haftungsfreistellung zu Ihren Gunsten vereinbart. Diese gilt für selbstverschuldete Unfälle. Verursachen Sie einen Unfall durch eine grob fahrlässige Handlung, greift diese Vereinbarung nicht mehr. Die Autovermietung kann dann wie im vorliegenden Fall Schadensersatz von Ihnen fordern.

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