Werkstatt muss auf Mängel hinweisen

Urteil OLG Düsseldorf

Kfz-Werkstatt muss auf weitere Mängel hinweisen

(05.12.2019) Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat eine Duisburger Werkstatt zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Die Werkstatt hatte zwar ordnungsgemäß repariert, den Kunden aber nicht über dabei aufgedeckte, weitere Mängel informiert. Aufgrund dessen erlitt der Wagen einen Totalschaden.

Prüfpflicht der Werkstatt

Der klagende Fahrzeughalter hatte seinen SUV aufgrund von Reparaturarbeiten am Motor in eine Autowerkstatt in Duisburg gebracht. Dabei erneuerte die Werkstatt alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente und einen Kettenspanner. Sie untersuchte allerdings nicht die Steuerketten, die zu diesem Zeitpunkt bereits stark abgenutzt und austauschbedürftig waren. Der Wagen erlitt deshalb nach Abholung und einigen hundert Kilometern Fahrt einen Totalschaden

Die Werkstatt hätte die Steuerketten überprüfen und den Austausch empfehlen müssen. Diese Pflicht bestehe auch, wenn sie nicht explizit zur Reparatur der Steuerketten beauftragt wurde. Die Mechaniker hätten auch auf die Fehlerhaftigkeit von Teilen des Fahrzeugs achten müssen, mit denen sie sich im Zuge der durchgeführten Reparatur befassten. Nach der Reparatur konnten die Mängel nicht mehr ohne Weiteres entdeckt und behoben werden.

Anspruch auf Schadensersatz

Weil die Werkstatt ihrer Prüf- und Hinweispflicht nicht nachgekommen ist, hat der Kunde nun Anspruch auf Schadensersatz. Die Werkstatt muss die Kosten für den Erwerb und den Einbau eines Austauschmotors ersetzen. Die Kosten, die dem Kunden durch den Austausch der Steuerketten ohnehin entstanden wären, sind davon allerdings abzuziehen. Im konkreten Fall waren die Kosten jeweils fast gleich hoch. Deshalb konnte der Werkstattkunde nur Ersatz der Kosten für den Nutzungsausfall in Höhe von 1.000 Euro und Ersatz der Kosten für das Sachverständigengutachten über rund 2.400 Euro verlangen. Dieses hatte er zuvor zur Aufklärung des Sachverhalts in Auftrag gegeben

Wie Sie Probleme mit der Werkstatt vermeiden

Um nach einem Werkstattbesuch Unannehmlichkeiten und Probleme zu vermeiden, können Sie schon vor der Reparatur einige Maßnahmen treffen: 

  • Der Reparaturauftrag sollte immer schriftlich festgehalten werden. 
  • Zudem sollten Sie sich eine Kopie des Auftrags von Ihrer Werkstatt aushändigen lassen. So können Sie nach den Reparaturen besser nachvollziehen, welche Abmachungen getroffen wurden. 
Gut zu wissen
Kommt es nach einem Werkstattbesuch dennoch zu Problemen, zum Beispiel mit der Werkstattrechnung, ist es gut, eine Verkehrsrechtsschutzversicherung zu haben. Diese übernimmt die Kosten für rechtliche Streitigkeiten bei Reparaturverträgen. 
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