Neu ab 2020

Höherer Mindestlohn und Mindestvergütung für Azubis

(18.12.2019) Mehr als eine Million Arbeitnehmer in Deutschland dürfen sich zum 1. Januar 2020 über eine Erhöhung des Mindestlohns freuen. Das Mindestlohngesetz ist seit 2015 in Kraft und sieht regelmäßige Anpassungen vor. Diese werden jeweils von der Mindestlohn-Kommission vorgeschlagen und dienen dazu, den Kaufkraftverlust abzufangen. Aktuell beträgt der Mindestlohn 9,19 Euro. Ab dem 1. Januar steigt er auf 9,35 Euro pro Stunde an.

Wer bekommt Mindestlohn?

Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer in Deutschland Anspruch auf Mindestlohn. Einige Ausnahmen sieht das Mindestlohngesetz (MiLoG) aber dennoch vor. Dies gilt beispielsweise für Jugendliche unter 18 Jahren, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können oder gerade an einer Berufsbildungsvorbereitung teilnehmen. Auch Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Kurzzeitpraktikum mit einer Dauer von weniger als drei Monaten absolvieren, müssen nicht nach den Vorgaben des Mindestlohngesetzes bezahlt werden. Des Weiteren gilt der Mindestlohn nicht für ehrenamtlich Tätige und Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate der Beschäftigung nach Ende der Arbeitslosigkeit.

Mindestlohn nun auch für Auszubildende

Auch Auszubildende hatten bisher keinen rechtlichen Anspruch auf eine Vergütung auf Mindestlohnniveau. Dies ändert sich jedoch zum 1. Januar 2020. Am 29. November 2019 stimmte der Bundesrat der vom Bundestag beschlossenen Reform der beruflichen Bildung für höher Qualifizierte zu. Ab Januar beträgt die gesetzliche Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr 515 Euro. In den Folgejahren erhöht sie sich automatisch: 2021 steigt sie auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und 2023 auf 620 Euro. Wer das erste Ausbildungsjahr erfolgreich absolviert, darf sich im zweiten Jahr auf 18 Prozent mehr Gehalt freuen. Im dritten Jahr gibt es 35 Prozent mehr und im vierten Jahr 40 Prozent.

Branchenmindestlohn kann abweichen

Pädagogik oder Pflege – für Sie gilt nicht der allgemeine Mindestlohn, sondern ein sogenannten Branchenmindestlohn. Diese können Sie im jeweiligen Tarifvertrag nachlesen.

Viele Branchenmindestlöhne wurden bereits Anfang 2019 angepasst. So ist beispielsweise der Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk von 12,90 Euro auf 13,20 Euro angehoben worden. Auch 2020 dürfen sich wieder einige Branchen über höhere Löhne freuen: So steigt der Mindestlohn im Elektrohandwerk von 11,40 Euro auf 11,90 Euro pro Stunde.

Arbeitgeber muss Mindestlohn automatisch anpassen

Sie müssen nicht selbst aktiv werden, wenn Ihnen ab Januar mehr Mindestlohn zusteht. Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass Sie gemäß den Vorgaben des Mindestlohngesetzes vergütet werden. Allerdings muss er dafür nicht zwangsläufig Ihr Gehalt erhöhen: Unter Umständen kann der Arbeitgeber Ihre Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt reduzieren und so dafür sorgen, dass die Stundenvergütung das vorgegebene Mindestlohnniveau erreicht. Dies ist allerdings nur ohne Weiteres möglich, wenn die Arbeitszeit vertraglich nicht fest vereinbart wurde.

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