Irrtümer und Fakten

Black Friday & Cyber Monday

(28.11.2019) Am Freitag können Sie sich wieder über Schnäppchen und Rabatte freuen, denn der Black Friday steht vor der Tür. Ausgehend vom amerikanischen Einzelhandel, der mit diesem Tag traditionell das Weihnachtsgeschäft einläutet, gelangte der „schwarze Freitag“ auch nach Deutschland. Der darauffolgende Montag etablierte sich in den letzten Jahren zum Cyber Monday – hier werben nicht die Einzelhändler vor Ort, sondern die Online-Shops mit besonderen Angeboten. Nach der Schnäppchenjagd kann es vorkommen, dass einige der gekauften Artikel doch nicht gefallen. Aber wann haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fehlkäufe umzutauschen? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?

Wann besteht ein Umtauschrecht?

Wenn Sie online geshoppt haben, können Sie innerhalb einer 14-tägigen Frist Ihren Einkauf ohne Angabe von Gründen widerrufen. Dieses grundsätzliche Widerrufsrecht gibt es im stationären Handel nicht. Online können Sie zum Beispiel aus Nichtgefallen einen Umtausch durchführen, solange es sich nicht um aus der Versiegelung entnommene CDs oder DVDs, Konzerttickets oder Spezialanfertigungen handelt. Im Geschäft vor Ort müssen Sie hingegen auf die Kulanz des Verkäufers hoffen.

Garantie und Gewährleistung: Wann gilt was?

Der wohl häufigste Irrtum beim Shoppen ist die Verwechslung zwischen Garantie und Gewährleistung. Umgangssprachlich werden die beiden Begriffe zwar oft synonym verwendet, jedoch gibt es genaue gesetzliche Definitionen, die Sie kennen sollten: Das Gesetz verpflichtet Händler beim Verkauf – online wie offline – von Neuware dazu, eine 24-monatige Gewährleistung zu geben. Tritt ein Mangel auf, muss der Verkäufer entweder nachbessern oder für Ersatz sorgen. Nach sechs Monaten gilt die Beweislastumkehr: Dann muss der Käufer beweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf bestand. Innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf geht das Gesetz davon aus, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestand. Der Hersteller eines Produkts kann eine Garantie geben, beispielsweise auf korrekte Funktion der Ware für eine bestimmte Dauer. Für den Hersteller gibt es allerdings keine gesetzliche Pflicht eine Garantie zu geben.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Gewährleistung ist Sache der Händler, Garantie meist jedoch Angelegenheit der Hersteller, kann aber auch von einem Händler gegeben werden. 

Wenn Sie also mangelhafte Ware erworben haben, können Sie diese umtauschen. Auch wenn Sie beispielsweise keinen Kassenbon mehr besitzen. Der Händler ist durch die Gewährleistungspflicht angehalten, die Ware entweder nachzubessern oder zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten. Sie sind allerdings in der Pflicht nachzuweisen, dass die Ware tatsächlich dort gekauft wurde – hierfür genügt allerdings auch ein entsprechender Kontoauszug oder ein Zeuge, der bestätigen kann, dass Sie die Ware im Geschäft gekauft haben. Die pauschale Aussage „Umtausch ohne Kassenbon ausgeschlossen“ ist demnach nicht richtig.

Was tun, wenn das Paket verschwindet?

Wenn Ihre Schnäppchen-Bestellung verschwindet, stellt sich die Frage, wer dafür haftet. Kaufen Sie bei einem gewerblichen Verkäufer, hat dieser seine Pflichten aus dem Kaufvertrag erst erfüllt, wenn Sie Ihre Bestellung in den Händen halten. Geht die Bestellung verloren, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises – eine Verpflichtung zur Neulieferung seitens des Händlers gibt es allerdings nicht. Diese Regelung gilt übrigens auch dann, wenn das Paket bei Ihrem Nachbarn abgegeben wurde und dort verschwunden sein sollte. Auch wenn der Paketbote das Paket ohne Ihre Erlaubnis im Hausflur oder vor der Wohnungstür abstellt und es infolgedessen verschwindet, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises.

Black Friday: Woher der Name kommt 

Die Herkunft des Namens kann nicht eindeutig belegt werden. Dennoch gibt es drei sehr populäre Theorien zur Entstehungsgeschichte. 

1. Der Freitag ist deswegen „schwarz“, weil man beim Blick von amerikanischen Hochhäusern am Black Friday nur noch eine schwarze Menschenmasse durch die Straßen ziehen sieht.

2. Selbst der schlechteste Laden schreibt an diesem Tag keine roten, sondern schwarze Zahlen. Daher ist es für die Händler der „schwarze Freitag“.

3. Weil die Händler so viel Umsatz machen, dass sie am Abend ganz schwarze Hände vom Geld zählen haben, wurde der Tag als Black Friday bekannt.

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