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Frau sitzt auf einem E-Bike und schaut auf ihr Smartphone
Unterschiede & Versicherung

E-Bike / Pedelec: Fahrradfahren mit elektrischer Unterstützung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Elektro­fahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad: Es gibt E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs. Den Unterschied macht unter anderem die Geschwindigkeit.
  • Pedelecs mit Tretunterstützung, umgangssprachlich „E-Bikes“ genannt, sind in Deutschland am weitesten verbreitet. Neben der Ausstattung unterscheiden sich die verschiedenen E-Fahrradarten verkehrsrechtlich, aber auch bei Benutzung und Helmpflicht.
  • Leistungsstarke E-Bikes oder S-Pedelecs benötigen einen Versicherungs­schutz, um am Straßen­verkehr teilnehmen zu dürfen.
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Elektrorad-Typen
Vier Personen fahren mit E-Bikes auf Schotterweg in Weinbergen

Mehr als vier Millionen E-Bikes sind mittlerweile auf deutschen Straßen unterwegs. Doch E-Bike ist nicht gleich E-Bike. Je nach Modell kann zum Beispiel Versicherungsschutz erforderlich sein. Da die Bezeichnungen der einzelnen Fahrradtypen nicht endgültig definiert sind, kommt es in der Praxis häufig zu Verwirrung. Elektrorad und Elektrofahrrad sind Oberbegriffe für Fahrräder mit Elektro­motor­unterstützung. Diese drei Kategorien haben sich etabliert:

1. Pedelec: Das klassische Elektro­fahrrad

Das „Pedal Electric Cycle“ – kurz Pedelec – ist in Deutschland der am weitesten verbreitete Elektrofahrrad-Typ. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) liegt der Anteil sogenannter „E-Bikes 25“ bei rund 99 Prozent – das heißt, der Motor unterstützt beim Treten bis zu einer Geschwindig­keit von 25 km/h. Nur wenn der Fahrer in die Pedale tritt, wird er vom Elektro­motor bis maximal 250 Watt unterstützt. Ist diese Höchstgeschwindigkeit erreicht, schaltet der Motor sich automatisch ab. Wer schneller fahren will, ist auf die eigene Muskel­kraft angewiesen.

Der Ausdruck Pedelec ist weder eindeutig noch gebräuchlich. Umgangssprachlich hat sich der Begriff E-Bike etabliert, der eigentlich eine andere Fahrradklasse bezeichnet – nämlich Zweiräder mit eigenständigem Elektromotor, bei denen man nicht in die Pedale treten muss, um vorwärts zu kommen. Ist von E-Bikes die Rede, sind dennoch in den meisten Fällen Pedelecs gemeint, die den Hauptanteil des Elektrorad-Marktes in der Bundesrepublik ausmachen.

2. S-Pedelec: E-Bike ab 25 km/h

Schnelle Pedelecs – auch S-Pedelecs, Speed-Pedelec, Schweizer Klasse oder S-Klasse genannt – funktionieren genauso wie normale Pedelecs. Auch bei ihnen ist das Treten in die Pedale die Basis des Fahrens. Allerdings gehören S-Pedelecs nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Im Gegensatz zu normalen E-Bikes, die bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen, regelt die Motor­unterstützung von S-Pedelecs erst bei 45 km/h ab. Derzeit sind bei schnellen E-Bikes Motoren mit einer Leistung von maximal 500 Watt erlaubt.

3. E-Bike: Elektrorad ohne Tret­unterstützung

E-Bikes im engeren Sinn stellen die dritte Elektrofahrrad-Kategorie dar. Sie fahren ganz ohne Pedal­unterstützung, sobald durch einen Drehgriff oder Schaltknopf am Lenker der Elektroantrieb zugeschaltet wird. Die gängigste E-Bike-Art ist das E-Bike 20 mit einer Motorleistung von 500 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Wer schneller fahren will, ist auf die eigene Leistungs­fähigkeit angewiesen. Darüber hinaus gibt es E-Bikes bis 25 km/h und bis 45 km/h. Da Elektro­fahrräder ohne Tretunterstützung ab 6 km/h zulassungspflichtig sind, werden sie allerdings selten nachgefragt.

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Versicherungsschutz

Pedelecs über die Haus­rat­versicherung absichern

Wollen Sie Ihr Pedelec mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h gegen Diebstahl absichern, ist das meist mit einer Hausrat­versicherung möglich – bei der Allianz zum Beispiel über den Zusatzbaustein Fahrradschutz.

Private Haftpflicht leistet bei Unfall mit dem E-Fahrrad

Verursachen Sie mit Ihrem Pedelec einen Unfall, greift Ihre private Haftpflichtversicherung. Diese kommt bei Personen- oder Sachschäden etwa für Schmerzens­geld­forderungen oder Reparatur­kosten Ihres Unfallgegners auf. Eine zusätzliche Kfz-Haftpflicht wie beim Auto ist nicht notwendig.

Für E-Bikes und S-Pedelecs ist Versicherung Pflicht

Das Plus an Power und Geschwindigkeit macht S-Pedelecs vor dem Gesetz zu sogenannten Kleinkrafträdern. Für schnelle E-Bikes ist deshalb ein Versicherungskennzeichen und somit eine Haftpflichtversicherung für Kraftfahrzeuge erforderlich. Diese greift bei Personen-, Sach- und Vermögens­schäden, die der Fahrer anderen Verkehrs­teilnehmern zufügt. Eine Mopedversicherung reicht für S-Pedelecs aus.

E-Bikes, die ohne Tretunterstützung bis zu 20 km/h schnell fahren und maximal 500 Watt Motorleistung haben, gelten als Leichtmofas. Wie bei S-Pedelecs benötigen Sie dafür ein Versicherungskennzeichen mit entsprechenden Haftpflichtschutz.

Versicherungs­plauderei: Der neue Allianz Podcast

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Versicherungsthemen im Podcast. Klingt langweilig? Nicht mit der Allianz. Wenn bekannte Bayern-3-Moderatoren mitmischen und unseren Experten auf den Zahn fühlen, dann ist das alles – nur nicht langweilig. In Folge 3 widmen sie sich dem Thema „Fahrradfahren“. Unterhaltsam. Kurzweilig. Wissenswert. Viel Spaß!

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Die passende Versicherung
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Helmpflicht, Führerschein & Co.
Die Definition eines Pedelecs ergibt sich aus § 1 Absatz 3 des Straßen­verkehrs­gesetzes (StVG). Rechtlich ist es dem Fahrrad gleichgestellt – das heißt, Sie benötigen weder Zulassung noch Führer­schein, um E-Bike zu fahren.
Mann nimmt E-Bike aus dem Ständer in überdachter E-Bike-Station

Für Pedelecs gilt keine Helmpflicht

Wie bei regulären Fahrrädern gilt bei E-Bikes 25 weder eine Helmpflicht noch eine Altersbeschränkung. Einige Pedelec-Typen sind mit einer Anfahr- und Schiebe­hilfe ausgerüstet, die per Knopfdruck auf bis zu 6 km/h beschleunigt. Das macht das Anfahren am Berg einfacher und ist eine Erleichterung bei längeren Schiebe­strecken. Auch solche Pedelecs gelten seit Anpassung des StVG im Jahr 2013 als Fahrräder und werden rechtlich entsprechend behandelt.

Fahrten mit S-Pedelecs sind nur mit Helm und Führerschein erlaubt

Wie Mopeds oder Mofas benötigen Sie für Ihr S-Pedelec eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), die das Kraftfahrt­bundesamt (KBA) ausstellt, oder eine Einzel­zulassung des Herstellers, um am Straßenverkehr teilzunehmen.

Wie bei einem Mofa müssen Sie 15 Jahre oder älter sein, um ein S-Pedelec lenken zu dürfen. Außerdem ist eine gültige Fahrerlaubnis erforderlich – mindestens eine Mofa-Prüf­beschei­ni­gung. Wer eine Fahrerlaubnis für Leichtkraftfahrzeuge (Klasse AM) oder Pkw (Klasse B) besitzt, darf E-Bikes mit Geschwindigkeiten ab 25 km/h ohne zusätzlichen Führerschein fahren.

Ein weiterer Unterschied zum „normalen“ E-Bike 25 ist die Helmpflicht: Laut § 21a Absatz 2 StVO muss bei S-Pedelecs ein „geeigneter Schutzhelm“ getragen werden. In der Regel ist ein Fahr­rad­helm ausreichend. Einige Hersteller bieten spezielle Pedelec-Helme an, die die geprüfte Motorradnorm erfüllen, aber wesentlich leichter und besser belüftet sind. So gerät der Fahrer nicht so schnell ins Schwitzen.

Für E-Bikes ist Fahrerlaubnis notwendig, dafür gilt keine Helmpflicht

Für E-Bikes benötigen Sie eine Betriebs­erlaubnis, mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung. Darüber hinaus müssen Sie mindestens 15 Jahre alt sein, um die Elektrofahrräder lenken zu dürfen. Eine Helmpflicht besteht hingegen nicht.

Allerdings gibt es auch E-Bikes, die schneller fahren. Bis 25 km/h Höchst­geschwindigkeit gelten sie als Mofas. E-Bikes, die bis zu 45 km/h erreichen, werden als Klein­krafträder mit elek­trischem Antrieb eingestuft. Ein geeigneter Helm für Krafträder und ein Versicherungs­kennzeichen sind dann Pflicht.

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Fakten im Überblick
Bei Versicherungsschutz, Verkehrsregeln und Co. sind je nach Art des Elektrofahrrads unterschiedliche Vorgaben zu beachten. Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Fakten zu Pedelec, S-Pedelec und E-Bike im Überblick.

Wischen um mehr anzuzeigen

 

Pedelec

S-Pedelec

E-Bike

Verkehrsrechtliche Einstufung

Fahrrad

Leichtmofa/Kleinkraftrad

bis 20 km/h: Leichtmofa

bis 25 km/h: Mofa

bis 45 km/h: Kleinkraftrad

Helmpflicht

Nein, Tragen eines Schutzhelms ist aber empfehlenswert

ja

keine Helmpflicht bei E-Bike 20

bei schnelleren Modellen: ja

Mindestalter

-

15 Jahre

15 Jahre

Führerschein

-

mindestens Mofa-Prüfbescheinigung oder Führerschein Klasse AM

für E-Bikes 20 und 25 reicht Mofa-Prüfbescheinigung

bei E-Bikes bis 45 km/h mindestens Führerschein Klasse AM

Haftpflichtversicherung erforderlich (z.B. Mofaversicherung)

-

ja

ja

Verkehrskennzeichen

-

ja

ja

Allgemeine Betriebserlaubnis bzw. Einzelzulassung des Herstellers beim Kraftfahrtbundesamt

-

ja

ja

Fahren auf Radwegen

ja

nein – auch dann nicht, wenn für Mofas freigegeben

nur bei Zusatzschild „Mofas frei“

Befahren von Fahrradstraßen

ja

nur, wenn für Kraftfahrzeuge oder Krafträder freigegeben

nur, wenn für Kraftfahrzeuge oder Krafträder freigegeben

Transport von Kindern in Anhängern gestattet

ja

nein, nur Lastenanhänger

nein

Transport von Kindern bis sieben Jahre in geeigneten Kindersitzen erlaubt

ja

ja

ja

Dynamo/Beleuchtung

Dynamo laut § 67 StVZO nicht nötig, wenn Beleuchtung durch zentralen (wiederaufladbaren) Akku gespeist wird

siehe Pedelec

siehe Pedelec

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Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Handelt es sich um ein Elektrofahrrad, das Höchst­geschwindigkeiten bis zu 25 km/h erreicht, ist seit 2019 sowohl die berufliche als auch private Nutzung steuerfrei. Leistet der Motor des E-Bikes Geschwindigkeiten über 25 km/h, gilt es verkehrs­rechtlich als Kraftfahrzeug. Solche Elektro-Dienst­fahrräder sind Firmen­wagen gleichgestellt. Das heißt: Private Fahrten mit dem Elektro­fahrrad werden mit der 1-Prozent-Regelung des halben Listenpreises versteuert.

Aber Vorsicht: Für alle Fahrräder, die vor 2019 angeschafft wurden, gilt noch eine alte Regelung. Diese besagt, dass private Fahrten mit dem Dienstrad grundsätzlich mit der 1-Prozent-Regelung auf den vollen Listenpreis zu versteuern sind.

Eine andere Möglichkeit ist, das E-Bike über den Arbeitgeber zu leasen statt zu kaufen oder zu leihen. Dies bieten immer mehr Unternehmen über eine Gehalts­umwandlung an.

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