Hunde-Welpen toben auf einer Wiese
Voraussetzungen, Haftung & Versicherung

Hundezüchter-Leitfaden für Hundehalter

Laden Sie hier die Züchter-Checkliste als PDF herunter:
Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Hundezüchter, die eine bestimmte Rasse züchten wollen, müssen Mitglied in einem Zuchtverein sein und die jeweilige Zuchtordnung befolgen.
  • Voraussetzung für die gewerbliche Hundezucht ist außerdem ein Sachkundeerlaubnis, eine Erlaubnis des Veterinäramts sowie die Zuchtzulassung für Ihren Hund.
  • Hundezüchter benötigen den richtigen Versicherungsschutz. In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht. Außerdem sind eine Hundekrankenversicherung und eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll.
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Gut zu wissen

Als Hobbyzüchter bezeichnet man Züchter, die eine bis zwei fortpflanzungsfähige Hündinnen einer Rasse besitzen. Pro Jahr gibt es einen bis maximal zwei Würfe. Damit unterliegt der Züchter nicht den gesetzlichen Anforderungen eines  gewerbsmäßiger Hundezüchter. 

Bei einer gewerbsmäßigen Hundezucht besitzt der Hundezüchter drei oder mehr fortpflanzungsfähige Hündinnen. Es wird mit drei und mehr Würfen pro Jahr gerechnet. Der Züchter benötigt eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes. 

Wichtig: Wenn Sie einen gesunden und wesensfesten Welpen kaufen möchten, sollten Sie immer einen seriösen Züchter wählen. Diesen erkennt man daran, dass er einem offiziellen Rassehundeverein angehört. Somit unterliegt die Zucht den Anforderungen des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). 

Dann schreiben Sie uns. Ihr Allianz Ansprechpartner vor Ort wird sich umgehend bei Ihnen melden.
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Richtlinien
Wer in Deutschland Hunde einer bestimmten Rasse züchten will, muss Mitglied in einem Zuchtverein sein und die jeweilige Zuchtordnung beachten.
Hundezüchter, die innerhalb eines Vereins züchten, müssen bestimmte Zuchtanforderungen erfüllen. In der Zuchtordnung des Vereins finden Sie sämtliche Regeln, die im Rahmen der Zucht zu beachten sind. Die Zuchtordnung regelt nicht nur das Verpaaren zweier Hunde. Sie stellt auch sicher, dass die Zuchthunde sowie die Welpen gesund sind und artgerecht versorgt und gehalten werden. Die Zuchtordnung unterliegt den Anforderungen des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Hundeverordnung. 

In der Zuchtordnung sind unter anderem folgende Dinge geregelt: 

  • Eignung der Hündin und des Deckrüden als Zuchttiere
  • Alter der Tiere
  • Wann und wie oft die Hündin eingesetzt werden darf
  • Eignung der Räumlichkeiten zur Zucht
  • Anforderungen an artgerechte Fütterung, Pflege und Auslauf
  • Soziale Kontakte
  • Artgerechte Versorgung der Hündin und der Welpen
  • Regelmäßige Kontrolle und Untersuchung der Tiere durch den Tierarzt
  • Durchführung aller vorgeschriebenen Impfungen und der Entwurmung
  1. Ausbildung und Sachkundenachweis: Wenn Sie Hunde gewerbsmäßig züchten, brauchen Sie spezielle Kenntnisse zu Rasse, Ernährung und Krankheiten. Als Züchter innerhalb des VDHs sind Sie außerdem verpflichtet, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen und einen Sachkundenachweis für das Tierschutzgesetz zu erbringen.
  2. Abnahme der Zuchtstätte und Beantragen eines Zwingers: Bevor Sie anerkannter Hundezüchter werden können, werden die Räumlichkeiten für die Zucht geprüft. Die Zuchtstätte muss hell und warm sein. Außerdem sollte sie genügend Platz für die Welpen und die soziale Interaktion mit dem Züchter bieten.
  3. Erlaubnis der Zucht durch das Veterinäramt: Eine Zuchterlaubnis des Veterinäramts ist Voraussetzung für die gewerbliche Hundezucht. Wenn Sie bereits die erforderlichen Fachkenntnisse sowie geeignete Räumlichkeiten besitzen, steht der Erlaubnis in der Regel nichts im Wege. Anschließend müssen Sie nur noch letzte Formalitäten klären und zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
  4. Zuchtzulassung Hund: Nicht jede Hündin ist für die Zucht geeignet. Um eine Zuchtzulassung zu bekommen, muss die Hündin vorgegebenen Zuchtvoraussetzungen des jeweiligen Zuchtvereins entsprechen. Denn: Die Rassehundezucht zielt auf Qualität, Verbesserung und Erhalt der jeweiligen Rasse ab. Deshalb werden neben Erscheinungsbild und Verhalten des Hundes auch Gesundheitszeugnisse und Abstammungsurkunden überprüft. 

Wichtig: Vergessen Sie nicht, Ihre Zucht als Gewerbe anzumelden (bei drei oder mehr Würfen pro Jahr oder Zucht einer bestimmten Rasse) und die notwendigen 
Versicherungen abzuschließen. Außerdem ist es sinnvoll, sich zum Thema Kaufverträgen zu informieren. Das wird spätestens dann wichtig, wenn Sie die Welpen Ihren neuen Besitzern übergeben. 

Optimal abgesichert
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Gut zu wissen

Erblich bedingte Erkrankungen bei Hunden sind meist mit sehr kostenintensiven Behandlungen und Operationen verbunden. Viele Hundebesitzer rechnen beim Kauf nicht mit solchen Kosten – vor allem, wenn Ihnen die Erkrankungen nicht bekannt waren. Aber wann haftet der Züchter?

Tritt die Erkrankung des Welpen innerhalb der ersten sechs Monate nach Kauf auf, wird per Gesetz vermutet, dass die Erkrankung schon zum Zeitpunkt der Übergabe bekannt war. Das heißt: Der Verkäufer muss beweisen, dass er einen gesunden Welpen verkauft hat.

Tritt die Erkrankung nach dem sechsten Monat auf, muss hingegen der Käufer beweisen, dass die Erkrankung bereits zum Zeitpunkt der Übergabe des Tieres vorhanden war. Bekommt der Käufer recht, hat er die Möglichkeit, den Hund zurückzugeben. Eine andere Möglichkeit ist eine Kaufpreisminderung sowie Schadensersatz. Dann ist der Züchter verpflichtet, anfallende Tierarztbehandlungen zu übernehmen.

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Versicherungsschutz
Wer Hunde züchtet, benötigt Versicherungsschutz für sich und seine Tiere. Wichtig sind eine Hunde- und Betriebshaftpflichtversicherung sowie eine Hundekrankenversicherung
Golden-Retriever-Welpe kaut auf einem Spielzeug
 

Die Hundehaftpflicht ist insbesondere für Hobbyzüchter die wichtigste Versicherung. Gewerbliche Zuchtzwecke sind dagegen oftmals ausgeschlossen.

Bei einigen Anbietern ist auch eine sogenannte Zwingerhaftpflichtversicherung abschließbar. Damit sind alle Hunde versichert, die sich im Haushalt des Züchters befinden. Bei der Allianz Hundehaftpflichtversicherung bekommen Sie stattdessen einen Rabatt, wenn Sie mehr als einen Hund versichern

Die Hundehaftpflichtversicherung sichert Hobby-Hundezüchter bzw. nicht-gewerbliche Hundezüchter gegen finanzielle Folgen ab, wenn ihre Tiere Dritte schädigen. Welpen sind dabei in der Regel bis zu einem Alter von maximal sechs Monaten ohne zusätzliche Kosten mitversichert. Bei der Allianz ist die Haltung von Welpen versicherter Hunde im Jahr der Geburt sogar bis zum Ende des darauffolgenden Versicherungsjahres beitragsfrei mitversichert. 

Oftmals ist eine Hundehaftpflichtversicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Das hängt davon ab, in welchem Bundesland Sie leben. 

Gewerbliche Hundezüchter benötigen eine Betriebshaftpflichtversicherung. Denn: Die Hundehaftpflicht übernimmt keine Kosten, wenn im gewerblichen Rahmen Schäden entstehen. Die Betriebshaftpflicht für Hunde dagegen kommt für Schäden auf, die im Rahmen der Zucht entstehen

Die Hundezucht erfordert besondere Sorgfalt, wenn es um die Gesundheit der Tiere geht. Besonders die notwendige medizinische Versorgung für Welpen verursacht oft hohe Tierarztkosten. Auch Unfall- und Krankheitskosten können schnell sehr teuer werden. Eine Hundekrankenversicherung übernimmt außerdem je nach Tarif Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder Wurmkuren. 

Einige Versicherer bieten spezielle Zucht-Tarife an, die alle Kosten abdecken, die sich direkt aus der Zucht ergeben. Mitversichert sind dann zum Beispiel Blut- und Hormontests, künstliche Befruchtung, Röntgen bei der trächtigen Hündin sowie ein eventuell erforderlicher Kaiserschnitt. 

  • Bei der Allianz sind Ihre Zuchttiere optimal im Premium-Tarif abgedeckt. Wir übernehmen die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen während der Trächtigkeit, die Geburtshilfe und die Nachbehandlung nach der Geburt. Sie sind für sämtliche wichtigen Untersuchungen abgesichert, inklusive einem Zuschuss für Routine- und Prophylaxeleistungen, wie Impfungen, Entwurmungen. Wenn Sie mehrere Tiere versichern möchten, bieten wir einen Rabatt für jedes weitere Tier.
Hundezüchter sollten auch gegen mögliche rechtliche Risiken abgesichert sein. Deshalb ist eine Hundehalter-Rechtsschutz-Versicherung sinnvoll. Sie springt zum Beispiel ein, wenn es während Abgabe oder Verkauf der Hunde Streitigkeiten gibt. Auch wenn Ihr Hund Menschen verletzt oder sogar selbst verletzt wird, sollten Sie gegen mögliche rechtliche Folgen abgesichert sein.
Optimal abgesichert
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Checkliste
Alter, Trächtigkeit und Co.: Über diese Punkte sollten Sie informiert sein, wenn Sie vorhaben, selbst in die Hundezucht einzusteigen. 
Ideal sind alle 18 Monate bis zwei Jahre. So hat die Hündin genug Zeit Mutter zu sein, sich von der Schwangerschaft zu erholen und sich dann vollständig von dem Wurf zu entwöhnen. 
In der Regel liegt das empfohlene Anfangszuchtalter für Hündinnen bei rund zwei Jahren. Es kommt jedoch auf Rasse und den individuellen Zustand des Tieres an. Auch wenn Hündinnen im Durchschnitt mit sechs Monaten geschlechtsreif sind, sollten Sie länger warten. So stellen Sie sicher, dass Ihre Hündin gesundheitlich in der Lage ist, die Schwangerschaft ohne Probleme zu überstehen.
In der Regel kann der Tierarzt die Trächtigkeit mithilfe eines Schwangerschaftstests ab dem 30. Tag der Bedeckung feststellen. Oder mittels Ultraschall ab dem 25. Tag nach Bedeckung. Durch Röntgen lässt sich bei der trächtigen Hündin ab dem 40. Tag die ungefähre Anzahl der Welpen ermitteln. 
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Häufige Fragen
  • Woran kann man eine gute Sozialisationsarbeit mit Welpen beim Züchter erkennen?

    Ein guter Züchter gewöhnt die Welpen frühzeitig an möglichst viele Umweltreize. So lösen sie bei den Tieren später kein Angst- oder Aggressionsverhalten aus. So erkennen Sie eine gute Sozialisationsarbeit:

    • Die Welpen haben Kontakt zu Menschen, Artgenossen und anderen Tieren.
    • Die Welpen lernen möglichst viele Umweltreize kennen. Das heißt: Sie werden Geräuschen, zum Beispiel von Staubsauger, Fön oder Radio, ausgesetzt. Sie lernen das Auto und verschiedene Bodenarten, Wasser und Schnee kennen. Auch eine Gewöhnung an das Halsband und verschiedene Motorik-Übungen sind sinnvoll. 
    • Besuche des künftigen Hundehalters sind wichtig, damit der Welpe seine zukünftige Familie besser kennenlernt und Vertrauen fasst.
  • Was ist die spätzyklische Zucht bei Hunden?

    Bei spätzyklischer Zucht erfolgt die Paarung der Hündin zu einem späteren Zeitpunkt des Eisprungs. So soll sichergestellt werden, dass eine Eizelle freigesetzt wird. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung.

    Denn: Findet die Paarung zu früh statt, ist das Ei möglicherweise noch nicht über die Eileiter in die Gebärmutter des Tieres gewandert. Dann kann die Hündin nicht schwanger werden. 

  • Welche grundlegenden Gesundheitschecks sollten vor der Paarung von Hunden durchgeführt werden?

    Beide Hunde müssen regelmäßig essen, trinken und Stuhlgang haben. Die Tiere sollten ein angemessenes Gewicht für ihr Alter, Geschlecht und ihre Rasse haben. Untersuchen Sie die Vierbeiner außerdem je nach Geschlecht auf Verletzungen oder Schmerzen:

    • Männchen: Kontrollieren Sie, ob Hoden und Penis ungewöhnliche Verfärbungen, Schwellungen oder Auffälligkeiten wie Ausfluss aufweisen. Auch sollte der Hund normal ejakulieren.
    • Weibchen: Achten Sie auf Schwellungen oder Absonderungen der Vulva. Brustgewebe und Brustwarzen sollten in einem guten Zustand sein. Das heißt: keine Krusten oder Blut aufweisen.
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