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Allianz - Haus der Zukunft: Tablet mit Steuerungsdisplay auf Ablage im Wohnzimmer

Haus der Zukunft – So werden wir bald wohnen

Können Sie sich vorstellen, dass in Ihrem Haushalt 60 Geräte miteinander interagieren und kommunizieren? Dass die Fenster der Heizung sagen, wann sie hochdrehen soll? Der Wecker der Kaffeemaschine, wann der Espresso fertig zu sein hat? Und die Haustür dem Ofen, wann es Zeit ist, die Pizza zu backen? Spätestens 2025 soll es so weit sein, sagen Forscher. Dann werden die meisten von uns in Smart Homes leben: Wohnungen und Häuser, die sich komplett digital steuern lassen oder sich sogar selbst steuern. Wir nennen Chancen und Risiken des derzeit spannendsten Wohntrends.

Internet, Smartphones und damit gewonnene Freiheiten sind nicht mehr aus unserem Leben weg zu denken. Ein intelligent vernetztes und online steuerbares Haus geht nur noch einen Schritt weiter: Smart Home steht für ein System, in dem die – heute noch großteils analoge – Ausstattung unserer Wohnungen digital und per Funk miteinander verbunden wird. In jedem Fenster, jedem Küchengerät oder jeder Lampe kann ein kleiner Computer stecken. Laut einer aktuellen GfK-Umfrage glauben 43 Prozent der deutschen Internet-Nutzer, dass solche intelligenten Technologien in den nächsten Jahren ihr Leben stark beeinflussen dürften. Sie könnten Recht behalten.

Welche Vorteile bietet das intelligente Haus der Zukunft?

1. Energieeffizienz

„Geld zu sparen, wird die Hauptmotivation sein, Smart Home-Lösungen zu nutzen“, sagt der Trendforscher Sven Gabor Jánszky von der Denkfabrik 2b AHEAD. Ein intelligenter Heizungs-Thermostat etwa lässt sich per Smartphone-App von unterwegs ein- und ausschalten oder so programmieren, dass er sich nachts automatisch runterregelt. Sinnvoll ist auch die Verbindung mit Fenstersensoren: Sobald ein Fenster im Raum geöffnet ist, schaltet sich die Heizung aus. Die Ersparnis steige auch indirekt, sagt Jánszky, da sich Smart Home-Nutzer im Alltag generell mehr mit Energieeffizienz beschäftigten.

Billig ist Smart Home-Technik zwar nicht: Kleine Starterpakete kosten 150 bis 300 Euro. Aber das Investment dürfte sich oft lohnen: Laut dem im Oktober 2015 veröffentlichten bundesweiten Heizspiegel haben Bewohner einer 70 Quadratmeter-Wohnung zuletzt 880 Euro Heizkosten im Jahr gezahlt. Spart man davon nur zehn Prozent (Energieversorger werben sogar mit bis zu 40 Prozent), hat man die Kosten nach zwei bis vier Jahren wieder drin.

Allianz - Zukunft des Hauses: Frau tätigt Haussteuerung via Smartphone

2. Komfort

Man kommt abends nach Hause, und die Wohnung ist bereits auf Feierabend eingestellt: Die Fußbodenheizung im Wohnzimmer spendet wohlige Wärme, das Radio läuft, der Ofen hat die Pizza fertig gebacken. In puncto Komfort bietet Smart Home einiges. Praktisch ist vor allem die Steuerung aller Geräte per App vom Handy oder Tablet.

Trendforscher Janszky erwartet künftig viele weitere „smarte“ Produkte – etwa Badezimmerspiegel mit integrierten Bildschirmen und Gesichtserkennung, die einem morgens beim Zähneputzen schon die eigenen Outlook-Termine und Facebook-Nachrichten anzeigen. „Wir gehen davon aus, dass es 2025 in Haushalten weltweit etwa 100 Milliarden vernetzte Geräte gibt“, sagt Zukunftsforscher Jánszky: „Heute stehen wir bei fünf Milliarden. Wir sprechen also von einem Anstieg um den Faktor 20.“ Pro Haushalt sei die Entwicklung noch besser zu greifen: 2025 wären das 60 intelligente Geräte pro Wohnung. Diese werden zudem immer stärker interagieren und als System lernfähig sein. So erkennt das Smart Home Gewohnheiten der Bewohner und funktioniert irgendwann weitgehend ohne deren Eingriffe. Die einen nennen das Komfort, die anderen Kontrolle.

3. Sicherheit

Mehr Sicherheit steht für die Deutschen ganz oben, wenn man sie nach Vorteilen eines smarten Zuhauses fragt: 70 Prozent fänden es laut Infas gut, wenn ihr cleveres Heim sie warnte, wenn Fenster oder Türen geöffnet würden – der höchste Zustimmungswert in der Umfrage.

Smart Home-Lösungen können auf unterschiedliche Art die Sicherheit erhöhen: Dank Bewegungs- und Rauchmeldern, Fenster- und Türsensoren und deren Verbindung ist man mit dem eigenen Handy stets informiert, ob daheim alles in Ordnung ist. Gerade älteren Menschen kann das viel Lebensqualität schenken. Dazu kommen Detaillösungen: So ergänzt etwa ein blinkendes LED-Licht eine zu leise Haustürklingel und sorgt dafür, dass man keinen Besuch verpasst. Sensoren im Fußboden oder in der Badewanne können sogar Leben retten: Sie registrieren, wenn jemand gestürzt ist, und alarmieren den Notdienst.

Für wen bietet sich intelligente Haussteuerung an?

Grundsätzlich sind Smart Home-Anwendungen für fast jede Wohnform sinnvoll. Diese drei Gruppen profitieren besonders:

  • Die Generation Internet – jung, mobil, vernetzt. Für sie ist Smart Home eine logische Fortsetzung ihres Lebensstils und als technische Spielerei mühelos zu bewältigen.
  • Hausbesitzer haben einen erhöhten Energieverbrauch und viele elektronische Geräte, so dass sich die Anschaffung schnell lohnt.
  • Ältere Menschen besitzen ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis – das zu erfüllen, ist eines der Kernversprechen von Smart Home.

Welche Risiken birgt Smart Home?

All die smarten Daten werden online übertragen. Passiert dies ohne sichere Verschlüsselung, könnten sie Unbefugte einsehen. Datenschützer werden vor allem darauf achten, welche Informationen Anbieter und Hersteller mehr oder weniger automatisch abgreifen. Das jedoch ist kein spezielles Smart Home-Thema, sondern eine generelle Kritik bei webbasierten Diensten (man denke an Facebook). Allerdings erscheint es hier besonders sensibel, weil es um die eigene Wohnung geht.

Entsprechend kritisch sind auch die deutschen Internet-Nutzer: Jeder Dritte äußert beim Thema Smart Home Datenschutz-Bedenken, so die GfK-Umfrage. Ein gutes Beispiel für die Skepsis ist der oft als Zukunftstechnologie gepriesene intelligente Kühlschrank, der erkennt, wann Milch oder Bier aus sind, und selbst Nachschub bestellt. Das ist den Deutschen aber offenbar zu viel Überwachung: Mehr als 80 Prozent lehnen ihn ab.

Falk Garbsch von der weltgrößten Hackervereinigung „Chaos Computer Club“ kritisierte im Gespräch mit der „ZEIT“, dass vor allem günstige Anbieter nicht verschlüsselte Schnittstellen nutzten: „Man könnte ohne besondere Herausforderung über Funk mitlesen, was im Haus passiert, und auch ungewollte Befehle verschicken.“ Solche Sicherheitslücken gilt es zu schließen, um Smart Home auch für die breite Masse attraktiv und zukunftsfähig zu machen.

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Ein Blick ins Übermorgen: Das kommt nach Smart Home

Nicht nur die verbaute Technik, auch der Hausbau selbst soll in Zukunft smarter werden. Hierbei orientieren sich Architekten vor allem an den globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Umweltverschmutzung. In Dänemark stehen die ersten „Upcycle Houses“, das sind Gebäude, die fast komplett aus Müll hergestellt werden: Isolierung aus alten Zeitungen, Fundamente aus Altglas, dazu wiederverwertete Materialien alter Häuser. Ihr Bau soll 86 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichem Hausbau sparen.
In den Niederlanden sind schwimmende Häuser groß in Mode. Gebaut auf einer mit Styropor gefüllten Betonwanne, die als unsinkbar gilt, könnten sie eine Antwort auf steigende Meeresspiegel sein. Architektenbüros träumen bereits von ganzen Städten aus flexiblen Plattformen, die wie Eisschollen hin und her treiben.

Manch anderer Planer will eher hoch hinaus: Bei YouTube kursierten Videos fliegender Hotels. Und beim 2015er Wolkenkratzer-Wettbewerb des US-Architekturmagazins eVolo war unter den ausgezeichneten Projekten ein ringförmiger Mammut-Bau, der – straßenlampengleich – auf einer langen Stele über den Wolken thront. Die Motivation für das Konzept der chinesischen Architekten: Dort oben sei die Luft besonders gut.

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