Ihre Versorgung, wenn Sie im Alltag Hilfe benötigen

Grundpflege: Ihre Grundversorgung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
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Unterstützung im Alltag bei der Pflege
  • Die Grundpflege unterstützt Sie bei Ihrer täglichen Routine. Sie erhalten beispielsweise Hilfe bei der Körperpflege (z.B. Waschen, Baden, Zähne putzen etc.), bei den Mahlzeiten, beim Umziehen und/oder in Sachen Mobilität.
  • Sie kann bei Ihnen zu Hause, teilstationär oder stationär in einer Pflegeeinrichtung erfolgen. Bei der häuslichen Pflege können neben dem Pflegedienst auch Angehörige, Freunde oder Nachbarn die Aufgaben übernehmen.
  • Bei der häuslichen Pflege wird u.a. zwischen kleiner und großer Grundpflege unterschieden. Hierbei geht es vor allem um den Umfang der Körperpflege für die Pflegebedürftigen. Grundsätzlich können die in Anspruch genommenen Leistungen individuell vereinbart werden.
  • Die Kosten für die Grundpflege tragen die gesetzliche und private Pflegepflichtversicherung – allerdings nur zu einem Teil.
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Definition
Allianz - Frau mit älterer Dame im Bad - was ist Grundpflege?

Wenn Sie alltägliche Tätigkeiten nicht mehr alleine erledigen können, benötigen Sie Hilfe dabei. Diese Unterstützung zum Beispiel bei der Ernährung, beim Ankleiden oder bei Toilettengängen wird als Grundpflege bezeichnet. Eine Pflegeperson unterstützt Sie, indem sie bestimmte Aufgaben für Sie vorbereitet oder ganz übernimmt. Dies kann eine professionelle Pflegekraft oder auch ein Angehöriger, Freunde oder Nachbarn tun.

Die Grundpflege nach Sozialgesetzbuch (SGB) XI

Zur Grundpflege gehört neben der Versorgung auch die Unterstützung bei der Mobilität sowie Förderung von Alltagsfähigkeiten und Kommunikation. Laut Sozialgesetzbuch (SGB XI) ist der notwendige Aufwand der Grundpflege von besonderer Bedeutung, wenn es um die Einstufung in die jeweiligen Pflegegrade geht. Pflegebedürftige werden aufgrund des Umfangs ihrer Selbstständigkeit  im täglichen Leben (z.B. Essen, Waschen, Anziehen usw.) in einen von fünf Pflegegraden (früher: drei Pflegestufen) eingeordnet.

Grundpflege als Teil der häuslichen Krankenpflege (SGB V)

Die Grundpflege gehört mit der Behandlungspflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung zur häuslichen Krankenpflege nach Sozialgesetzbuch (SGB V). Diese muss Ihnen ein Arzt verschreiben. Sie eigenständig zu beantragen, ist nicht möglich.

Allianz - Frau mit älterer Dame im Bad - was ist Grundpflege?
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Allianz Grundpflege - Frau bügelt im Hintergrund
Gut zu wissen
Allianz Grundpflege - Frau bügelt im Hintergrund

Grundpflege benötigen Sie immer dann, wenn Sie sich nicht mehr selbst um Ihre täglichen Bedürfnisse wie zum Beispiel körperliche Hygiene oder Ernährung kümmern können. Dies kann vorübergehend der Fall sein (Krankheit, Unfall) oder dauerhaft. Die Gründe für Ihre Pflegebedürftigkeit können körperliche, geistige oder psychische Einschränkungen sein. Dabei ist die Pflege nicht auf ältere Menschen begrenzt. Auch Kinder und Erwachsene können pflegebedürftig werden oder es von Geburt an sein. So können Sie unter Umständen ein Leben lang auf Grundpflege angewiesen sein.

Die Grundpflege kann dabei Ihre gesamte Versorgung abdecken, dazu gehören körperbezogene Pflegemaßnahmen vom Anziehen bis zum  Waschen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Gedächtnistrainings, sowie Hilfe bei der Haushaltsführung, etwa Einkaufen oder Kochen. Außerdem kann die Pflege Krankheiten vorbeugen und Ihr allgemeines Wohlbefinden stärken.

Pflegereform
Allianz - Alles zum neuen Pflegestärkungsgesetz
Mit dem PSG II wurden Anfang 2017 die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt. Außerdem hat sich die Art und Weise geändert, wie die Pflegebedürftigen in die verschiedenen Grade eingeteilt werden: Ausschlaggebend ist nun nur noch der Grad der Selbstständigkeit und, anders als zuvor, nicht mehr der Zeitaufwand der Pflege. Dadurch sollen mehr Menschen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.
Allianz - Alles zum neuen Pflegestärkungsgesetz
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Im Überblick
Generell gibt es drei Varianten der Grundpflege: ambulant in die häusliche Pflege integriert, teilstationär oder vollstationär in einer Pflegeeinrichtung. Eine teilstationäre Pflege kombiniert die häusliche und die stationäre Pflege. Sie können weiterhin zu Hause wohnen, kommen aber entweder tagsüber (Tagespflege) oder nachts (Nachtpflege) in einer Pflegeeinrichtung unter. Dies kann Ihre pflegenden Angehörigen entlasten, falls diese beispielsweise berufstätig sind. Bei dieser Art der Pflege können Sie selbst entscheiden, wie häufig Sie die stationäre Betreuung benötigen. Ziel ist, dass Sie nach Möglichkeit nicht vollstationär untergebracht werden müssen.
Bei der Grundpflege pflegen Angehörige, Freunde oder professionelle Pflegedienste Sie zu Hause. Hierbei sollten Sie bedenken, dass eine Pflege immer auch einen Eingriff in die Intimsphäre bedeutet– achten Sie darum auf eine passende Auswahl der Pflegeperson(en). Der Leistungskatalog bei der Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst ist sehr umfangreich. Unter anderem gehören hierzu:

Die kleine Grundpflege umfasst nur bestimmte Teile des Körpers. Dazu zählt:

  • Waschen des Gesichts, des Oberkörpers und des Intimbereichs
  • Bereitlegen sowie An- und Ausziehen der Kleidung
  • Mund- und Zahnpflege, Versorgung der Zahnprothesen
  • Toilettengänge mit Hilfestellung auf dem WC oder im Bett

Eine vollständige Darstellung aller möglichen Leistungen erhalten Sie von Ihrem jeweiligen Pflegedienst, da es hier Unterschiede je nach Bundesland gibt.

Bei der großen Grundpflege ist der Aufwand für die Körperpflege deutlich höher. Die Tätigkeiten der kleinen Grundpflege sind hierbei in der Regel eingeschlossen. Hinzu kommen das Baden oder Duschen des Pflegebedürftigen.
Ihre stationäre Pflege übernehmen stets geschulte Pflegekräfte. Dies gilt auch für die stationäre Komponente der teilstationären Pflege. Im häuslichen Bereich der teilstationären Pflege können Sie sich sowohl von Angehörigen als auch von einem Pflegedienst versorgen lassen.
Unter aktivierender Pflege versteht man den Ansatz, Pflegebedürftigen zur selbstständigen Bewältigung von Aufgaben zu verhelfen. Hier erhalten Sie als Pflegebedürftiger Unterstützung, um Ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu verbessern oder zumindest zu erhalten. Beispielsweise müssen Sie nach einem Unfall oder einem Schlaganfall unter Umständen bestimmte Bewegungsabläufe neu erlernen. Hier hilft es meist, wenn Sie die notwendigen Abläufe unter Anleitung selbstständig trainieren können. Auch alltägliche Verrichtungen wie die Zahnpflege oder das Rasieren sollten Sie so lange und umfangreich wie möglich selbstständig erledigen. Wenn Ihnen Pflegepersonen hier zu viel abnehmen, kann dies dazu führen, dass Sie unnötig rasch entsprechende Fertigkeiten verlernen. Um hier eine gute Hilfe zu sein, können Pflegende entsprechende Kurse besuchen; diese bezahlen in der Regel die Kranken- oder Pflegekassen.
Oft gefragt
Allianz - Der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege

Grundpflege und medizinische Behandlungspflege gehören beide zur ambulanten wie auch stationären Krankenpflege. Die Grundpflege deckt Bedürfnisse ab, die sich regelmäßig wiederholen, etwa Körperhygiene, Ernährung und  Mobilität. Bei der Behandlungspflege geht es vor allem um Maßnahmen, die gezielt den Gesundheitszustand des Patienten verbessern sollen.

Mehr zum Thema medizinische Behandlungspflege.

Allianz - Der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege
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Zeitlicher Rahmen

Der Zeitaufwand, den Pflegekräfte für Ihre Grundpflege benötigen, wird nicht mehr für die Einstufung in einen Pflegegrad zugrunde gelegt. Es zählt einzig der Grad der Selbstständigkeit bei der Durchführung der Tätigkeiten. Die aufgeführten Zeiten spiegeln die Zeitkorridore wieder, welche ein Pflegedienst für die einzelnen Verrichtungen einplanen.

Beispiel: Beauftragt ein Pflegebedürftiger einen Pflegedienst mit der Ganzkörperwäsche, kommt der Pflegedienst für 20-25 Minuten nach Hause.

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Waschen in Minuten
 
Ganzkörperwäsche 20-25
Teilwäsche Oberkörper 8-10
Teilwäsche Unterkörper 12-15
Teilwäsche Hände/Gesicht 1-2
Duschen 15-20
Baden 20-25
Zahnpflege 5
Kämmen 1-3
Rasieren 5-10

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Darm- und Blasenentleerung in Minuten
 
Wasserlassen (inkl. Intimhygiene) 2-3
Stuhlgang (inkl. Intimhygiene) 5-10
Richten der Bekleidung 2
Wechseln von Inkontinenzeinlagen nach Wasserlassen 4-6
Wechseln von Inkontinenzeinlagen nach Stuhlgang 7-10
Wechseln/Entleeren des Urinbeutels 2-3
Wechseln/Entleeren des Stomabeutels 3-4

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Ernährung in Minuten
 
Mundgerechtes Zubereiten einer Mahlzeit 2-3
Anreichen von Hauptmahlzeiten 15-20

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Mobilität in Minuten
 
Aufstehen/Zu-Bett-Gehen 1-2
Umlagern 2-3

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An- und Entkleiden in Minuten
 
Ankleiden gesamt 8-10
Entkleiden gesamt 4-6
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Allianz Grundpflege - Oma und Tochter backen zusammen - stationäre Pflege
Kosten & Kostenübernahme
Allianz Grundpflege - Oma und Tochter backen zusammen - stationäre Pflege

Pflegegeld für Sie

Die Kosten für die Grundpflege sind abhängig davon, wie und durch wen die Pflege organisiert und sichergestellt ist. Für die Betreuung durch Angehörige erhalten Sie von den Pflegekassen ein Pflegegeld, über das Sie frei verfügen können – es reicht von 316 Euro (Pflegegrad 2) bis 901 Euro (Pflegegrad 5). Oft nutzen Pflegebedürftige dieses Geld, um das Engagement der pflegenden Angehörigen oder Freunde zu honorieren.

Anteil der Versicherungen

Das Pflegegeld für die häusliche Pflege zahlt die gesetzliche und private Pflegepflichtversicherung. Außerdem übernehmen die Versicherer einen Teil der Kosten für einen Pflegedienst oder die teil- bzw. vollstationäre Pflege. Das Geld der Pflichtversicherungen reicht für die komplette Grundpflege allerdings meist nicht aus. Je nach Pflegegrad können Lücken von weit mehr als 1.000 Euro im Monat entstehen. Diese können Sie mit einer privaten Pflegeversicherung schließen, wie beispielsweise der Pflegezusatzversicherung Allianz Pflegetagegeld oder Allianz Pflegerentenversicherung PflegePolice Flexi.

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Tätigkeiten
Der passende Versicherungsschutz
Hohe Planungssicherheit mit der Pflegerenten­versicherung
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Service und Kontakt
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