Katze miauzt in die Kamera
Hormonelle Erkrankung mit ungeklärter Ursache    

Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Die Krankheit trifft vor allem ältere Tiere
  • Durch eine Schilddrüsenüberfunktion erhöht sich die Stoffwechselrate. Dadurch arbeitet der gesamte Organismus ständig auf Hochtouren. 
  • Die Krankheit trifft vor allem ältere Katzen ab einem Alter von zehn Jahren. Über die genaue Ursache rätseln die Mediziner.
  • Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind Ruhelosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhter Appetit, Durst, ungleichmäßiger Haarausfall und Verhaltensänderungen.
  • Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Zumeist wird medikamentös behandelt, worauf die Tiere in der überwiegenden Anzahl der Fälle sehr positiv reagieren.
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Illustration - Eine Tierärztin behandelt eine Katze auf einem Behandlungstisch, auf dem zusätzlich eine Arzttasche steht.
Definition
Illustration - Eine Tierärztin behandelt eine Katze auf einem Behandlungstisch, auf dem zusätzlich eine Arzttasche steht.

Bei der Schilddrüse handelt es sich um ein Organ, das aus zwei Teilen besteht, welche sich links und rechts der Luftröhre befinden. Sie produziert unter anderem die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese werden über das Blut zu allen Zellen des Körpers transportiert. Kommt es zu einer Schilddrüsenüberfunktion, erhöht sich die Konzentration der Hormone deutlich. Dies hat Auswirkungen auf vielerlei Körperfunktionen. Zu vergleichen ist der Vorgang mit einem Kraftwerk, welches zu viel Energie produziert. Dadurch läuft alles „heiß“. Im Falle einer Katze bedeutet dies, dass sich unter anderem der Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen. Selbiges gilt für den Zucker- und Fettstoffwechsel, die Körpertemperatur und die Darmtätigkeit. Der gesamte Energieverbrauch steigt an, was auch zu Stress und Verhaltensänderungen führen kann. Erfolgt keine Therapie, kann eine Katze an den mit einer Schilddrüsenüberfunktion verbundenen Auswirkungen sterben.

Welche Katzen sind besonders betroffen?

Der Großteil der erkrankten Katzen ist über zehn Jahre alt. Zwar kann eine Schilddrüsenüberfunktion auch bei jüngeren Katzen auftreten, am häufigsten jedoch im Alter von 12 bis 15. Eine Prädisposition bezüglich männlicher oder weiblicher Katzen konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Auch ein verstärktes Auftreten der Erkrankung bei bestimmten Rassen wurde bislang nicht festgestellt. Interessanterweise war die Krankheit bis vor 50 Jahren noch unbekannt, während sie heute die häufigste hormonelle Erkrankung bei Katzen darstellt. 

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Auslöser der Erkrankung
Rote Katze frisst aus Napf

Wie kommt es zu einer Überfunktion?

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird in der überwiegenden Anzahl der Fälle durch eine gutartige Wucherung des Gewebes ausgelöst. Sie führt zu einer Steigerung der Hormonproduktion, welche sich auf den gesamten Organismus der Katze auswirkt. Die Ursache ist bislang nicht eindeutig geklärt, weshalb es auch keine gesicherte Möglichkeit zur Vorbeugung gibt. Es werde lediglich Vermutungen geäußert. Im Verdacht stehen unter anderem bestimmte Katzenstreu und Flammschutzmittel, welche beispielsweise für die Imprägnierung von Teppichen und Polstermöbeln Verwendung finden. Möglich ist, dass Katzen durch ihr intensives Putzverhalten diese Chemikalien aufnehmen und daran erkranken. 

Als weitere Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion wird unter Tiermedizinern auch die Verpackung von Katzenfutter diskutiert. Es ist nicht auszuschließen, dass die Innenauskleidung von Metalldosen und Schälchen eine Rolle spielt. Gleiches gilt für die Jodkonzentration im Futter, welche vor allem bei der Verwendung von Fisch und Leber oft sehr hoch ist. In diesem Fall beträfe es nicht nur Fertigfutter, sondern auch Rohprodukte, wie sie beim Barfen Verwendung finden.

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Anzeichen und Diagnose

Aufgrund der erhöhten Ausschüttung von Hormonen, welche Auswirkungen auf vielerlei Abläufe im Körper einer Katze haben, können unterschiedliche Symptome auftreten. Zu Beginn einer Erkrankung sind diese sehr mild und werden leicht übersehen. Bei einem Verdacht empfiehlt sich eine Kontrolle beim Tierarzt. Folgende Anzeichen können im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberproduktion bei Katzen stehen:

  • Gewichtsverlust
  • Erhöhter Hunger und Durst
  • Hyperaktivität
  • Vermehrter Urinabsatz
  • Erbrechen und Durchfall
  • Ungleichmäßiger Haarausfall
  • Reizbar und aggressiv
  • Erhöhter Kot- und Urinabsatz

Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion

Der Tierarzt kann eine Überfunktion der Schilddrüse zumeist relativ einfach feststellen. Oftmals genügt bereits das Abtasten der Katze, da sie häufig eine fühlbare Verdickung im Halsbereich aufweist. Da hierfür aber auch eine andere Ursache infrage kommen kann, wird zur Bestätigung zumeist eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Zudem gibt eine Blutuntersuchung weiteren Aufschluss, denn die Erkrankung zeigt sich üblicherweise durch eine Erhöhung des Thyroxinwerts im Blut. Bestätigt sich der Verdacht, empfehlen sich weitere Untersuchungen, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen.

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Krankheitsverlauf & Heilung

In sehr seltenen Fällen ist ein bösartiger Tumor die Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion. Fast immer hängt die erhöhte Hormonproduktion mit einer Vergrößerung der Schilddrüse zusammen, welche durch gutartige Wucherungen entsteht. Betroffen sind üblicherweise beide Hälften des Organs, wobei häufig ein Schilddrüsenlappen größer als der andere ist. Wird die Krankheit nicht behandelt, schreitet sie immer weiter fort und führt zunehmend zu Komplikationen. Unter anderem muss mit einer Niereninsuffizienz gerechnet werden. Ebenso können sich Herzmuskelerkrankungen entwickeln, es treten häufig Magen-Darm-Beschwerden auf und etwa 15 Prozent der Katzen leiden an Harnwegsinfektionen

Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

Es gibt mehrere Möglichkeiten für eine Therapie. Abhängig ist diese von mehreren Faktoren. Dazu zählen unter anderem der diagnostizierte Zustand des Tiers, die Akzeptanz gegenüber speziellen Medikamenten oder Nahrungsmitteln und die mit bestimmten Behandlungsmethoden verbundenen Risiken und finanziellen Belastungen.

  • Behandlung mit Medikamenten
    Die mit Abstand am häufigsten durchgeführte Therapie findet mithilfe von Medikamenten statt. Die Wirkstoffe Thiamazol oder Carbimazol führen dazu, dass die Schilddrüse ihre Hormonausschüttung reduziert. Die Behandlung ist in der Regel sehr erfolgversprechend und wird von dem überwiegenden Teil der Katzen gut vertragen. In zehn bis 20 Prozent der Fälle muss mit Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen und Müdigkeit gerechnet werden. Die medikamentöse Therapie muss ein Leben lang durchgeführt werden und erfolgt durch die tägliche Verabreichung einer Tablette.
  • Chirurgischer Eingriff
    Es besteht die Möglichkeit, Wucherungen oder größere Teile der Schilddrüse chirurgisch zu entfernen. Die Operation ist nicht einfach und sollte nur von einer spezialisierten Tierklinik durchgeführt werden. Risiken bestehen unter anderem aufgrund der Narkose und der Gefahr, dass die Nebenschilddrüse verletzt wird. Die Folge davon kann ein lebensbedrohlicher Kalziummangel sein. Der Eingriff wird üblicherweise erst durchgeführt, wenn vorher eine medikamentöse Behandlung stattfand. Hierbei zeigt sich, ob durch die ausgelöste Hormonreduzierung stärkere Beeinträchtigungen bezüglich der Nierenfunktion auftreten. Gibt es keine Komplikationen, kann die (in den meisten Fällen) dauerhaft wirksame Therapie der teilweisen Entfernung der Schilddrüse durchgeführt werden. 
  • Spezielles Futter
    Stellt der Tierarzt eine Schilddrüsenüberfunktion in einem frühen Stadium fest, besteht die Möglichkeit, mit einem jodarmen Futter darauf einzuwirken. Dieses sollte dann ausschließlich gegeben werden. Da Katzen oftmals mäkelig sind, könnte der Versuch an der fehlenden Akzeptanz für das Futter scheitern. 
  • Radioaktive Therapie
    Eine sehr erfolgversprechende Möglichkeit besteht mit der Verabreichung von schwach radioaktivem Jod. Dieses reichert sich vor allem in den Wucherungen an und zerstört die Zellen, woraufhin die Hormonproduktion spürbar reduziert wird. Der Erfolg dieser Therapie liegt bei 95 Prozent. Allerdings gibt es in Deutschland nur sehr wenige Kliniken, die mit radioaktivem Material arbeiten können und dürfen. Zudem handelt es sich hierbei um die mit Abstand teuerste Behandlungsmöglichkeit. Die Kosten können bei zwei- bis dreitausend Euro liegen.
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Illustration: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration: Gut zu wissen

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