Labrador liegt vor seiner Schüssel und schaut müde
Unterfunktion der Nebenniere

Morbus Addison beim Hund

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Hormonelle Erkrankung mit weitreichenden Folgen
  • Bei Morbus Addison handelt es sich um eine Unterfunktion der Nebenniere des Hundes. Dies hat zur Folge, dass wichtige körpereigene Hormone nicht mehr ausreichend produziert werden.
  • Die häufigste Ursache für die Beeinträchtigung der Nebenniere hängt mit einer Fehlinterpretation des Immunsystems zusammen, welches das Organ als Fremdkörper behandelt.
  • Symptome von Morbus Addison beim Hund sind unter anderem Erbrechen, Durchfall, verminderter Appetit, starke Müdigkeit, Gewichtsverlust und erhöhter Durst.
  • Wird die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert, können die Symptome mit einer lebenslangen hormonellen Therapie unter Kontrolle gebracht werden.
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Definition
Illustration eines Hundes vor einer Medizintasche

Bei Morbus Addison handelt es sich um eine Erkrankung der Nebenniere, die erstmals 1855 von dem nach ihm benannten Arzt Thomas Addison beschrieben wurde. Sie zeichnet sich durch eine verminderte Hormonproduktion, ausgelöst durch eine Unterfunktion der Nebenniere aus. Im Gegensatz zu einer Nebennierenüberfunktion kommt Morbus Addison relativ selten vor. Frühzeitig eine Diagnose der Erkrankung zu stellen, ist relativ schwer, da sie sich bei Hunden oftmals nur durch unspezifische Symptome wie Erbrechen, Durchfall und Müdigkeit bemerkbar macht.

Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Schädigung der beiden Nebennieren. Dies führt unter anderem dazu, dass die lebenswichtigen Hormone Aldosteron und Cortisol nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden.  Man spricht hier auch von einer sogenannten Niereninsuffizienz. Als Folge davon kann es zu einem schwerwiegenden Ungleichgewicht von Natrium und Kalium im Körper kommen. Zudem hat Morbus Addison Auswirkungen auf den Blutdruck, die Wasserausscheidung, Stressbewältigung und die Stimulation des Appetits.

Illustration eines Hundes vor einer Medizintasche
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Wer ist gefährdet?

Wodurch wird Morbus Addison beim Hund ausgelöst?

Bei Morbus Addison kommt es zu einer Schädigung der Nebennierenrinden, die eine verminderte Hormonproduktion zur Folge hat. Häufigste Ursache ist ein gestörtes Immunsystem, hierbei spricht man auch von einer Autoimmunerkrankung. Ein intaktes Immunsystem spürt körperfremde Stoffe wie Viren oder Bakterien auf und bekämpft sie. Ein gestörtes Immunsystem hingegen identifiziert körpereigene Stoffe als fremd und attackiert sie. Genau das passiert bei Morbus Addison. Es wird fälschlicherweise die Nebenniere angegriffen, wodurch die Produktion der Hormone Cortisol und Aldosteron ins Stocken gerät. Dies führt zu einer weitreichenden Zellzerstörung.

In seltenen Fällen können auch Infektionen, Tumore, Arzneimittelnebenwirkungen, Durchblutungsstörungen oder Verletzungen als Ursache für Morbus Addison beim Hund in Frage kommen. Ebenso zeigen manche Rassen eine leicht gesteigerte Häufigkeit. Dazu gehören unter anderem Großpudel, Rottweiler, Deutsche Dogge, Labrador, Leonberger, Flat Coated Retriever und Bearded Collie. Grundsätzlich können aber alle Rassen betroffen sein. Auch jedes Geschlecht, jede Altersstufe, kastriert oder unkastriert. Am häufigsten trifft es jedoch junge bis mittelalte, weibliche Hunde.

Lässt sich Morbus Addison beim Hund verhindern?

Eine gezielte Vorbeugung von Nebennierenrindeninsuffizienzen wie Morbus Addison ist nicht möglich.

Zudem ist die Erkrankung schwierig zu erkennen, da die Symptome auf eine Vielzahl von Krankheiten hinweisen. Bei einem Verdacht sollten entsprechende Tests durchgeführt werden, um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen. Sie kann verhindern, dass es bei einer fortgeschrittenen Erkrankung zu einer „Addison-Krise“ kommt, welche zum Kollaps des Tiers führen kann.

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Hund liegt eingerollt auf der Couch
Anzeichen und Diagnose
Hund liegt eingerollt auf der Couch

Die Symptome von Morbus Addison sind vielfältig. Sie können einzeln oder gleichzeitig auftreten. Kein Anzeichen lässt einen eindeutigen Rückschluss zu. Bei folgenden Symptomen sollte Morbus Addison in Betracht gezogen werden:

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Muskelschwäche
  • Gewichtsverlust
  • Vermehrtes Trinken
  • Magen-Darmblutungen
  • Zusammenbruch

Diagnose einer Nebennierenstörung

Morbus Addison bleibt aufgrund seines seltenen Vorkommens und der untypischen Symptome häufig unerkannt. Bei einem Verdacht wird in der Regel zuerst ein Routine-Bluttest durchgeführt. Dabei wird vor allem darauf geachtet, ob eine Elektrolytverschiebung vorliegt. Geschädigte Nebennieren sind oftmals nicht mehr dazu in der Lage, die Natrium- und Kaliumwerte auf dem üblichen Niveau zu halten. Typisch sind zu geringe Natrium- und erhöhte Kaliumwerte. Darüber hinaus können ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) und erhöhte Nierenwerte für Morbus Addison sprechen. Letztendlich ist eine sichere Diagnose nur mit einem ACTH-Stimulationstest möglich. Hierfür wird dem Hund Blut abgenommen, um den Cortisol-Spiegel zu ermitteln. Anschließend folgt die Gabe von ACTH (Adrenocorticotropes Hormon). Eine Stunde später wird dem Hund erneut Blut abgenommen. Sind die Nebennieren funktionstüchtig, sollte ein Anstieg des Cortisolgehalts festzustellen sein. Ist er unverändert, lässt das Ergebnis auf Morbus Addison schließen.

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Krankheitsverlauf und Heilung
Morbus Addision: Kleiner Hund bekommt eine Tablette

Verlauf von Morbus Addison

Der Verlauf und die Prognose einer Nebennierenschädigung sind abhängig vom Grad der Erkrankung. Frühzeitig erkannt können Hormonmängel relativ einfach durch entsprechende Medikamtenvergabe ausgeglichen werden. Unerkannt kommt es dagegen zu einer zunehmenden Schädigung der Zellen. Das hat Auswirkungen auf die verschiedensten Organe. Bemerkbar macht sich dies beim Hund unter anderem durch Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen und Durchfall. Im fortgeschrittenen Zustand muss mit Magen-Darmblutungen, Herzrhythmusstörungen, Schocksymptomen und dem Zusammenbruch des Tiers gerechnet werden. Auch ein akutes Versterben des Hundes ist nicht ausgeschlossen. Das Einschläfern des Tiers muss jedoch nur in wenigen Ausnahmefällen in Erwägung gezogen werden.

Wie lässt sich Morbus Addison beim Hund behandeln?

Morbus Addison ist zwar nicht heilbar, aber mit Hilfe von Medikamenten gut therapierbar. Abhängig ist der Behandlungsablauf vom Zustand des Hundes. Wurde die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt und der Hund leidet unter einer Addison-Krise, muss er stationär aufgenommen werden. Über einen Zeitraum von mehreren Tagen ist eine Intensivtherapie anzuraten. Mittels Infusionen wird an einer Stabilisierung der Elektrolytverschiebung gearbeitet, welche durch die verminderte Hormonproduktion entstanden ist. 

Wenn der Hund sich nicht mehr in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet oder nicht als Notfall in einer Tierklinik vorgestellt wurde, kann nach einer gesicherten Diagnose mit einer Langzeitbehandlung begonnen werden. Aufgrund der Unterfunktion der Nebennieren besteht ein Mangel der lebenswichtigen Hormone Cortisol, welches zu den Glukokortikoiden zählt, und Aldosteron, bei welchem es sich um ein Mineralokortikoid handelt. Beide Substanzen können mit Hilfe entsprechender Präparate dem Hund verabreicht werden, um einen Ausgleich zu schaffen. Um die jeweilige Dosis richtig einzustellen, ist eine Langzeittherapie notwendig. In der Regel werden nach zirka einer Woche und anschließend nach vier, acht und zwölf Wochen Routineuntersuchungen durchgeführt. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Dosis perfekt eingestellt ist. Von da an kann sie relativ konstant bleiben. Die Lebensqualität des Hundes wird durch die Therapie erheblich verbessert und die Lebenserwartung muss nicht eingeschränkt sein.

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Gut zu wissen
Gut zu Wissen Illustration: Weibliche Person mit langen brauen Haaren hält ein Informationsschild vor sich und zeigt darauf. Im Hintergrund Charts und Diagramme als Bilder

Der Tarif Premium Krankenschutz umfasst nicht nur Operationen, sondern auch ambulante und stationäre Heilbehandlungen: Dazu zählen ärztliche Beratungen, Untersuchungen, Diagnosen und Therapien, außerdem Arzneien und Verbandsmittel – z. B. bei der Behandlung von Morbus Addison, Magen-Darm-Erkrankungen oder Diabetes. Zusätzlich deckt unser Premium Krankenschutz alternative Heilmethoden ab, wenn deren Wirksamkeit bestätigt ist.  Das Limit für die Erstattung von Heilbehandlungen liegt jährlich bei 2.000 EUR.

Bitte beachten Sie: Bei einer bereits bestehenden Erkrankung mit Morbus Addison kann Ihr Hund nicht mehr versichert werden. 

 

Gut zu Wissen Illustration: Weibliche Person mit langen brauen Haaren hält ein Informationsschild vor sich und zeigt darauf. Im Hintergrund Charts und Diagramme als Bilder
Die passende Versicherung
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