Dialogbuch Allianz Podcast Ð ãKannst du Geld?Ò Episode 1 Tobi (00:00): Okay ihr beiden, ich habe eine Geschichte fŸr euch. Shaliz (00:01): Okay. Tobi (00:03): Stellt euch mal vor, es ist ein hei§er Sommertag. Und euch ist so ein bisschen langweilig. Also geht ihr auf den Spielplatz und dann buddelt ihr da so ein bisschen im Sand rum. Und dann sto§t ihr plštzlich mit eurer Schaufel auf was Festes. Und ihr grabt weiter und stellt fest, es ist kein Stein oder sowas, sondern es ist eine Stofftasche. Und dann buddelt ihr weiter, holt die Tasche raus. Und was seht ihr? Einen Schatz. Und zwar einen richtigen Schatz. Also wirklich Gold, Silber und einen dicken Haufen Scheine. Shaliz (00:34): Cool. Tobi (00:35): Ja cool. Shaliz (00:36): Ja. Tobi (00:36): Es ist aber auch kein Witz, was ich hier erzŠhle oder irgendwie eine ausgedachte Geschichte. Denn ist es wirklich mit einem Kita-Kind in Berlin passiert. Kasper (00:42): Was? Tobi (00:43): Es hat im FrŸhsommer dieses Jahres, also 2026, einen wirklichen richtigen kleinen Schatz in einem Sandkasten gefunden. Mit SilbermŸnzen, mit GoldmŸnzen, mit goldenen Uhren und mit 6000 Euro Bargeld. Kasper (00:56): Nein. Tobi (00:57): Was wŠre, wenn euch das passiert wŠre? Shaliz (00:59): Also man muss es ja der Stadt abgeben. Tobi (01:01): Woher wei§t du das? Shaliz (01:03): Ich glaube, das ist so, auch wenn man Gold irgendwo findet, muss man das abgeben, weil es gehšrt ja nicht dir, sondern der Stadt oder dem Land halt. Tobi (01:09): Wo man es findet, meinst du? Shaliz (01:11): Ja. Tobi (01:11): Ja. Du hast doch, Shaliz, glaube ich auch schon mal irgendwann was gefunden, ne? Shaliz (01:15): Ja, also ich war da in der zweiten oder in der ersten, da ist so ein alter Radfahrer vorbeigefahren, also ein Šlterer, und dann ist ihm sowas hinten rausgefallen vom FahrradgepŠcktrŠger, glaube ich. Tobi (01:27): Ja. Shaliz (01:28): Dann bin ich da halt hingegangen, weil ich wollte schauen, was es war. Und dann war halt so ein Portemonnaie. Und dann habe ich reingeguckt und da war auch so ein Ausweis und alles mšgliche drin. Tobi (01:35): Ach, krass. Shaliz (01:35): Und dann habe ich es ihm zurŸckgegeben. Also ich bin ihm dann so hinterhergelaufen, habe ihn gerufen. Und dann hat er sich bei mir bedankt und ja, ist weitergefahren. Tobi (01:45): Hat nicht noch gesagt, hier willst du was abhaben oder sowas? Shaliz (01:47): Nee. Tobi (01:49): Auf jeden Fall finde ich wir merken ja bei den Geschichten schon, Geld macht irgendwas mit uns. FŸr die meisten Menschen ist Geld ja irgendwie wichtig, oder? WŸrde dir auch sein? Shaliz (01:56): Ja also ja, schon. Tobi (01:58): Und da fragt man sich doch, wie hat das mit dem Geld eigentlich alles angefangen? Ihr hšrt: Kinder (02:07): "Kannst du Geld?Ò Sprecherin (02:08): Der Kinderfinanz-Podcast der Allianz. Mit Tobi Krell Ÿber eins der grš§ten Themen der Welt. Kinder (02:14): Kohle. Schotter. Zaster. Money. MŠuse. Asche. Moos. Cash. Knete. Scheinchen. Tobi (02:19): Oder einfach gesagt, Geld. Und mit mir heute im Studio sind: Shaliz (02:23): Shaliz, elf Jahre alt. Kasper (02:24): Kasper, neun Jahre alt. Tobi (02:29): Es geht in dieser Folge um die Frage, was ist Geld eigentlich genau? Und Kasper, hast du dir von Geld schon mal was richtig Besonderes gekauft? Kasper (02:37): Die Kette hier. Tobi (02:38): Ja? Kasper (02:39): Das ist so eine Kette aus einem einigerma§en besonderen Stahl. Tobi (02:43): Mhm. Kasper (02:43): Die ist, glaube ich, so 15 Euro wert. Tobi (02:46): Mhm. Und die hast du dir gekauft und darauf gespart, weil du sie unbedingt haben wolltest? Kasper (02:50): Also nicht darauf gespart. Das war halt auf so einem Kirchenflohmarkt. Tobi (02:54): Mhm. Kasper (02:54): Bin ich halt schnell zurŸckgefahren, hab 15 Euro aus meiner Spardose geholt, bin wieder hingefahren und hab sie mir geholt. Tobi (03:00): Hast du sie vorher sichern lassen bei dem Typen? Kasper (03:02): Ja. Tobi (03:02): Und gesagt, heb sie mir bitte auf. Kasper (03:03): Ja. Tobi (03:03): Okay, sehr gut. Wie findest du seine Kette, Shaliz? Shaliz (03:05): Ich find sie ganz cool eigentlich, ja. Tobi (03:07): Ich habe was fŸr euch, guckt mal. Richtig viel Geld. Shaliz (03:16): Das sind Muscheln. FrŸher waren ja Muscheln auch Geld, glaube ich, oder? Kasper (03:21): Ja Tobi (03:21): Ja, genau darauf will ich hinaus. Ganz frŸher waren Muscheln sowas wie Geld. NŠmlich in der Steinzeit. Also vor wirklich vielen tausend Jahren. Aber bevor ich euch davon noch mehr erzŠhle, wŸrde ich mit euch gerne eine Wette abschlie§en. Ich wette, dass ich euch in dieser Folge eine Sache Ÿber Geld erzŠhle, von der ihr denkt, ihr wisst sie, aber was ihr denkt, ist falsch. Und ich werde euch etwas Neues erzŠhlen, das ihr noch nicht wusstet. Glaubt ihr, ich erwische euch und glaubt ihr, ich gewinne diese Wette? Kasper (03:49): Nein. Tobi (03:50): Dann wetten wir doch. Shaliz (03:50): Nš, ich glaube nicht. Tobi (03:51): Dann wetten wir doch, einverstanden? Shaliz (03:51): Okay. Kasper (03:52): Ich geh die Wette ein. Tobi (03:54): Du gehst die Wette ein? Kasper (03:54): Ja. Tobi (03:55): Um was wetten wir? Kasper (03:56): Ich gebe dir eine von diesen Muscheln. Tobi (03:58): Ja aber das mit den Muscheln ist eine gute Idee. Wenn ich gewinne, dann mŸsst ihr mit diesen Muscheln hier nebenan zum BŠcker gehen und mit dem Sack Muscheln, was wei§ ich, eine Brezel kaufen. FrŸher war es ja mal Geld. Shaliz (04:11): Okay. Tobi (04:11): Und wenn ich verliere, dann muss ich das machen. Shaliz (04:13): Okay. Kasper (04:13): Okay. Tobi (04:14): Es wird auf jeden Fall fŸr einen von uns peinlich. Shaliz (04:16): Ja, hoffentlich fŸr dich. Tobi (04:17): Okay, alles klar. Also im Laufe der Sendung werden wir rausfinden, wer die Wette gewinnt. Und die Einlšsung machen wir ganz am Schluss, okay? Kasper (04:22): Mhm. Shaliz (04:23): Okay. Tobi (04:25): Jetzt wieder zurŸck zur Steinzeit. Lasst uns mal eine richtige Zeitreise dahin machen, ja? Wir unternehmen jetzt so eine Zeitreise. Wir reisen zwšlftausend Jahre in die Vergangenheit. Jetzt sind wir hier so richtig im Steinzeit-Modus. Kasper, du bist jetzt Steinzeiti-Kasper. Steinzeiti-Kasperi. Und Steinzeiti-Shalizi. Ihr habt jetzt natŸrlich auch Steinzeit-Jobs, ja? Shaliz, du bist eine super JŠgerin. Shaliz (04:50): Okay. Tobi (04:50): Ja, also du jagst mit der Keule und erlegst so Wildschweine und Hasen und SŠbelzahntiger und BŸffel und so weiter. Und Kasper, du bist Handwerker. Du kannst super Werkzeug herstellen. Kasper (05:00): Super. Tobi (05:00): So, und jetzt kommt also die JŠgerin Shaliz zum Handwerker Kasper. Und du willst einen neuen Bogen haben fŸr deine Jagd. Kannst du ihn kurz fragen? Shaliz (05:09): Kann ich einen neuen Bogen? Kasper (05:11): Auf steinzeitisch. Tobi (05:13): Auf steinzeitisch. Shaliz (05:15): Kann ich einen neuen Bogen? Tobi (05:16): Sehr gut, sehr gut. Und jetzt ist die Frage, Kasper, machst du das fŸr Shaliz? Kasper (05:20): FŸnf Muscheln. Tobi (05:21): FŸnf Muscheln, sagst du gerade? Kasper (05:22): FŸnf Muscheln. Tobi (05:23): Offensichtlich willst du was haben dafŸr. Shaliz was hŠttest du denn zu bieten? Was kšnntest du ihm denn anbieten? Shaliz (05:28): Man hat doch frŸher auch so gehandelt, dass man so getauscht hat. Tobi (05:32): Ja. Shaliz (05:32): Ich tausche den Bogen gegen Fleisch oder so. Tobi (05:34): Genau. Aber was ist denn, wenn du jetzt gerade kein Fleisch brauchen kannst? Weil du zum Beispiel noch eine Wildschweinhaxe auf Lager hast. Was machst du denn dann? Kasper (05:41): Dann mšchte ich irgendwas entweder anderes oder etwas, mit dem ich mir was anderes holen kann. Tobi (05:46): Genau. Und damit wir das nicht vergessen, damit der Deal funktioniert, tauscht ihr Muscheln. So als Erinnerung daran, du schuldest mir fŸr den Pfeil und Bogen, Shaliz, schuldest du mir noch eine Wildschweinhaxe. Das ist eben die Art und Weise, wie sich irgendwann ganz ursprŸnglich mal unser Geld entwickelt hat. Es war so eine Vorform von unserem Geldsystem. Irgendwann wurde halt dieses Naturgeld durch MŸnzen und durch Scheine ersetzt. Und das kam, also dass man irgendwann zu Scheinen und MŸnzen Ÿbergegangen ist, weil sich die Art und Weise, wie wir Menschen zusammenleben, eben verŠndert hat. FrŸher war man eher im kleinen GrŸppchen unterwegs. Man hat in Zelten oder HŸttchen oder so gewohnt. Aber irgendwann haben die Leute ja angefangen, sich richtige HŠuser zu bauen. Und dann sind richtige StŠdte entstanden. Und es gab viel mehr verschiedene Berufe. Also es gab zum Beispiel BŠuerinnen und Hirten, Tšpfer, BŠckerinnen und so weiter. Und in diesem gro§en Stadtsystem hat das mit dem Naturalientausch nicht mehr einfach so gut funktioniert. Es wurde komplizierter. Und deswegen hat man eben angefangen zu Ÿberlegen, wie man ein einheitliches, klares Tauschsystem hinkriegen kann. Und dann war eben die erste Idee, MŸnzen zu verwenden. Und ich habe hier mal so eine ganz normale EuromŸnze dabei. Da. Kšnnt ihr gerne in die Hand nehmen und genau angucken. Und mal Ÿberlegen, was ist daran womšglich so praktisch? Shaliz (07:08): Ich glaube auch, dass sie gut in die Tasche passt. Einfach so eine riesige Muschel passt ja nicht so einfach in die Tasche. Tobi (07:13): Absolut, super Punkt. Mega praktisch, weil sie klein ist und gut in die Tasche passt. Was fŠllt dir noch ein, Kasper? Kasper (07:18): Sie ist irgendwie, sie geht nicht so leicht kaputt. Weil wenn man Muscheln hat, kann man ja mit der Hand einfach zerbrechen. Tobi (07:24): Genau, sie ist super stabil. Was glaubt ihr denn, woraus ist sie denn gemacht? Shaliz (07:28): Ich glaube so Metall oder so. Tobi (07:30): Mhm, genau. Also MŸnzen sind aus Metall gemacht, sind klein und handlich, passen super in die Tasche. Man muss also nicht immer eine ganze Wildschweinhachse mit sich rumtragen. Aber lasst uns nochmal ganz kurz zurŸckgehen zu dieser EinfŸhrungszeit, als MŸnzen und Geldscheine entstanden sind. Da ist was ziemlich Spannendes passiert. Und ich gebe euch jetzt mal drei Optionen, was das wohl war. Und ihr dŸrft raten. Einverstanden? Option 1: MŸnzen werden hergestellt und es gibt so viele MŸnzen, dass plštzlich das Metall knapp wird. Option 2: Ein ursprŸnglich mal MillionŠr, nŠmlich MuschelmillionŠr, verliert sein komplettes Vermšgen, weil seine Muscheln auf einmal nichts mehr wert sind. Oder Option 3: Die neuen MŸnzen und Scheine sind viel weniger wert, als sie wert sind, also als draufsteht. Was denkt ihr? Kasper (08:24): Also fŸr mich kšnnte drei logisch sein. Tobi (08:27): Aha. Kasper (08:28): Weil du musst bedenken, so eine MŸnze. Tobi (08:30): Ja. Kasper (08:31): Das ist ja Metall. Tobi (08:32): Ja. Kasper (08:33): Und Metall haben wir ja in vielen GegenstŠnden. Zum Beispiel hier das Mikrofon. Tobi (08:36): Ja. Kasper (08:37): Wenn ich mal denke und so eine Vorlage von so einer MŸnze habe. Tobi (08:40): Ja. Kasper (08:41): Habe ich nur durch dieses Mikrofon knapp 100 Euro. Tobi (08:44): Du meinst, wenn du aus dem StŠnder von dem Mikrofon, was aus Metall gemacht ist, einfach plštzlich Euro-MŸnzen herstellst, dann hast du ganz viel Geld, obwohl da nur so ein StŠnder ist? Kasper (08:53): Genau. Tobi (08:54): Das meinst du damit. Okay. Und so kommst du auf Variante drei. Also Antwort drei. Kasper (08:58): Ja. Tobi (08:58): Und Shaliz, was denkst du? Was ist mit dem MuschelmillionŠr zum Beispiel? Shaliz (09:01): Ich glaube nicht, weil ich glaube nicht, dass es frŸher MillionŠre gab. Tobi (09:04): Okay. Shaliz (09:04): Vor allem nicht mit Muscheln. Tobi (09:05): Aha. Shaliz (09:06): Ich glaube auch drei. Tobi (09:08): Also, dass das Geld irgendwie weniger wert ist, als draufsteht, wenn man so will. Kasper (09:11): Ja. Shaliz (09:11): Ja, ich denke. Tobi (09:13): Und die richtige Antwort ist Nummer drei. Kasper (09:16): Ja. Tobi (09:17): Ja, genau. Die neuen MŸnzen und Scheine sind viel weniger wert, als draufsteht. Also, ihr habt es gerade gehšrt, da klingelt die Wettglocke. Ihr wisst, was das hei§t. Wir haben gerade gewettet. Wenn ihr die Antwort kennt, dann gehe ich mit den Muscheln raus und kaufe irgendwas. Oder versuch es zumindest. Und umgekehrt. Also, die Frage lautet: Aus welchem Material ist ein 50-Euro-Schein? Shaliz (09:40): Baumwolle. Tobi (09:42): Mist. Ich dachte, das wisst ihr nicht. Shaliz (09:45): Du dachtest, wir sagen Papier. Tobi (09:46): Ich dachte, ihr sagt Papier. Na klar. Und das ist niederschmetternd, weil ich dachte, das wisst ihr auf gar keinen Fall. Viel Shaliz (09:53): Viel Spa§ beim BŠcker. Tobi (09:54): Nein. Na gut. Aber wŠhrend ich mich noch kurz innerlich vorbereite, erzŠhle ich euch noch kurz was, ja? Shaliz (10:02): Ja. Tobi (10:03): Also, dass Scheine, Geldscheine aus Baumwolle sind und nicht aus einfachem Papier, das macht man damit der Schein Ÿberlebt, wenn er zum Beispiel nass wird. Und Baumwolle ist ja im Gegensatz zu Gold relativ billiges Material. Und tatsŠchlich, das hat mich fast ein bisschen schockiert, der Wert von einem 50-Euro-Schein sind 10 Cent. Kasper (10:24): Was? Tobi (10:25): 10 Cent. Kasper (10:26): Nein. Tobi (10:26): Wenn man nur den Schein und das Material von dem Schein nimmt. Das ist ein bisschen verrŸckt. Das ist bei all unserem Bargeld so. Also, auch MŸnzen sind vom Materialwert viel weniger wert als der Cent. Also, der reine Materialwert von einer 1-Cent-MŸnze sind so 0,5 bis 0,7 Cent. Also, die HŠlfte von dem, was draufsteht. Was macht das mit euch? Kasper (10:45): Es ist schockierend wortwšrtlich. Tobi (10:47): Du bist immer noch schockiert. Kasper, erzŠhl mir, warum bist du so schockiert? Kasper (10:50): Nur, weil ich jetzt viel weniger Geld in meiner Spardose gehabt habe als gedacht. Tobi (10:56): Und wenn man so ein bisschen drŸber nachdenkt, ist es ja auf eine Art, noch mehr zu so einer Vorstellung, zu einer Illusion geworden. Weil ich schŠtze mal, wenn ihr mit euren Eltern einkaufen geht oder sowas dann ziehen die ja meistens gar kein Bargeld mit MŸnzen und Scheinen mehr aus der Tasche, sondern machen was anderes, oder? Shaliz (11:11): Mit der Karte zahlen. Tobi (11:12): Genau. Die haben Karten im Geldbeutel oder sogar einfach nur auf dem Smartphone und halten das irgendwie gegen so ein Ding an der Kasse. Und dann bezahlen wir alle so. Da tauscht man also Ÿberhaupt gar kein Bargeld mehr oder irgendwie Scheine gegen Waren, sondern das Handy sagt der Bank, wie viel du bezahlt hast oder bezahlen mšchtest. Und dann gibt es so eine Art digitalen Merkzettel bei der Bank, ohne dass am Ende irgendwie echte MŸnzen oder Geldscheine getauscht werden oder in die Supermarktkasse kommen. Kasper (11:37): Das finde ich aber ehrlich schade, dass jetzt so wenig Bargeld mehr da ist, weil es ist ja auch ein bisschen doof, dass zum Beispiel in 20 Jahren, wenn es immer so weitergeht und immer weniger Bargeld ist, dass die Kinder ja gar nichts mehr finden kšnnen. Dann gibt es nicht mehr diesen besonderen Moment, dass man 20 Cent findet. Dann gibt es diesen Fundmoment gar nicht mehr. Tobi (11:57): Ja das finde ich eine spannende †berlegung. Ja, stimmt. Aber wie ist es denn bei euch mit Taschengeld? Kasper, bei dir zum Beispiel. Kriegst du richtig immer noch einen Schein oder ein StŸck Geld in die Hand oder wie lŠuft es bei euch? Kasper (12:07): Also ich kriege jede Woche zwei Euro. Und wenn das einmal nicht funktioniert, dann sage ich nach einem Jahr bitte, Ÿberweis mir bitte 200 Euro. Das schuldest du mir noch. Tobi (12:17): Okay, also das hei§t, du merkst dir das so ein bisschen? Kasper (12:19): Ja, ich merke es mir so mit dem halben Kopf und ich merke mir das zu meinen Gunsten. Tobi (12:23): Also du fŸhrst Buch? Kasper (12:24): Nicht genau. Ich habe sicher schon drei EintrŠge gemacht. Wenn mir langweilig ist, dann packe ich einfach mal meinen Tresor aus und zŠhle ein bisschen Geld. Tobi (12:31): Was hast du denn bitte fŸr einen Tresor? Kasper (12:33): So einen Spielzeug-Tresor. Ja, da ist schon ganz schšn was drin. Also ich wŸrde mal sagen 300 Euro sicher. Tobi (12:39): Hammer. Richtig cool. Wo wohnst du? Und Shaliz wie ist das bei dir? Shaliz (12:44): Bei mir ist es eigentlich gar nicht so, dass ich immer so einen bestimmten Betrag kriege. Ich merke mir halt dann, dass ich da kein Taschengeld bekomme. Weil meine Eltern haben meistens nur Geld fŸr mich, wenn ich es fŸr die Mensa in der Schule brauche. Und sonst haben sie kein Bargeld, weil sie immer mit Karte zahlen. Tobi (13:00): Mhm. Shaliz (13:01): Und dann merke ich mir das eigentlich immer. Dann kriege ich das immer am Ende des Jahres und das sind dann so 70 Euro meistens. Tobi (13:06): Okay. Jetzt nochmal ganz kurz eine Frage. Wenn wir jetzt wissen, das Geld ja auf eine Art... Eins ist ein bisschen doof, ne? Dass das hier, dieser 10-Euro-Schein, dass der halt irgendwie ein paar Cent wert ist. Wenn das so ist, dann kšnntet ihr mir ja eigentlich... Kasper, du kannst deinen Tresor leeren und du kannst am Ende des Jahres das Geld einfach nehmen und kšnnt mir das beide geben, weil es ja eigentlich eh nichts wert ist. Kasper (13:27): €h, trotzdem nicht. Tobi (13:28): Warum trotzdem nicht? Kasper (13:29): Weil man dafŸr ja was kriegt. Also, es ist im GeschŠft nicht weniger wert. Tobi (13:33): Ja. Kasper (13:34): Es ist nur das Material. Tobi (13:35): Ja. Ihr habt beide sofort den Kopf geschŸttelt gerade. €h nee, danke. HŠ, hŠ, auf keinen Fall. Weil irgendwie wollen wir ja doch Geld haben, oder? Warum sparen wir? Was denkt ihr? Shaliz (13:46): Weil man sich davon halt Sachen kaufen kann, die man... Vielleicht nicht immer nur Sachen, die man braucht, sondern auch Sachen, die man haben will. Tobi (13:53): Mhm. Shaliz (13:53): Macht halt Spa§ auch, ja. Tobi (13:55): Gutes Stichwort. DarŸber werden wir in der dritten Folge noch ein bisschen sprechen. Warum will man was haben und was braucht man wirklich? Und Kasper, wie ist es bei dir? Hast du irgendwas, auf das du sparst oder irgendein langes Finanzierungsziel oder so? Kasper (14:06): Zum Beispiel eine Wohnung zu kaufen, wŠre fŸr mich mein Ziel. Tobi (14:10): Mhm. Und warum? Kasper (14:11): Weil mich dann diese ganze Miete... Also, ich sag, wenn meine Eltern sich von Anfang an die Wohnung gekauft hŠtten, hŠtten sie so oft nicht Miete zahlen mŸssen. Tobi (14:20): Mhm, verstehe. Kasper (14:21): Und hŠtten jetzt viel mehr Geld schon Ÿbrig. Tobi (14:22): Aber das hei§t, du siehst das so ein bisschen als so eine Absicherung fŸr die Zukunft? Kasper (14:25): Genau. Tobi (14:25): An der Stelle ist ja Geld auch so ein bisschen... Gibt einem eine Sicherheit. Man hat das Dach Ÿber dem Kopf und man kann es entweder vermieten, dann kriegt man regelmЧig Geld dafŸr oder man wohnt selber drin und so. Ist das was, was fŸr euch eine Rolle spielt, dass Geld auch Sicherheit gibt? Kasper (14:39): Ja, manchmal schon. Shaliz (14:40): Also man wei§ mit Geld, dass man durchs Leben kommt. Zum Beispiel, dass man immer Essen hat, dass man sich auch mal was gšnnen kann, dass man Klamotten hat zum Anziehen, dass man halt alles hat, was man braucht. Tobi (14:51): So GrundbedŸrfnisse, ne? Shaliz (14:52): Ja. Tobi (14:52): Und manchmal auch was gšnnen. Kasper (14:53): Also Geld ist fŸr mich irgendwie so Freiheit. Also ich empfinde mit Geld irgendwie, dass ich so meine PlŠne verwirklichen kann, wie schon mit der Wohnung zum Beispiel. Ich muss einfach nur drauf sparen und irgendwann kriege ich es dann. Tobi (15:06): Und wann hat man genug? Kasper (15:08): Ab der dritten Mille. Tobi (15:11): Die dritte Mille hei§t, wenn du mehr als drei Millionen hast, dann bist du safe. Ja top. Und Shaliz, was denkst du dazu? Wann hat man denn genug Geld? Shaliz (15:20): Also ich glaube halt, ab wenn man merkt, dass man keine Sorge mehr um Geld haben muss, dass man nicht denken muss, komme ich mit dem Geld, was ich jetzt gerade habe, kann ich damit meine Kinder versorgen oder so. Tobi (15:31): Ja, verstehe. Shaliz (15:32): Ja, aber ich glaube, das hei§t nicht, dass man MillionŠr sein muss, um genug Geld zu haben. Tobi (15:36): Ja. Auch keine dritte Mille. Shaliz (15:39): Nee. Tobi (15:41): Dann mšchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr eure Gedanken mit mir geteilt habt. Das hat voll Spa§ gemacht. Was nehmen wir mit? Die meisten Menschen wollen vor allem, wie ihr gerade auch gesagt habt, wahrscheinlich vor allem deshalb Geld haben, weil sie die Sicherheit haben wollen, dass sie ein Dach Ÿber dem Kopf, Kleidung, was zu essen haben und so weiter. Und dann, wie du gesagt hast Shaliz, dass die und sich auch was gšnnen kšnnen. Oder wie bei dir, Kaspar, die Idee, auf eine Wohnung zu sparen, weil einem die irgendwann das GefŸhl gibt, dann habe ich die Sicherheit, dass ich vielleicht die verkaufen kann oder dass ich sie vermieten kann oder was auch immer. Oder halt schnell zu meiner dritten Mille komme. Aber es gibt auch Leute, die haben mega, mega, mega viel Geld und kaufen sich fast gar nichts davon. Oder arbeiten sogar noch weiter in einem total normalen Beruf, wie zum Beispiel Hausmeister, obwohl sie MillionŠre sind. Aber die Story, die erzŠhle ich dann beim nŠchsten Mal. Kasper (16:27): Und Tobi, ich nehme noch eine einzige Sache mit. Tobi (16:29): Bitte. Kasper (16:29): Es ist mega lustig, wenn jemand anderes beim BŠcker mit Muscheln bezahlen muss. Tobi (16:34): Ja, das habe ich befŸrchtet. Shaliz (16:36): Das musst du jetzt machen. Tobi (16:37): Oh nein. Danke euch beiden. Macht's gut. TschŸss. Shaliz (16:40): Ciao. Kasper (16:41): TschŸss Sprecherin (16:47): Das war's mit: Kinder (16:48): "Kannst du Geld?" Sprecherin (16:50): Dem Kinderfinanz-Podcast der Allianz mit Tobi Krell. Und vor allem mit Shaliz und Kasper. Tobi (17:00): Also, Kasper bei dir ist wirklich auffŠllig, dass du ganz breit strahlst. †ber das ganze Gesicht. Warum freust du dich denn so? Kasper (17:05): Ich habe Schadenfreude. Tobi (17:07): Ja, du freust dich, dass ich mich jetzt zum Affen machen kann, ihr Mist... Was meint ihr, wie reagiert die Person da drin? Shaliz (17:12): Sie wird dich auf jeden Fall sehr auslachen. Tobi (17:16): Auslachen? Shaliz (17:16): Oder sie wird sauer. Kommt drauf an. Kasper (17:18): Das wird lustig. Tobi (17:19): Okay, hier ist der BŠcker. Und hoffentlich sind da nicht... Oh Gott, da sind richtig viele Leute drin. Oh Gott, wie peinlich. Oh Gott, wie schrecklich peinlich. Hšr sofort auf zu lachen. Shaliz (17:29): Ich gehšre nicht dazu. Tobi (17:29): Ah. Okay, wir stellen uns an, oder? BŠckerin (17:35): So, wo geht es denn weiter? Tobi (17:36): Bei uns, hallo. Wir hŠtten gerne ein Schokocroissant und ein normales Croissant. Und das war es. BŠckerin (17:43): Das sind dann 5,20Û. Tobi (17:43): Ja, ich habe hier diese Muscheln. Ich wei§ nicht, wie viel sind denn 5,20Û? BŠckerin (17:52): €hm okay. Okay. Tobi (17:54): In der Steinzeit hat man mit Muscheln bezahlt. Und das wird ja wohl jetzt, irgendwie muss das funktionieren. BŠckerin (17:59): Leider nein. Aber ich gebe euch die Croissants auch so mit, wenn ihr sie braucht. Tobi (18:02): Wirklich? BŠckerin (18:02): Ja. Aber nehmt eure Muscheln wieder mit. Tobi (18:05): Ich wollte doch so gerne tauschen, wie man das in der Steinzeit gemacht hat. Also das ist aber jetzt ganz nett. Dann haben Sie vielen herzlichen Dank. BŠckerin (18:14): Gerne. Tobi (18:14): Danke, tschŸss. BŠckerin (18:16): TschŸss. Tobi (18:18): Oh, wie unangenehm, wie unangenehm. Ich muss jetzt weg. Ahhh.