Günstig abgesichert in der Probezeit

Motorradversicherung für Fahranfänger: Wie Einsteiger Kosten sparen können

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Je jünger der Fahrer, desto höher der Versicherungsbeitrag
  • Bevor Fahranfänger mit ihrem Motorrad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen, sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, eine Motorradversicherung abzuschließen. Sie übernimmt die Kosten, wenn der Fahrer bei einem Unfall mit seiner Maschine andere Personen verletzt oder fremde Gegenstände beschädigt.
  • Aufgrund des höheren Unfallrisikos zahlen junge Motorradfahrer teurere Versicherungsbeiträge als Biker mit jahrelanger Fahrpraxis.
  • Die Beitragskosten für Motorradeinsteiger lassen sich nicht pauschal berechnen. Denn Kfz-Versicherer stufen jeden Fahrer anhand unterschiedlicher Kriterien wie Alter, Wohnsitz, Art des Kraftrads und Schadenfreiheitsklasse individuell ein.
  • Junge Biker können Versicherungskosten sparen, indem sie zum Beispiel ein Motorrad mit niedriger Leistung wählen oder die Maschine als Zweitfahrzeug über ihre Eltern versichern.
Gut zu wissen
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Aktuell sind laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 1.636.656 Fahrerlaubnisse auf Probe im Zentralen Fahrerlaubnisregister (ZFER) erfasst (Stand: 1. Januar 2019) – 113.742, also etwa sieben Prozent davon, für Krafträder (Klasse A1, A2, A). Fast drei Viertel aller Fahranfänger sind zu diesem Zeitpunkt jünger als 22 Jahre.

Bei über 70 Prozent der insgesamt 113.742 Fahranfänger mit einem Motorradführerschein handelt es sich um junge Männer zwischen 17 und 20 Jahren. Im Gegensatz dazu ist die Geschlechterverteilung bei den Fahranfängern mit Autoführerschein Anfang 2019 nahezu ausgeglichen.

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Motorrad Versicherung Fahranfänger: Detailaufnahme eines Motorradfahrers mit Helm, der mit seiner Maschine eine Landstraße entlangfährt
Alter, SF-Klasse und Co.
Motorrad Versicherung Fahranfänger: Detailaufnahme eines Motorradfahrers mit Helm, der mit seiner Maschine eine Landstraße entlangfährt

Wie bei erfahrenen Bikern auch erfolgt die Einstufung  von Fahranfängern in der Motorradversicherung anhand unterschiedlicher Kriterien. Neben Alter und Wohnsitz des Fahrers spielt vor allem die Art des Motorrads eine wichtige Rolle: Kfz-Versicherer unterscheiden beispielsweise, welche Motorleistung und welches Gewicht das Zweirad hat.

Daneben ist auch die Leistung der Maschine im Verhältnis zu ihrem Gewicht maßgebend für die Einstufung – eine sportliche Rennmaschine hat meist viel PS-Leistung und wenig Gewicht, während es sich bei einem gemütlichen Chopper anders herum verhält.

Wer unfallfrei fährt, wird besser eingestuft

Einen entscheidenden Faktor stellt auch die Schadenfreiheitsklasse dar: Versicherungsgesellschaften teilen Motorradfahrer anhand ihrer unfallfrei gefahrenen Jahre in SF-Klassen von 0 bis 20 ein. Ein Fahranfänger, der sein Bike direkt nach der Führerscheinprüfung versichert, startet in der schlechtesten SF-Klasse 0, steigt aber bereits nach sechs Monaten Versicherungsschutz in SF-Klasse ½, nach einem schadenfreien Jahr in SF-Klasse 1 auf – und wird vom Versicherer mit einem deutlich günstigeren Beitrag belohnt.

Zulassungsbezirk und Motorradtyp beeinflussen ebenfalls die Einstufung

Ein weiteres Kriterium ist die Regionalklasse: Je nachdem, wie hoch das Unfallrisiko in dem Zulassungsbezirk ist, in dem ein Motorradhalter sein Fahrzeug anmeldet, wirkt sich dies positiv oder negativ auf die Einstufung aus. Klassische Typklassen wie beim Pkw gibt es bei Krafträdern nicht. Dennoch lassen Kfz-Versicherungen die statistische Unfallwahrscheinlichkeit bestimmter Motorradtypen bei der Einstufung des Fahrers mit einfließen.

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Bei der Motorradversicherung gilt derselbe Grundsatz wie bei der Autoversicherung: Je höher das individuelle Schadensrisiko des Fahrers, desto teurer die Prämie. Führerscheinneulinge mit wenig Fahrpraxis zahlen dementsprechend höhere Beiträge als Biker, die schon jahrelang mit ihrer Maschine im Straßenverkehr unterwegs sind.

Diese Faktoren beeinflussen die Beitragskosten für Fahranfänger

  • Alter: Je jünger der versicherte Fahrer, desto höher ist sein Unfallrisiko und desto teurer fällt die Prämie aus.
  • Versicherungsumfang: Motorradeinsteiger, die sich für eine Kfz-Haftpflicht als Basisschutz entscheiden, zahlen günstigere Beiträge als Biker, die ihre Maschine umfassender mit einer Teil- oder Vollkasko absichern.
  • Selbstbeteiligung: Beteiligt sich der Versicherungsnehmer bei Teil- und Vollkasko im Schadensfall an den Kosten, reduziert sich der Versicherungsbeitrag durch die Selbstbeteiligung.
  • PS-Leistung: Für leistungsstarke Maschinen mit großem Hubraum berechnet die Versicherung höhere Beiträge als für Leichtkrafträder mit weniger PS.
  • Datum der Erstzulassung: Je neuwertiger das Motorrad, desto geringer ist das Unfallrisiko und umso günstiger wird die Versicherungsprämie.
  • Jährliche Fahrleistung: Auf Vielfahrer kommen höhere Versicherungsbeiträge zu als auf Biker, die ihre Maschine nur für gelegentliche Spritztouren nutzen.
  • Fahrerkreis: Nutzen mehrere Fahrer das Motorrad, steigt die Prämienhöhe aufgrund des erhöhten Schadensrisikos.
  • Stellplatz: Wer sein Motorrad in einer überdachten Privatgarage parkt, hat ein geringeres Schadensrisiko als ein Fahrer, der seine Maschine unter freiem Himmel abstellt, und zahlt deshalb günstigere Beiträge.
  • Regionalklasse: In Zulassungsbezirken, in denen Versicherungen überdurchschnittlich viele Haftpflichtschäden regulieren, fällt die Prämie teurer aus als in Gegenden mit geringem Schadensrisiko.
  • Schadenfreiheitsklasse: Jede unfallfreie Motorradsaison belohnen Kfz-Versicherer mit einer besseren Schadenfreiheitsklasse und verringerten Beitragskosten.

Weshalb Versicherungen für Fahranfänger teurer sind

Laut Kraftfahrtbundesamt sind junge Fahrer statistisch gesehen besonders häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Die Hauptursachen für das erhöhte Unfallrisiko sind die mangelnde Fahrpraxis sowie eine erhöhte Risikobereitschaft – insbesondere in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen.

Während der zweijährigen Probezeit gelten für Führerscheinneulinge deshalb nicht nur verschärfte Regeln im Straßenverkehr, sondern sie zahlen auch höhere Prämien als Versicherungsnehmer mit langjähriger Fahrpraxis. Einige Gesellschaften erheben für Fahranfänger bis 25 Jahre einen Risikozuschlag. Die Kosten können dann doppelt so hoch ausfallen wie der Normaltarif des jeweiligen Anbieters.

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Versicherungsschutz für junge Biker
Bevor Sie eine Kfz-Versicherung für Ihr Zweirad abschließen, sollten Sie die Leistungen verschiedener Anbieter miteinander vergleichen und Ihre Entscheidung nicht nur von der Prämienhöhe abhängig machen. Mindestens genauso wichtig für Fahranfänger wie ein günstiger Tarif ist ein umfangreicher Schutz mit hoher Deckungssumme, damit Sie nach einem Unfall nicht auf einem Teil der entstandenen Kosten sitzen bleiben. Von Anbieter zu Anbieter gibt es teils deutliche Unterschiede bei Kosten und Leistungsumfang.
Allianz - Motorradversicherung für Fahranfänger: Frau sitzt strahlend auf einem Motorrad

Wählen Sie den passenden Versicherungsumfang

Welcher Schutz für Ihr Zweirad sinnvoll ist, richtet sich nach dem Zustand der Maschine: Für gebrauchte Motorräder, die zehn Jahre oder älter sind, mit geringem Restwert reicht eine Motorradhaftpflichtversicherung als Basisschutz meist aus. Eine Teilkasko zahlt sich aus, wenn Ihr Bike fünf bis zehn Jahre alt ist und häufig im Freien steht. Denn dann besteht ein erhöhtes Risiko, dass Ihr Zweirad beispielsweise durch Sturm, Hagel oder Marderbiss Schaden nimmt. Bei Neufahrzeugen lohnt sich eine Vollkaskoversicherung. Damit müssen Fahranfänger sich auch bei selbst verursachten Schäden an ihrer Maschine keine Sorgen um die Kosten machen.

Entscheiden Sie sich für eine Versicherung mit hoher Deckungssumme

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern ziehen häufig schwere Vermögens-, Sach- und Personenschäden nach sich, die wiederum mit hohen Kosten verbunden sind. Daher gilt: Je höher die Mindestdeckungssumme Ihrer Motorradversicherung ist, desto sicherer können Sie als Fahrer davon ausgehen, dass die Kfz-Haftpflicht bei einem Unfall sämtliche Schadensforderungen der Unfallgegner abdeckt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme beträgt 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,22 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für Vermögensschäden.

Achten Sie darauf, dass der Versicherer auch bei grober Fahrlässigkeit zahlt

Ihre Motorradversicherung sollte auch für Schäden aufkommen, die Sie als Fahrer grob fahrlässig verursacht haben, zum Beispiel wenn Sie trotz Überholverbot mit Ihrer Maschine an einem Pkw vorbeiziehen und auf diese Weise einen Unfall provozieren. Der Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit sollte ausdrücklich im Versicherungsvertrag festgehalten sein – das heißt allerdings nicht, dass Sie dann zu schnell fahren oder andere Risiken im Straßenverkehr eingehen dürfen.

Schäden, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss entstehen, sichert die Kfz-Versicherung beispielsweise nicht ab. Zudem haben Alkohol am Steuer und Co. für Fahranfänger in der Probezeit besonders harte Strafen zur Folge. Motorradfahrer, die zum Beispiel gegen die Null-Promille-Grenze in der Probezeit verstoßen, riskieren eine Geldstrafe von 250 Euro, einen Punkt in Flensburg und die Verlängerung der Probezeit um zwei weitere Jahre.

So versichern Sie ein Motorrad bis 125 ccm als Fahranfänger

Die meisten Versicherungsunternehmen bieten keine separate Leichtkraftradversicherung an, sondern erfassen 125er-Maschinen in der Motorradversicherung. Am besten lassen Sie sich bei Ihrer Versicherungsagentur vor Ort beraten, welcher Tarif für Ihr Fahrzeug sinnvoll ist.

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Die passende Versicherung
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Das perfekte Motorrad für Fahranfänger gibt es nicht – schließlich muss jeder Fahrer selbst herausfinden, welches Modell am besten zu seiner Statur und seinen persönlichen Anforderungen passt. Regel Nummer eins: Das Bike muss Ihnen gefallen. Daneben helfen diese Tipps für Motorrad-Fahranfänger Ihnen dabei, sich für eine passende Maschine zu entscheiden:

  • Das Motorrad sollte einfach bedienbar sein und zu Körpergröße, Kraft und Statur des Fahrers passen.
  • Leichte Bikes mit niedrigem Schwerpunkt verzeihen Fahrfehler und lassen sich einfacher kontrollieren.
  • Bei neu zugelassenen Motorrädern mit einem Hubraum über 125 ccm ist ein Antiblockiersystem (ABS) Pflicht.
  • Gut für Einsteiger geeignet sind Modelle mit 250 bis 600 ccm Hubraum, die schnell fahren, aber nicht zum Rasen verleiten. 
  • Ob brandneues Motorrad oder Gebrauchtfahrzeug, machen Sie eine Probefahrt, um ein Gespür für die Maschine zu bekommen.
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